Ein Shitstorm über Israel

6. Mai 2013

Es war eigentlich nicht anders zu erwarten. Israel nimmt, mit militärischen Mitteln, sein Recht auf Verteidigung des eigenen Staatsgebietes in die eigene Hand (auf wen sollte sich Israel auch verlassen ?) und schon stürmt der Shitstorm über das Land.

Hat eigentlich mal jemand darüber nachgedacht, das Israel die „schmutzige“ Arbeit der angeblich freien Staatengemeinschaft übernimmt ? Ist es wirklich beruhigend zu wissen, das in Syrien, mit Hilfe des Iran, Atomreaktoren gebaut werden, die mithilfe der Hisbollah auch (!) Israel erreichen können ? Wie ist das mit der Solidarität ? Hört Solidarität da auf, wo ein souveräner Staat sein Recht auf Selbstverteidigung verteidigt ? Wie ernst ist es der UNO mit der Kontrolle atomarer Waffen im Iran ? Welche Ergebnisse haben endlose Verhandlungen ? Wann ist, nach Meinung der UNO, die rote Linie überschritten ? Vielleicht erst wenn eine iranische Atombombe im UNO-Hauptquartier in New York einschlägt ?

Ich jedenfalls bin Israel dankbar für die entschiedene Aktion gegen den iranischen Terror, gesteuert über Syrien, gesteuert über die Hisbollah. Ja, ich bin der Meinung, selbst eine entschlossene militärische Aktion ist besser als das lavieren gewisser UNO-Kreise. Mit jedem Tag gewinnen der Iran, das gesteuerte Syrien, die gesteuerte Hisbollah Zeit in ihrem Terrorkampf, der auf dem besten Wege ist, ein atomarer zu werden. Die gegenwärtige, drängende, Gefahr ist gebannt. Verbannt ist die atomare Gefahr, in den Händen wahnsinniger Diktatoren, noch nicht.


Shitstorm und Gottesgericht

1. Mai 2013

Was ist der Unterschied zwischen dem Shitstorm im Internet und dem Gottesgericht ? Nun, beim Gottesgericht darf der Mensch auf Gnade hoffen. Beim Shitstorm im Internet gibt es keine Gnade. Es gibt noch nicht einmal die Möglichkeit sich gegen den Shit zu wehren. Allem Löschungsanfragen an die Web Hoster zum Trotz bleibt immer etwas hängen. Das ist wohl der eigentliche Sinn des Shitstorms. Einen Menschen fertig zu machen, mit nahezu jeden Mitteln. Das ist das Anliegen des Shitstorms. Im Zeitalter der Zeitungen sagte man: „Hauptsache die Auflage steigt“. Heute heisst es: „Hauptsache die Zugriffe steigen“.

Zugriffe können aber oft Übergriffe sein. Übergriffe, die Gesundheit und Leben ihrer Opfer zerstören. Selbst der Begriff „Opfer“ ist ja heute, im Mülleimer der Sprache gewisser (jugendlicher) Bevölkerungsschichten mit Spott und Hohn belegt. Eine wirkliche Leistung der 68-er Generation mit ihrer Unkenntnis und Verfremdung der deutschen Sprache.

Der Shitstorm also, das Fegefeuer im Internet, verbrennt die Opfer und gibt den Feuerteufeln des Internets eine perverse Befriedigung.

Ein Shitstorm ganz anderer Art ist der Überfluss an Bildern, Tönen, Ereignissen, rund um die Uhr, aus jedem Winkel der Welt. Je (pseudo-)dramatischer und blutiger die (pseudo ?) Meldung, das im Nachhinein bearbeitete, Bild ist, umso besser. Oder glaubt wirklich jemand, dass die Bilder in unseren Medien immer der Wirklichkeit entsprechen?

Es wird nicht besser werden. Eher ist zu befürchten, dass die Shitstorms zu Orkanen anwachsen, die zu jeder Sekunde durch das virtuelle Dorf jagen. Schweine werden heute, im Zeitalter des verlogenen Tierschutzes, nicht mehr durch das Dorf gejagt. Dafür werden die Grillteller immer üppiger. Die Kardiologen in unserem Lande werden mehr Arbeit haben, als ihnen recht ist.

