Sachor (Gedenke)

24. April 2014

Was mag Herrn Erdogan bewogen haben von der Unmenschlichkeit der Verbrechen an den Armeniern zu sprechen ? Meint Herr Erdogan wirklich, was er da sagt ? Das wäre eine grosse Überraschung. So recht kann ich den neuen Worten aus Ankara noch nicht glauben. Zu gross wäre der Schritt in eine ganz neue Geschichtsauffassung. Wollte Herr Erdogan einfach einen billigen Preis für die Geschichtsklitterung ? „Verbrechen“ klingt ganz anders als „Völkermord“. Und doch können die Verbrechen der Türkei in Armenien nur als Völkermord bezeichnet werden. Ziel war es die Armenier auszurotten. Das ist, Gott sei Dank, nicht gelungen. Ein gewisser Herr Hitler meinte, den Völkermord an den Armeniern für die These heranziehen zu müssen, dass die Welt über solche Verbrechen schon bald nicht mehr spricht. Im Falle von Genoziden hat Herr Hitler leider recht. Aber er hat eines vergessen: Die Opfer mahnen. Hitler wollte, seinem Vorbild Türkei folgend, die Juden ausrotten. Es ist ihm, Gott sei Dank, nicht gelungen. Wenigstens diesen Preis haben die Verbrechen zweier Massenmörder, die vom eigenen Volk rückhaltlos getragen wurden, gehabt. Sachor. Gedenke. Immer wieder. Nichts ist vergessen. Nichts wird vergessen.


Kalter Krieg Reloaded

24. April 2014

Nun hat es Russland wohl geschafft die Welt an den Rand eines neuen Kalten Krieges zu drängen. Mit dem Eindringen von Kampfflugzeugen in den Luftraum der NATO, mit den Manövern an der Grenze zur Ukraine, mit dem Terror der Separatisten. Selbst Akte der ukrainischen Selbstverteidigung, wie der Sturm auf russische Terroristen in Slowanjsk, werden von Herrn Putin, der sich vermutlich in direkter Nachfolge zu Herrn Stalin sieht, als Begründung für seine Aggressionen missbraucht. Die nächsten Tage dürften spannend werden. Und die nächsten Tage dürften einer Zeitreise gleichen. Kalter Krieg ? Ja, im April 2014.


Akeda

24. April 2014

Die neue CD von Matisyahu mit dem Titel „Akeda“ ist ab heute zu bestellen. Das Album erscheint voraussichtlich am 03. Juni 2014. Ich freue mich schon riesig auf die „neue“ Musik.


Alles Virtuelle wieder gut

23. April 2014

Nachdem ich Stunden mit der Klärung einer Frage zugebracht habe, ist nun wieder Ruhe im Schacht. Die Frage war warum, beim Aufrufen meines Weblogs auf Google der Hinweis „Achtung, Malware“ mit einem entsprechenden Bildchen auftauchte. Nach etlichen Mails (Danke für die Hilfe, Freunde) habe ich herausgefunden das ein Widget das Problem darstellt. Nu, Widget weg, Problem weg. Grenzgänger wieder ohne Warnung.

Und trotzdem ärgert mich, welche Macht Google im Bereich der Suchmaschinen hat und trotzdem will ich auf die Services von Google nicht verzichten. Bei anderen Suchmaschinen tauchte der „Malware Hinweis“ nicht auf. Nun ja, erledigt ist erledigt.

P.S. Ach, wenn die Gesundheit genau so leicht zu reparieren wäre :-(


Nicht schon wieder

20. April 2014

Auf einmal ist sie wieder da. Die Depression in Reinkultur. Alles ist schwarz um mich herum. Ich bin unendlich müde, kann aber nicht schlafen. Ich finde Worte im Gehirn nicht. Wort-Findungs-Störung. Die Unmöglichkeit der Kommunikation. Aber es versteht mich ohnehin niemand. Wie soll ich meinen Zustand erklären ? Zwischen der Welt und dem Grenzgänger ist eine undurchdringliche Schicht aus Nebel, Glas. Glas das ich zerschlagen möchte. Splitter. Ritzen. Wann, Vater im Himmel, hat das ganze ein Ende ? Wie oft muss das noch passieren ?


