Tikkun Olam
13 March 2008 at 18:06 | In Gedanken |tikkun olam. das bedeutet “verbesserung der welt” oder “reparieren der welt”. mir gefaellt die erklaerung “verbesserung der welt” besser. ich finde es etwas ueberzogen mit der “reperatur der welt” zu beginnen. dieses privileg bleibt haschem vorbehalten.
verbessern koennen wir die welt allerdings alle. direkt, in diesem moment, da wo wir sind. umkehr, ganz gleich was wir sind und was wir (nicht) glauben.
“verbessern” kann schon ein laecheln sein, ein gutes wort, eine freundliche geste. das fuehrt auch zu einem inneren tikkun olam. zu mehr zufriedenheit mit sich selbst. es bedeutet nicht seinen standpunkt der mehrheit oder dem gespraechspartner anzupassen. ich stehe sicherlich nicht im verdacht mit meiner meinung hinter dem berg zu halten. es kommt darauf an wie man seine meinung vertritt. ein grosser nachteil der virtuellen welt ist das man seine gespraechspartner nicht kennt, nicht sieht. ich spuere selbst das ich anders, oft haerter formuliere als im direkten dialog.
tikkun olam - ein weg ist fuer mich das fuehren eines moeglichst religioesen lebens. mit allen schwaechen und staerken. es bedeutet fuer mich die 3 gebete zu sprechen, kaschrut zu halten, schabbat zu halten. den menschen in der schul bruder zu sein, ein teil der gemeinschaft, einer unter vielen. nicht mehr.
tikkun olam - das bedeutet einzustehen fuer den glauben dem ich mich aus freien willen angeschlossen habe, fuer das volk und fuer das land. israel.
tikkun olam - das bedeutet mitmensch zu sein. fuer den nachbarn, den freund, den kollegen.
das ist meine ganz persoenliche sicht der dinge. andere menschen haben andere ideen zum tikkun olam. wichtig ist anzufangen. jetzt.
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tikkun olam - das bedeutet mitmensch zu sein. fuer den nachbarn, den freund, den kollegen.
ich würde ergänzen: sogar für den, der dich nicht liebt, bis hin zum Feind
meint
Christoph
Comment by zweitersein — 25 April 2008 #
ach ja: die alte geschichte mit der friedfertigkeit bis zum untergang. gut das man in israel eine andere lehre aus der geschichte gezogen hat: “nie mehr opfer sein”. das wird man in europa auch noch lernen. frueher oder spaeter. vor oder nach dem untergang.
Comment by grenzgaenge — 27 April 2008 #
Mitmensch für sie zu sein, muss ja nicht gleich heissen, auf Notwehr zu verzichten. Auch eine gewisse Aufrüstung ist da drinnen, weil wenn ich den anderen als Mensch akzeptiere, beinhaltet das ja auch, dass ich seine nicht-Perfektheit akzeptiere und ihm somit helfe, nicht in Versuchung zu kommen, mich anzugreifen.
meint
Christoph
Comment by zweitersein — 27 April 2008 #