Gibt es ein Mittel gegen den Shitstorm ? Nun, ich habe ein solches Mittel entdeckt, das ganz einfach ist. Weniger Zeit vor dem PC zu verbringen, die Reizüberflutung durch die eigenen Beine, in Gesellschaft der noch lebenden Bäume, zu verbringen. Das ist meine Antwort auf die Shitstorms dieser Gesellschaft. Versucht es doch auch mal. Ganz ohne Handy, ohne MP 3 Player, ohne Netbook. Ruhe kann einfach nur erholsam sein. Gerade in unseren virtuellen Zeiten mit Shitstorms ohne Zahl.


Was nicht in der Zeitung steht

30. April 2013

Israel. Die Kreuzung Tapuach im Westjordanland. Solche Kreuzungen, die auch als Bushaltestellen dienen, gibt es viele. Mir ist besonders die Kreuzung Elyakim im israelischen Norden bestens vertraut. Von Tel Aviv kommend bin ich dort oft ausgestiegen, um von israelischen Freunden eingesammelt zu werden. Manchmal ist es ziemlich einsam an solchen Kreuzungen. Heute morgen wartete ein 5-facher Vater mit dem Namen Evyatar Borovsky an der Kreuzung Tapuach auf den Bus. Er sollte den Bus nicht mehr besteigen können. Ein palästinensischer Terrorist sticht auf Evyatar ein. Die Stichwunden sind zahlreich. Während Evyatar im Sterben liegt, raubt der palästinensische Mörder seine Pistole. Leider hat Evyatar seine Pistole nicht mehr schützen können. Der Mörder schiesst mit der Pistole auf Grenzpolizisten. Diese setzen ihn ausser Gefecht. Der Palästinenser wird verletzt und in ein israelisches Krankenhaus gebracht. Dort wird er, mit Hilfe israelischer Steuergelder, wieder gesund gepflegt und, mit Hilfe israelischer Steuergelder, vermutlich ins Gefängnis kommen. Ergebnis dieses Aufwandes ist, das die palästinensische Terrorregierung einen Helden mehr hat, der mithilfe von Terror freigepresst werden soll. Natürlich steht so etwas in keiner deutschen Zeitung. Wäre, G”tt behüte, Evyatar Borovsky Palästinenser gewesen, sähe die Sache ganz anders aus. Soviel zum Thema “Unparteilichkeit” der deutschen Presse.


Happy Birthday, Israel

15. April 2013

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23.085

14. April 2013

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Menschen. Zahlen. Leid. Geschichte. Erinnerung. Narrativ. Israel. Herzlberg. Jerusalem. Sirenen. Gedenken. Blut. Hoffen. Angehörige. Sprachlosigkeit. (Erzwungene) Tatenlosigkeit. Was tun ? Was sagen ? Tun und Sagen versagen. 23.085. 65 Jahre. Wie lange noch ? Wann wird der Messias Israel erlösen ?

Diese 24 Stunden.

Wann wird es endlich dunkel ?


Dunkel und Licht = Karfreitag und Ostern

1. April 2013

Es war Dunkelheit und es wurde Licht. Karfreitag und Ostern. Tod und Auferstehung. Alpha und Omega. Ein Ende und ein Anfang. Der Anfang aller Anfänge. Mit Ostern gibt es nur noch Anfänge. Auch wenn diese Anfänge Abschied bedeuten.

Dunkel und Licht. Tod und Auferstehung. Trauer und Freude. Ein Aufruf zur Bescheidenheit in Worten und Taten. Wir dürfen Kinder Gottes sein. Sogar geliebte Kinder Gottes. Geliebt durch Jesus Christus, der für uns auferstanden ist. Wir sind fehlbare Menschen, mit Eigensucht und Profilierungswut. Mit Vorteilstreben bis hin zum Tode. Zum Tode Jesu.

Dunkel. Und Lieder aus Taize. Im Dunkel unserer Nacht, so sagt ein Lied, beten wir darum, dass ein Feuer entzündet wird, das niemals verlischt.

Feuer. Licht. Wärme. Mit einem gewaltigen Stoss der Orgelmusik, mit einem gewaltigen Überfluss an Helligkeit wird ein Symbol gesetzt. Ein Symbol des Lebens. Jesus ist auferstanden. Für uns ist Jesus auferstanden. Mit dem Tod ist eben nicht alles zu Ende. Der Tod ist nur ein Übergang von der hiesigen Welt der Leiden in die Welt Gottes. Überfliessendes Licht ist das Symbol des Überganges.

