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	<title>Comments on: Antwort auf Mordy</title>
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	<description>Israel, Gijur, Alltaegliches, Aktionen</description>
	<pubDate>Sat, 06 Sep 2008 18:13:04 +0000</pubDate>
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		<title>By: Yael</title>
		<link>http://grenzgaenge.wordpress.com/2008/04/03/antwort-auf-mordy/#comment-5198</link>
		<dc:creator>Yael</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 May 2008 21:13:03 +0000</pubDate>
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		<description>"Ich finde es dan krampfartig unsinnig so selektiv vor zu gehen, und zu sagen: “ich habe hier aber nie wirklich wurzeln geschlagen und verbinde ausser der sprache auch nichts mit diesem land.” Das klingt für mich wenig überzeugend."


PS: Dazu muss Grenzgänger selber was sagen, diese Meinung teile ich persönlich für mich selber nicht, aber es ist seine persönliche Meinung. Daher werde ich mich natürlich nicht äußern (aus verständlichen Gründen).</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Ich finde es dan krampfartig unsinnig so selektiv vor zu gehen, und zu sagen: “ich habe hier aber nie wirklich wurzeln geschlagen und verbinde ausser der sprache auch nichts mit diesem land.” Das klingt für mich wenig überzeugend.&#8221;</p>
<p>PS: Dazu muss Grenzgänger selber was sagen, diese Meinung teile ich persönlich für mich selber nicht, aber es ist seine persönliche Meinung. Daher werde ich mich natürlich nicht äußern (aus verständlichen Gründen).</p>
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		<title>By: Yael</title>
		<link>http://grenzgaenge.wordpress.com/2008/04/03/antwort-auf-mordy/#comment-5197</link>
		<dc:creator>Yael</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 May 2008 21:08:23 +0000</pubDate>
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		<description>"das zum Judentum konvertierte Deutsche sich ihrer deutschen Abstammung schämen, verleugnen oder verdrehen, sich schwer damit tun (was verständlich ist). Ich finde das unehrlich, denn damit zeigt man gewissermassen nicht sein ganzes Gesicht."

Ich habe ja geschrieben, dass ich das noch nie erlebt habe, ich kenne keine Gerim, sich ihr deutschsein verlegnen oder sich dafür schämen. Schämen wäre sowieso nicht angebracht, denn man ist dort geboren wo man geboren ist und wenn man das nicht beeinflussen kann, ist Scham einfach daneben. Deutsch zu sein ist nichts für was man sich schämen müsste.
Aber es ist eben so, dass man, sobald man Jude geworden ist, in erster Linie Jude ist, das deutschsein, was immer das heißen mag, fällt immer dahinter zurück. Man konvertiert nicht zu einer Religion, sondern zu einem Vilk dessen Religion das Judetum ist und über diese Religion konvertiert man zu einem Volk. Da gibt es keine vergleichbare Situation in anderen Religionen zu denen man konvertieren kann. 

"und diesen Teil ihrer Identität (den Deutschen Teil) bewusst ignorieren, verdrehen oder herunterspielen.

Ich würde mir wünschen dass hier zu diesem Punkt mal was gesagt wird, da ich dies nun ein bisschen vermisse in den (ansonsten lesenswerten und interessanten) Beiträgen von Yael und Grenzgänger."

Es ist aber recht schwierig, was dazu zu sagen, wenn man diese Erahrungen persönlich nicht gemacht hat. Wenn es solche Menschen gibt, waren die Probleme ja vorher schon da und nicht erst im Rahmen eines Giurs. Aber wie ich schrieb, werden diese Menschen im Judentum nicht glücklich werden, denn die eigene Vergangenheit trägt man immer mit sich herum. 

", kann man ja nich behaupten dass es nicht möglich war sich zu widersetzen. Es war möglich, nur leider haben es viele unterlassen."

Natürlich war es möglich, aber ich kann keine Menschen, die aus Angst nichts dagegen getan haben, verurteilen, wenn ich nicht selber in einer ähnlichen Situation gewesen bin. Es war eine Dikatur, die wir uns heute kaum vorstellen können, schon gar nicht aus unserer demokratischen Sichtweise. 
Diese Einschätzung ist ein Vorteil der nächsten Generation, weil man immer im nachhinein weiß was genau passiert ist, aber dieses von oben herab, ihr hättet mehr tun sollen, erlaube ich mir persönlich nicht, weil ich nicht der Haut dieser Menschen geteckt habe. Damit meine ich natürlich nicht die, die aktiv am Nationalsozialismus beteiligt gewesen sind. 

