Trauerzeit
11 May 2008 at 17:22 | In Jahreskreis | 2 Commentszwischen pessach und schavuot ist trauerzeit im juedischen kalender. man rasiert sich nicht, geht nicht zum friseur, soll keine musik hoeren. nur die freude ueber den schabbat soll weiterleben.
wir trauern weil in der zeit zwischen pessach und schavuot 24.000 schueler des grossen rabbi akiva gestorben sind. es gibt unterschiedliche auslegungen zu der frage warum die schueler gestorben sind. eine auslegung sagt rabbi akiva habe die schueler gegen die roemer kaempfen lassen. ich hoerte in der schul diese auslegung: die schueler von rabbi akiva sind gestorben weil sie das gebot der naechstenliebe zu genau genommen haben. sie liebten ihre mitschueler und ueberhaupt alle menschen so sehr das sie auch verstoesse gegen die gebote toleriert haben anstatt auf das (fehl)verhalten hinzuweisen. der tod dieser schueler sozusagen als rache g”ttes ? wie gesagt: das hoerte ich im schiur. sicherlich ist auch diese auslegung so legitim wie alle anderen.
das alles kollidiert natuerlich mit der letzten woche. genau genommen meine ich den yom ha atzmaut. was habe ich an diesem tag getan ? bin zum israel tag gegangen (habe musik gehoert ect.), bin in die gemeinde gegangen um den yom ha atzmaut noch einmal zu feiern. es gab festg”ttesdienste in der schul. das ist ein widerspruch den ich nicht aufloesen kann. vielleicht so: der staat israel ist der erste spross der erloesung. deswegen ist er so wichtig fuer die juedische existenz und sein geburtstag soll gefeiert werden. trotz trauerzeit.
Die Frage nach dem Sinn
11 May 2008 at 17:15 | In Uncategorized | No Commentsich werde immer wieder gefragt welchen sinn die gebote im judentum haben. leben wir heute nicht in einer freien gesellschaft mit gleichberechtigung und liberalitaet ? was sollen da so “altmodische gebote” wie kaschrut (die juedischen speisegesetze) und die anderen “besonderheiten” des judentums ?
die kurze antwort lautet: es ist halacha (juedisches gesetz) und damit fuer praktizierende juden verpflichtung.
es gibt aber noch eine andere antwort: das judentum hat ueber jahrtausende in der diaspora ueberlebt. nach der zerstoerung des zweiten tempels gab es keinen juedischen staat. hat das judentum durch eine anpassung an die mehrheitsgesellschaft ueberlebt ? durch assimiliation ? durch mischehen ? nein, das juedische volk hat durch die einhaltung der halacha, das einhalten der gebote, das leben des juedischen kalenders, ueberlebt.
versuche sich der mehrheitsgesellschaft anzupassen sind auf brutale art und weise gescheitert. in deutschland ist das maerchen von der deutsch - juedischen symbiose spaetestens mit der schoa gescheitert.
das juedische volk hat durch das “joch der gebote” ueberlebt. dieses “joch” kann sich als ueberaus positiv erweisen.
die gebote sind der rahmen fuer solidaritaet, fuer gemeinschaft. die gebote halten eine masse von menschen zusammen die sehr unterschiedliche lebenspraktiken und lebensweisen haben. der rahmen dieser komplexitaet juedischen lebens sind die gebote.
das judentum wird so lange weiterbestehen wie die gebote gehalten, die halacha gelebt wird.
Windows SP 3
10 May 2008 at 23:24 | In Virtuelles | No Commentses ist geschafft. nach einigen problemen habe ich das windows service pack (sp) 3 installiert. es gab ein kleines problem weil ich meinen startbildschirm veraendert habe. die installation funktionierte erst nachdem ich des startbildschirm wieder auf “windows standard” zurueckgesetzt habe. veraenderungen kann ich mit dem sp 3 nicht feststellen.
(Wieder) ein Jahrestag
10 May 2008 at 23:21 | In Literatur | No Comments10. mai 2008. 75 jahre buecherverbrennung. nach den buechern brannten die menschen. ich freue mich ueber die vielen lesungen zu diesem jahrestag. die buecher moegen verbrannt sein, vergessen sind sie nicht. das verbrennen von menschen kann die erinnerung nicht rueckgaengig machen.
Entwicklungshilfe ?
10 May 2008 at 23:16 | In Gedanken | No Commentswieder eine naturkatastrophe. diesmal in birma. 100.000 tote (wer kann sich diese zahl vorstellen ?) und eine korrupte “regierung” die blind fuer das elend der menschen ist.
hilfstransporte werden aufgehalten. hilfsgueter werden “durchsucht”. in anderen worten: sie werden gepluendert. die beduerftigen erreicht kaum noch etwas an.
dieses problem kennen wir auch aus den palaestinensischen autonomiegebieten: entwicklungshilfe wurde umgeleitet auf das konto von herrn arafat und seiner gefolgschaft. unter anderem wurden damit neun geheimdienste finanziert.
es stellt sich die frage wie verhindert werden kann das mit entwicklungshilfegeldern korrupte, antidemokratische, regime gestuetzt werden.
die allgemeine antwort lautet: die verwendung der entwicklungshilfe muss besser kontrolliert werden. eine gute idee. aber wie funktioniert das in regimen die solche kontrolle mit allen mitteln verhindern wollen ? entfuehrungen von mitgliedern der hilfsorganisationen sind nicht selten.