Der Grenzgänger und die Osternacht

19. April 2014

Heute Abend wird der Grenzgänger zur Osternacht gehen. Ich gebe zu, das es gerade die Atmosphäre dieser Nacht ist, die den Grenzgänger immer wieder anzieht.

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Eine dunkle Kirche. Nur Kerzen leuchten. Leiser Gesang. Taize. Beginnend, jedes Jahr neu, mit dem Lied „Im Dunkel unserer Nacht“. Damit soll zum Ausdruck kommen, das uns ein Licht fehlt. Eben Jesus. Eben die Lichtquelle in unserem Herzen. Ohne Licht im Herzen ist alles Dunkel.

Irgendwann der krasse Unterschied. Die Orgel jubelt. Die Kirche wird hell. Symbolisch steigt Jesus Christus vom Totenreich ins Reich der Lebenden hinauf. Das Licht ist wieder im Herzen. Der Heiland, er lebt.

Zum Schluss, auch dies traditionell, ein Lied aus Taize. „Bei Gott bin ich geborgen“. Das Licht, das Versprechen.


Glaubens-Brüche

19. April 2014

Ich bin nicht zum Karfreitags-Gottesdienst gegangen. Zu offensichtlich ist, gerade an diesem Tag, die nicht vorhandene Wertschätzung gegenüber dem jüdischen Volk. Nicht zuletzt Karfreitag ist, für jüdische Menschen, ein Tag der Erinnerung an versuchte Zwangsmissionierung, an Hetze, die viel zu oft in Pogrome mündete.

Auch heute ist der Karfreitag, im christlich-jüdischen Dialog, kein Tag wie jeder andere. Gerade an diesem Tag wird die Rolle der beiden grossen Kirchen im Holocaust wieder offenbar. Nein, es ist eine Schuld, die nicht vergeht. 6 Millionen Ermordete, Hingemetzelte, Deportierte, Entrechtete, Menschen machen eine Rückkehr zur Zeit vor 1933 unmöglich. Und der Holocaust war „nur“ der Höhepunkt einer Verfolgung über Jahrtausende hinweg. Und mit dem Holocaust, mit diesem Bruch in der Geschichte, endet die Thematik noch lange nicht. Wie gesagt: „Es wird nicht vergehen“.

Mit der Karfreitagsbitte, die auf Drängen von Papst Benedikt, in die Liturgie aufgenommen worden ist, wurde alles noch schwieriger. Nachzulesen ist die Debatte im Büchlein „… damit sie Jesus Christus erkennen“. Der verheissungsvolle Weg des christlich-jüdischen Dialoges, nicht zuletzt angestossen von Papst Johannes Paul II, nahm ein bitteres Ende. Bitter auch weil gerade jener Papst von rechten Kräften in seiner eigenen Kirche, wegen seiner positiven Haltung dem Judentum gegenüber, angefeindet, diffamiert, und mit anti-judaistisch-/anti-semitischem Eifer bekämpft wurde.

Auf dem Weg des Dialoges sind Juden und Christen noch nicht viel weiter gekommen. Papst Benedikt weckt Hoffnungen. Wir werden sehen.

Der Stillstand/Rückschritt des Dialoges ist, nach meinem Erachten, eine Verpflichtung für Christen guten Glaubens (!) den Dialog mit den Geschwistern im Judentum zu Suchen und zu Finden. Gegensätzliche Meinungen sollen dabei nicht totgeschwiegen werden. Das widerspricht jeder Idee eines Dialoges.

Ergebnis eines Dialoges kann (und darf und soll) auch sein, gegensätzliche Meinungen stehenzulassen und zu respektieren. Aber auf den Respekt kommt es an. Diesen Respekt vermisse ich, auf christlicher Seite, im Dialog mit unseren jüdischen Schwestern und Brüdern. Deshalb wird es Zeit einen wirklichen Dialog zu beginnen, der ausser Worten, auch Taten zu bieten hat.


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