Tätervolk impliziert immer eine Kollektivschuld, die es weder gab und die das Judentum nicht kennt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;das zum Judentum konvertierte Deutsche sich ihrer deutschen Abstammung schämen, verleugnen oder verdrehen, sich schwer damit tun (was verständlich ist). Ich finde das unehrlich, denn damit zeigt man gewissermassen nicht sein ganzes Gesicht.&#8221;</p>
<p>Ich habe ja geschrieben, dass ich das noch nie erlebt habe, ich kenne keine Gerim, sich ihr deutschsein verlegnen oder sich dafür schämen. Schämen wäre sowieso nicht angebracht, denn man ist dort geboren wo man geboren ist und wenn man das nicht beeinflussen kann, ist Scham einfach daneben. Deutsch zu sein ist nichts für was man sich schämen müsste.<br />
Aber es ist eben so, dass man, sobald man Jude geworden ist, in erster Linie Jude ist, das deutschsein, was immer das heißen mag, fällt immer dahinter zurück. Man konvertiert nicht zu einer Religion, sondern zu einem Vilk dessen Religion das Judetum ist und über diese Religion konvertiert man zu einem Volk. Da gibt es keine vergleichbare Situation in anderen Religionen zu denen man konvertieren kann. </p>
<p>&#8220;und diesen Teil ihrer Identität (den Deutschen Teil) bewusst ignorieren, verdrehen oder herunterspielen.</p>
<p>Ich würde mir wünschen dass hier zu diesem Punkt mal was gesagt wird, da ich dies nun ein bisschen vermisse in den (ansonsten lesenswerten und interessanten) Beiträgen von Yael und Grenzgänger.&#8221;</p>
<p>Es ist aber recht schwierig, was dazu zu sagen, wenn man diese Erahrungen persönlich nicht gemacht hat. Wenn es solche Menschen gibt, waren die Probleme ja vorher schon da und nicht erst im Rahmen eines Giurs. Aber wie ich schrieb, werden diese Menschen im Judentum nicht glücklich werden, denn die eigene Vergangenheit trägt man immer mit sich herum. </p>
<p>&#8220;, kann man ja nich behaupten dass es nicht möglich war sich zu widersetzen. Es war möglich, nur leider haben es viele unterlassen.&#8221;</p>
<p>Natürlich war es möglich, aber ich kann keine Menschen, die aus Angst nichts dagegen getan haben, verurteilen, wenn ich nicht selber in einer ähnlichen Situation gewesen bin. Es war eine Dikatur, die wir uns heute kaum vorstellen können, schon gar nicht aus unserer demokratischen Sichtweise.<br />
Diese Einschätzung ist ein Vorteil der nächsten Generation, weil man immer im nachhinein weiß was genau passiert ist, aber dieses von oben herab, ihr hättet mehr tun sollen, erlaube ich mir persönlich nicht, weil ich nicht der Haut dieser Menschen geteckt habe. Damit meine ich natürlich nicht die, die aktiv am Nationalsozialismus beteiligt gewesen sind. </p>
<p>Tätervolk impliziert immer eine Kollektivschuld, die es weder gab und die das Judentum nicht kennt.</p>
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	<item>
		<title>By: Mordy</title>
		<link>http://grenzgaenge.wordpress.com/2008/04/03/antwort-auf-mordy/#comment-5195</link>
		<dc:creator>Mordy</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 May 2008 23:32:24 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://grenzgaenge.wordpress.com/?p=1285#comment-5195</guid>
		<description>Vielen Dank für ihren Kommentar,Yael,

ich stimme mit dem was Sie sagen gänzlich überein. Die Zukunft sollte auch wichtiger sein als die Vergangenheit. Natürlich sollte man das Judentum nicht nur auf die Shoa  und das Opfer sein reduzieren, und natürlich soll man einen jüdischen Konvertiten nicht wegen seines unterschiedlichen Hintergrund diskriminieren; man soll ihn oder sie natürlich gleich behandeln.

Fakt aber bleibt für mich, und das war der Kern meiner Frage bzw. Kommentar: das zum Judentum konvertierte Deutsche sich ihrer deutschen Abstammung schämen, verleugnen oder verdrehen, sich schwer damit tun (was verständlich ist). Ich finde das unehrlich, denn damit zeigt man gewissermassen nicht sein ganzes Gesicht. Man braucht nicht stolz auf seinen Hintergrund zu sein, man braucht ihn aber auch nicht zu ignorieren (wie ich es in meinem letzten Beitrag mit Beispielen illustriert habe) oder zu verleugnen. Man ist nicht immer "nur" Jude, eine Identität wird geformt und formt man selber, und nährt sich aus einer Vielzahl von Aspekten, und für Deutsche die zum Judentum konvertieren ist dass eben auch ein Stück Deutsche Identität, und das brauch nicht nur die Shoa zu sein, das kann auch Goethe und Weimarer Klassik sein. Ich finde es dan krampfartig unsinnig so selektiv vor zu gehen, und zu sagen: "ich habe hier aber nie wirklich wurzeln geschlagen und verbinde ausser der sprache auch nichts mit diesem land." Das klingt für mich wenig überzeugend. 

