“Jamim Noraim”

20 September 2006 at 12:00 | In Gijur, Ivrith, Jahreskreis |

liebe leserInnen,

unser hebraeisch kurs hat den schoenen nebeneffekt das man auch etwas ueber die juedische religion lernt.

zu jedem feiertag werden kurze zusammenfassungen verteilt wie diese hier:

“Jamim Noraim” - Ehrfurcht gebietende Tage

Rosch Haschana und Jom Kippur heissen auch “Jamim Noraim”. In diesen Tagen bereut man die im alten Jahr begangenen Suenden und bittet um Vergebung fuer das neue Jahr. Bereits vor Rosch Haschana beginnt man mit den “Slichot”-Gebeten, den Vergebungsgebeten, im Morgengrauen. Man betet sie auch in den Tagen zwischen Rosch Haschana und Jom Kippur, den 10 Tagen der Umkehr (Asseret Jemei Tschuwah). Diese Gebete entstanden im Mittelalter, als die Juden schweren Verfolgungen ausgesetzt waren. Sie rufen G”tt an, sein Volk nicht zu vergessen und sich ihm trotz der vielen Suenden in Gnaden wieder zuzuwenden.

“Wohltaetigkeit, Gebet und Umkehr wenden das boese Verhaengnis ab”, so lautet ein wichtiger und stetig wiederkehrender Gebetsvers. Dies sind auch zentrale Begriffe im Judentum, die gerade an Rosch Haschana und Jom Kippur als Tage des Gerichts verstaerkt in den Mittelpunkt ruecken. Deshalb wird gerade vor Rosch Haschana verstaerkt Wohltaetigkeit geuebt. Im Talmud steht: ” Rabbi Meir sprach: Gross ist die Umkehr, denn um eines einzigen Willen, der Umkehr getan hat, vergibt man der ganzen Welt” (Talmud, Joma 86b)

Die Chassidim haben dieses wichtige Argument der menschlichen Besinnung aufgegriffen. “Rabbi Bunam sprach zu seinen Chassidim: “Die grosse Schuld der Menschen sind nicht seine Suenden, die er begeht - die Versuchung ist maechtig und seine Kraft gering! Die grosse Schuld des Menschen ist, dass er in jedem Augenblick die Umkehr tun kann und nicht tut” (Martin Buber)

so lernt man als neben hebraeischen buchstaben, vokabeln und dialogen auch etwas ueber die religion. das freut mich natuerlich …

herzliche gruesse, schalom,

euer grenzgaenger

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