Die Auswahl geniessen

ich schreibe ja immer wieder von „meinem“ tollen rabbiner und seiner frau. auch habe ich in „meiner“ schul schon ein stueck zuhause gefunden. trotzdem finde ich es wichtig auch neue synagogen und gemeinden kennenzulernen. es ist nicht nur interessant unterschiede und gemeinsamkeiten festzustellen. es ist auch schon kontakte zu anderen gemeinden zu knuepfen. letztlich aber werde ich immer wieder in „meine“ synagoge zurueckkehren. die menschen, der rabbiner, der ort, ist fuer mich zu einem zuhause geworden.

Prognosen aus Beer Sheva

die prognose fuer 2010 aus beer sheva ist wirklich lesenswert. voellig unaufgeregt und frei vom bundesdeutschen, falsch verstandenen oder vorgetaeuschten, pazifismus lesen sich diese prognosen wirklich gut. auch wenn die prognosen vielleicht nicht unbedingt wuenschenswert undf „schoen“ sind. aber das leben ist nun mal kein wunschkonzert und es scheint nicht immer die sonne. die realitaet zaehlt.

Frieden im Browser Krieg

Brüssel – Die Einigung ist da: Elf Jahre nach Beendigung des sogenannten Browser-Krieges, in dessen Verlauf Microsoft seine damalige Marktmacht unfair einsetzte, um Konkurrenten vom Markt zu fegen, stellt nun auch die EU-Kommission ihr Verfahren gegen Microsoft ein. Möglich wurde das, weil sich Europas Bürger künftig darauf freuen dürfen, mehr Auswahl bei Internetbrowsern als bisher genießen zu können, sagt die EU-Kommission.

nun  ist es also passiert. microsoft beugt sich der eu kommission. kuenftig wird nicht nur der internet explorer in windows software sein sondern auch eine auswahl anderer browser (u.a. firefox). das ist auf der einen seite gut. auf der anderen seite vertraut die eu kommission wohl nicht unbedingt auf die faehigkeit von internet benutzern eigene entscheidungen zu treffen. es war ja auch bisher moeglich alternative internet browser herunterzuladen. ich benutze praktisch nur noch firefox. als zweitbrowser kommt manchmal noch opera zum einsatz. der internet explorer ist keine option mehr fuer mich. ich denke, bei aller freude ueer die einigung in bruessel, das es wichtig ist den internet benutzer im sinne der selbststaendigkeit zu schulen. den besten browser fuer die eigenen beduerfnisse selbststaendig zu finden ist ein erster schritt den viele internet nutzer ja auch schon gegangen sind. der marktanteil von firefox spricht baende.

Traurige Satire

Jerusalem — Nach der Ausstellung eines Haftbefehls gegen die frühere israelische Außenministerin Zipi Livni in London zeichnet sich ein diplomatischer Streit zwischen Großbritannien und Israel ab. Das israelische Außenministerium forderte die britische Regierung auf, sofort gegen den Haftbefehl vorzugehen. Medienberichten zufolge werden Livni mutmaßliche Kriegsverbrechen während Israels Gaza-Offensive vor einem Jahr vorgeworfen.

wenn es nicht so traurig waere koennte man darueber lachen. aber es gibt nichts zu lachen. der britische haftbefehl gegen zipi livni ist nicht nur geschmackslos und populistisch. der haftbefehl zeigt auch wo london’s wirkliche symphatie im nahost konflikt liegt. die britische politik war schon immer judenfeindlich. um den arabern genehm zu sein hat grossbritannien, in der zeit der schoa, millionen tote in kauf genommen. millionen juedische menschen haetten vor den  deutschen schlaechtern gerettet werden koennen. aber grossbritannien hat es vorgezogen die menschen nicht an land zu lassen sondern wieder auf das offene meer oder auch zurueck nach deutschland zu schicken. diese elende politik zieht sich bis auf den heutigen tag weiter. die britische aktion sollte nicht verwundern. allerdings zeigt diese aktion was von der britischen regierung, die vom britischen volk gewaehlt wurde, zu halten ist.

Klartext im Gaza Streifen

Palästina vom Mittelmeer bis zum Fluss Jordan ist ein islamisches Gebiet, das nicht Gegenstand von Konzessionen ist“, rief Hanijah im Stakkato-Ton den Massen zu. „Wir werden Israel niemals anerkennen.“ Und selbst ein weiterer Krieg Israels werde die „Stärke und Entschlossenheit des Widerstandes in Gaza nicht brechen“, fügte er hinzu. „Allahu Akbar“ (Gott ist groß) schallte es immer wieder aus der Menge. Viele schwenkten Fahnen in den grünen Parteifarben.

klare worte aus dem gaza streifen. kein protest. nicht von der gutmenschlichen internationale. nicht von der uno. nicht vom „menschenrechts“rat. ich moechte nicht wissen was los waere wenn solche hetze aus jerusalem kaeme. die welt staende kopf. aber im gaza streifen ist das schon in ordnung. die hetze richtet sich schliesslich gegen israel. man koennte versucht sein ueber den begriff der doppelten standard zu referieren.