Ich habe übrigens auch ein mal das genaue Gegenteil erlebt: ein junger Mann der als Kleinkind aus der Sovietunion nach Israel emmigrierte und nach dem Studium in einem Europäischen Land seinen Europäischen Freund heiratete, dessen Nachmahmen anlegte und seinen typisch israelischen Vornamen auch gleich änderte, und sich gänzlich seiner jüdischen bzw. russisch-israelischen Wurzeln entledigte. Dass finde ich ganz ok; jeder soll machen was er will, und die Identität wählen bei der er oder sie sich wohl fühlt. Jedoch der Underschied lag darin, dass  wenn man den jungen Mann fragte , er sich nicht für diesen vernachlässigten Teil seiner Identität schämte oder versuchte ihn herunterzuspielen oder zu verdrehen. Er war ganz offen darüber, und diskutierte was er  an diesem Teil seiner Identität mochte und nicht mochte.

Und dass ist genau der Unterschied den ich hervorheben möchte; mein Erfahrungen lehren mich dass zum Judentum konvertierte Deutsche  oft in diesem Punkt nicht "offen" sind, sondern selektiv, und diesen Teil ihrer Identität (den Deutschen Teil) bewusst ignorieren, verdrehen oder herunterspielen.

Ich würde mir wünschen dass hier zu diesem Punkt mal was gesagt wird, da ich dies nun ein bisschen vermisse in den (ansonsten lesenswerten und interessanten) Beiträgen von Yael und Grenzgänger.