ein anderes problem mit der entwicklungshilfe ist das eben nicht “hilfe zur selbsthilfe” geleistet wird. die empfaenger von entwicklungshilfe werden von der eigeninitiative entwoehnt. das ist ein nicht untypisches ergebnis staatlicher versorgung ohne gegenleistung. entwicklungsHILFE kann also das gegenteil von hilfe bedeuten.
ist entwicklungshilfe vielleicht auch der versuch das eigene gewissen zu beruhigen ? man ist ja humanitaer und hilft den beduerftigen. ist doch eine schoene sicherheit. solange man nicht naeher hinschaut.
ich bin dafuer den beduerftigen zu helfen, gerade den opfern von naturkatastrophen. die menschen haben die katastrophe die ueber sie kam nicht zu verantworten.
ich befuerchte nur das auch in birma die beduerftigen, die opfer der katastrophe, die letzten in der kette sein werden und nur einen bruchteil der hilfe bekommen.
was tun ? ich habe kein (patent)rezept. was bleibt ist ratlosigkeit.
Schavua Tov
10 May 2008 at 23:01 | In Schavua Tov | No Commentsguten abend zusammen,
ich wuensche euch allen “shavua tov”. eine gute woche mit viel sonne, positiven begegnungen, zufriedenheit
herzliche gruesse,
euer grenzgaenger
Nachbetrachtung zum Yom ha Atzmaut
9 May 2008 at 12:01 | In Bilder, ILI, Veranstaltungen | 4 Commentshallo leute,
kurz vor schabbes noch ein paar worte zum israel tag.
zunaechst einmal: das wetter war grossartig. so viel sonne auf einmal habe ich selten gesehen
da war es kein wunder das beim israel tag maechtig was los war. richtig viele menschen, gute stimmung. es wurden sehr wenige reden gehalten (nur ein vorstandsmitglied der gemeinde und der amerikanische gesandte) und von da an: musik, tanzen, freude, leckere falafel. eine absolut gelungene veranstaltung. vielen dank an die cora und an leo der ili aufgebaut hat
danach ging es dann in die gemeinde. das bild war gleich: viele menschen, gute stimmung, es wurde getanzt und gesungen. auch hier wurde nur eine sehr kurze rede gehalten. vom geschaeftsfuehrer der gemeinde. man traf gestern auch leute die man sonst eher selten sieht in der kehille. also eine gelungene veranstaltung auch hier.
bilder vom israel tag gibt es hier http://www.flickr.com/photos/grenzgaenge/
der yom ha atzmaut in israel ist ohne zwischenfaelle verlaufen. baruch ha schem !
jetzt wird es zeit SCHABBAT SCHALOM zu sagen
der grenzgaenger wird bis zum spaeten sonntag abend nicht mehr am pc sein. bis bald …
SCHABBAT SCHALOM !
Gedanken zum Israel Tag
8 May 2008 at 13:23 | In ILI, Veranstaltungen | No Commentsheute ist ISRAEL TAG, yom ha atzmaut, independence day.
eine gute gelegenheit sich ein paar gedanken zu machen. gedanken zur frage warum dieses kleine, verletzliche und doch so starke land israel menschen so bewegt.
ich will das aus ganz persoenlicher, subjektiver, sicht beantworten.
ich mag israel weil die menschen unglaublich offen und (unter der sabra kruste) unglaublich warmherzig sind.
ich mag israel wegen der offenheit der menschen, der impulsiven und engagierten art zu leben. gleichzeitig gehoert unglaublich viel disziplin dazu. eine mischung die mir sehr entgegen kommt.
ich mag israel weil es auf kleinem raum alles zu bieten hat. das heilige jerusalem, das saekulare tel aviv, wueste und schnee (auf dem hermon), kibbutzim die zum groessten teil saekular sind aber teilweise auch religioes.
ich mag israel wegen der freundInnen dort. menschen liegen mir ímmer mehr am herzen als bauten.
ich mag israel weil die menschen unendlich viel zu erzaehlen haben.
ich mag israel weil es dort “ganz normal” ist ein juedisches leben zu fuehren.
ich mag israel weil ich dort mit kippa herumlaufen kann ohne bloed angemacht zu werden.
ich mag israel weil der weg zur naechsten schul nicht weit ist.
ich mag israel wegen des standvermoegens seiner bewohner. 60 jahre unter bedingungen des terrors zu leben, nicht aufzugeben, das land trotzdem (oder gerade deshalb) zu lieben. das bewundere ich.
ich mag israel weil der hilfsbereitschaft der menschen.
ich mag israel weil ich mich dort immer sicher fuehle. es ist ein subjektives gefuehl, sicherlich. ich hatte aber wirklich sehr selten angst in israel.
ich mag israel auch wegen der solidaritaet fuer dieses kleine land ausserhalb israels. ich durfte sehr engagierte menschen kennenlernen. engagiert fuer israel. in ihrer freizeit.
Heute ist ISRAEL TAG !
8 May 2008 at 12:55 | In Uncategorized | No Commentshallo zusammen,
heute ist der 8. mai !
heute ist ISRAEL TAG !
KOMMT HIN, INFORMIERT EUCH, ZEIGT SOLIDARITAET und FEIERT MIT !
DER ISRAEL TAG FINDET IN 50 STAEDTEN IN GANZ DEUTSCHLAND STATT !
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