Zum Begriff „Nahostkonflikt“

ich finde es immer wieder erstaunlich. wenn in deutschland vom „nahostkonflikt“ geredet wird geht es grundsaetzlich um israelis und palaestinenser. hoert der nahe osten dann auf ? oder gibt es vielleicht noch etwas mehr auf der landkarte ? der konflikt zwischen israel und den palaestinensern ist nur ein kleiner punkt im konfliktreichen nahen osten. es gibt da noch ein paar andere konfliktherde die aber viel kritischer sind: iran zum beispiel. das atomwaffenprogramm. die gefaehrlichkeit, auch ausserhalb des nahen ostens, wird nicht gesehen. vermutlich ist das atomprogramm dann im mittelpunkt der internationlen oeffentlichkeit wenn israel von seinem recht auf selbstverteidigung gebrauch macht und das iranische atomprogramm zerstoert. bevor es zu spaet ist. kein wort auch zu den menschenrechtsverletzungen und der islamisierung in den autonomiegebieten. kein wort zu den menschenrechtsverletzungen in saudi arabien. um nur zwei beispiel zu nennen. der einzige „bad boy“ im nahen osten ist zugleich auch die einzige demokratie im nahen osten. nur ist es eben eine juedische demokratie in einem juedischen staat. deshalb konzentriert sich das augenmerk, gerade in deutschland, auf diesen kleinen ausschnitt des nahostkonfliktes. hauptsche man kann „den israelis“ schuld zuschieben. man hat es schliesslich schon immer gewusst.

Juedisches Lehrhaus (Band 2)

rabbiner yaacov zinvirt hat den zweiten band der reihe „juedisches lehrhaus“ vorgelegt. im zweiten band geht es um die hebraeische sprache. wie schon den ersten band, der sich dem talmud widmete, kann ich auch den zweiten band nur herzlich zur lektuere empfehlen.

Anna und das Privatleben

Eine Leserin hat mich gefragt, warum ich so wenig aus meinem Familienleben schreibe. Sie wundert sich, ob es in meinem Alltag denn keine Hochzeiten, Geburten, Beschneidungen und Beerdigungen gibt und fragt sich, ob ich eigentlich Kinder habe. Zugegeben, im ersten Moment fand ich die Fragen aufdringlich. Im Grunde aber trifft diese Leserin einen Punkt, mit dem ich mich selbst immer wieder herumschlage: was schreibe ich und was schreibe ich nicht.

anna diskutuiert in ihrem blogg die wichtige frage des bloggerischen privatlebens. ein blogger tritt in die virtuelle oeffentlichkeit und macht sich somit selbst ein stueck weit oeffentlich. abes es ist das gute recht des bloggers zu entscheiden wie viel oder wenig er (oder sie) von ihrem privatleben preisgeben wollen. es gibt, durch die entscheidung zum bloggen, keine verpflichtung gegenueber der oeffentlichkeit. schon gar nicht im bereich der privatsphaere. ich stimme anna voellig zu.

uebrigens gibt es auch keine pflicht des blogginhabers kommentare zu veroeffentlichen. ich gebe zu das es auch kommentare gibt die ich nicht veroeffentliche. wer damit nicht klar kommt ist herzlich dazu aufgerufen sich anderen spielwiesen zuzuwenden.

Wieder mal: Krankenhaus Flure

morgen ist es schon wieder so weit. der grenzgaenger hat eine untersuchung im krankenhaus. ehrlich gesagt graut mir schon jetzt davor …

Gijur und Motivation

der uebertritt zum judentum ist nicht einfach. der prozess dauert ziemlich lange und kann auch kompliziert sein. aber gerade das finde ich gut. der uebertritt zum judentum ist eine grundlegende entscheidung im leben. ich finde nicht das es bei dieser entscheidung um zeit gehen sollte. manchmal kann auch der weg ein lohnendes ziel sein.

wenn ich so in internetforen oder newsgroups gelesen habe ist mir aufgefallen das dort nicht nur eine sonderbare sprachregelung geherrscht hat. es ging dort auch um fragen die mich heute immer weniger beschaeftigen.

ich mag weder ueber andere konvertiten noch ueber rabbiner noch ueber zeitfenster diskutieren.

ich habe mich aus all diesen wegen verabschiedet weil ich dort einfach nur demotivation entdeckt habe. auch viele diskussionen (wie oben geschildert) die nicht meine diskussionen sind.

heute gehe ich gelassen und mit freudigem herzen meinen weg. oft hat der weg abzweigungen und ich muss den weg zurueckgehen. aber die freude verschwindet nicht.

ich treffe immer wieder konvertiten die ziemlich verbittert sind. auch menschen die nach ihrem uebertritt nicht wirklich gluecklich geworden sind. das finde ich schade. welches ziel hat der uebertritt denn ? ist nicht ein ziel auch gluecklich zu werden ? gluecklich zu sein ? wenn dann zur verbitterung noch die 100% genauigkeit kommt wird es wirklich schwierig. muss man in der synagoge wirklich zeigen das man vielleicht „mehr weiss“ als der nachbar aus moskau ? judentum hat selbstverstaendlich viel mit wissen zu tun.  judentum hat aber genau so viel mit herzenswaerme zu tun. diese herzenswaerme verbreiten „mein“ rabbiner und natuerlich auch dessen frau. beide geben mir die gewissheit das ich auf einem weg bin der zum ziel fuehrt. alleine darauf kommt es an.

ich wuensche allen menschen, die das beduerfnis haben zum judentum ueberzutreten, das sie ihren weg in aller ruhe, mit allen abzweigungen, auch mit allen zweifeln gehen. es kommt nicht auf die geschwindigkeit des uebertrittes an. das neue leben entwickelt sich sehr langsam. hektik ist fehl am platze. der uebertritt muss im herzen ankommen. der weg zur mikwe sollte ein weg von verstand und herz sein. beides. dann erst wird man gluecklich werden mit seiner entscheidung zum uebertritt und mit der neuen realitaet die zugleich noch bestandteile der alten realitaet enthaelt.