Licht auch in der Finsternis. Die Kerze. Die Kerze wandert von  Mensch zu Mensch. Eine Kerze nach der anderen entzündet sich. Hoffnungslichter. Lichter der Gemeinschaft. Wir sind nicht alleine, weil Gott bei uns ist. Immer wieder. Auch wenn wir Gott nicht sehen. Er ist mehr als unsere sichtbare Welt. Gott ist Leben, gerade in Gestalt seines Sohnes Jesus Christus, den er für uns Menschen hergegeben hat. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Der Sohn Gottes ist auferstanden und wir werden, als Nachfolger, auferstehen. Es ist nichts vorbei.

Ostern hat, für mich, etwas Tröstliches. Mit fröhlichem Herzen gehe ich durch die Osternacht, in dem Wissen nicht alleine zu sein.

Ostern. Das ist Licht. Licht nach einer Finsternis. Licht, in meinem Leben, das so oft durch die Finsternis verdunkelt wird. Und doch weiss ich, gerade wenn ich dieses Licht nicht sehen kann, das dieses Licht da ist. Ein wärmendes, ein gleissendes, Licht. Das Licht trägt die Gestalt von Gottes Sohn.

Wovor sollte ich mich fürchten ?

Gerade in dieser Nacht, die so anders ist als alle anderen Nächte.


Ziemlich betrübt …

30. März 2013

Gestern war ich, jeweils einer freundlichen Einladung folgend, in zwei Karfreitags-Gottesdiensten. Ich stelle fest, dass viele (vielleicht überwiegend viele?) meiner Freunde und Bekannten religiös sind. Evangelisch, Katholisch, Jüdisch.

Das führt immer zu freudigen Diskussionen, die allerdings nicht immer behaglichen Inhalte sind. Das wäre auch bedauerlich. Diskussionen können ruhig etwas heftiger ausfallen.

Wie sagte der selige Johannes Rau: „Verwechselt die Mässigung in der Sprache nicht mit der Härte in der Sache“. Wer das Glück hatte, Johannes Rau zu kennen und seinen politischen Weg zu verfolgen, wusste darum, das Johannes Rau dieses Wort, dieses Zitat, mit Inhalten füllte und diese Inhalte, freundlich in der Rede und im Auftreten, durchaus nachhaltig vertreten hat. Das von Johanes Rau praktizierte Diskussionswesen führte zwar zu langen Sitzungen, weil alles diskutiert und in der Diskussion zu einer Lösung gefunden werden sollte. Aber die Teilnehmer der Runden gingen nicht betrübt ihres Weges.

In der katholischen Karfreitags-Liturgie habe ich mich, mit zunehmender Dauer, immer weniger wohl gefühlt. Das hat nicht an der zunehmenden Dauer gelegen, auch nicht daran, dass es sich um eine katholische Kirche handelte. Das Problem war die immer wieder, und mit zunehmender Deutlichkeit, vorgebrachte antijudaistische Propaganda. Für mich war die Grenze zum Antijudaismus deutlich überschritten, was ich dem Pfarrer gegenüber auch deutlich gemacht habe. Nein, es ist rein gar nichts passiert. Ich denke, besagter Pfarrer wird auch nicht nachdenken, weil er seit Jahren die gleiche Liturgie abhält. Ich frage mich allerdings schon, wie solche Rede auf das Kirchenvolk wirkt. Werden da bewusst Stereotype bedient? Denkt man in der katholisch en Amtskirche über die eigene Schuld am Holocaust nach oder ist der Karfreitag gar die Rechtfertigung für den Holocaust?

Am Morgen des gleichen Tages gab es eine Karfreitags-Liturgie in einer Evangelischen Kirche. Da war der Ton dem Anlass angemessen. Die Predigt war, nach meinem Empfinden, sehr gelungen. Der Pastor hat Leid in vielen Teilen der Welt beklagt, ohne in die Falle des Antijudaismus zu tappen. Die evangelische Liturgie dieses Tages war verbindlich, aber eben nicht vorwurfsvoll. Es geht also.

„Verwechselt die Mässigung in der Sprache nicht mit der Härte in der Sache“.

Dieser Satz von Johannes Rau, vor langen Jahren gesprochen, hat seine Richtigkeit nicht verloren.


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