PS: Zum Begriff "Tätervolk": Ich bin da andere Auffassung. Der Begriff ist sicher nicht perfekt, aber deckt doch wohl genügend was zu sagen gilt; dass ein grosser Teil der Deutschen Bevölkerung entweder mitgemacht hat oder still zu gesehen hat (genauso wie viele andere Europäer übrigens); jeder hätte sehen können was für Verbrechen es gab, und da es ja einige wenige Widerstandskämpfer gab, kann man ja nich behaupten dass es nicht möglich war sich zu widersetzen. Es war möglich, nur leider haben es viele unterlassen. Da gibt es nicht zu beschönigen und gibt es noch viel auf zu arbeiten. Ich weiss dass ich da ein sehr hartes Urteil habe und damit ich anecke. Ich danke für ihre Meinung dazu, und es sicher gut sich mit diesem Begriff kritisch auseinander zu setzen; ich bin da aber anderer Meinung.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Vielen Dank für ihren Kommentar,Yael,</p>
<p>ich stimme mit dem was Sie sagen gänzlich überein. Die Zukunft sollte auch wichtiger sein als die Vergangenheit. Natürlich sollte man das Judentum nicht nur auf die Shoa  und das Opfer sein reduzieren, und natürlich soll man einen jüdischen Konvertiten nicht wegen seines unterschiedlichen Hintergrund diskriminieren; man soll ihn oder sie natürlich gleich behandeln.</p>
<p>Fakt aber bleibt für mich, und das war der Kern meiner Frage bzw. Kommentar: das zum Judentum konvertierte Deutsche sich ihrer deutschen Abstammung schämen, verleugnen oder verdrehen, sich schwer damit tun (was verständlich ist). Ich finde das unehrlich, denn damit zeigt man gewissermassen nicht sein ganzes Gesicht. Man braucht nicht stolz auf seinen Hintergrund zu sein, man braucht ihn aber auch nicht zu ignorieren (wie ich es in meinem letzten Beitrag mit Beispielen illustriert habe) oder zu verleugnen. Man ist nicht immer &#8220;nur&#8221; Jude, eine Identität wird geformt und formt man selber, und nährt sich aus einer Vielzahl von Aspekten, und für Deutsche die zum Judentum konvertieren ist dass eben auch ein Stück Deutsche Identität, und das brauch nicht nur die Shoa zu sein, das kann auch Goethe und Weimarer Klassik sein. Ich finde es dan krampfartig unsinnig so selektiv vor zu gehen, und zu sagen: &#8220;ich habe hier aber nie wirklich wurzeln geschlagen und verbinde ausser der sprache auch nichts mit diesem land.&#8221; Das klingt für mich wenig überzeugend. </p>
<p>Ich habe übrigens auch ein mal das genaue Gegenteil erlebt: ein junger Mann der als Kleinkind aus der Sovietunion nach Israel emmigrierte und nach dem Studium in einem Europäischen Land seinen Europäischen Freund heiratete, dessen Nachmahmen anlegte und seinen typisch israelischen Vornamen auch gleich änderte, und sich gänzlich seiner jüdischen bzw. russisch-israelischen Wurzeln entledigte. Dass finde ich ganz ok; jeder soll machen was er will, und die Identität wählen bei der er oder sie sich wohl fühlt. Jedoch der Underschied lag darin, dass  wenn man den jungen Mann fragte , er sich nicht für diesen vernachlässigten Teil seiner Identität schämte oder versuchte ihn herunterzuspielen oder zu verdrehen. Er war ganz offen darüber, und diskutierte was er  an diesem Teil seiner Identität mochte und nicht mochte.</p>
<p>Und dass ist genau der Unterschied den ich hervorheben möchte; mein Erfahrungen lehren mich dass zum Judentum konvertierte Deutsche  oft in diesem Punkt nicht &#8220;offen&#8221; sind, sondern selektiv, und diesen Teil ihrer Identität (den Deutschen Teil) bewusst ignorieren, verdrehen oder herunterspielen.</p>
<p>Ich würde mir wünschen dass hier zu diesem Punkt mal was gesagt wird, da ich dies nun ein bisschen vermisse in den (ansonsten lesenswerten und interessanten) Beiträgen von Yael und Grenzgänger.</p>
<p>PS: Zum Begriff &#8220;Tätervolk&#8221;: Ich bin da andere Auffassung. Der Begriff ist sicher nicht perfekt, aber deckt doch wohl genügend was zu sagen gilt; dass ein grosser Teil der Deutschen Bevölkerung entweder mitgemacht hat oder still zu gesehen hat (genauso wie viele andere Europäer übrigens); jeder hätte sehen können was für Verbrechen es gab, und da es ja einige wenige Widerstandskämpfer gab, kann man ja nich behaupten dass es nicht möglich war sich zu widersetzen. Es war möglich, nur leider haben es viele unterlassen. Da gibt es nicht zu beschönigen und gibt es noch viel auf zu arbeiten. Ich weiss dass ich da ein sehr hartes Urteil habe und damit ich anecke. Ich danke für ihre Meinung dazu, und es sicher gut sich mit diesem Begriff kritisch auseinander zu setzen; ich bin da aber anderer Meinung.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>By: Yael</title>
		<link>http://grenzgaenge.wordpress.com/2008/04/03/antwort-auf-mordy/#comment-5193</link>
		<dc:creator>Yael</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 May 2008 15:35:54 +0000</pubDate>
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		<description>In dem Sinne finde ich die Bermerkung deines Rabbiners auch befremdlich: “eine ganze menge an trauer, wut und schlechten zeiten auf mich laden werde”.

Doch, das ist sogar sehr gut zu verstehen. Wenn man Jude ist oder wird, macht das den Antisemitismus, dem man begegnet nicht anders, man wird genauso antisemitisch beleidigt, angemacht usw. Denn seit wann machen Judenhasser bei Juden, ob geborene oder nicht einen Unterschied? 
Wenn man einen Giur macht, muss man sich darauf einstellen, da gibt es nichts zu beschönigen, in dem Sinne wird jeder Rabbiner potentielle Gerim darauf aufmerksam machen und es auch müssen.

"Aber dies sind ja alles Gefühle der Opfer, Gefühle einer Kultur deren Leid du (also vermutlich stammend aus dem Tätervolk) dir gewissermassen aneignest."

Siehe oben, das ist Ihre Interpretation, denn es geht nicht um die Vergangenheit, sondern um die Zukunft des jüdischen Volkes. 

"ist das die meisten deutschen Konvertiten diesbezüglich nicht ganz ehrlich mit sich selbst sind, ja dass ihr Wunsch jüdisch zu werden grösstenteils aus einer verkrampften Flucht vor der eigenen Identität resultiert."

Keine Ahnung, was Sie für Erfahrungen gemacht haben, aber das stimmt so eben nicht. Ich kenne keinen Gerim, der sozusagen aus Flucht jüdisch geworden wäre. Wenn es jemanden gibt, der aus diesen Gründen jüdisch geworden ist, wird er mit dem Judentum nicht glücklich werden. Ich verstehe auch nicht, warum man das Judentum darauf reduziert, denn Jude sein bedeutet eben nicht permanent Opfer sein, sondern viel viel mehr, eben vor allem positives. Das ist das Judentum und das was es ausmacht. Das negative kommt immer von außen und nicht aus dem Judentum heraus. 
Daher plädiere ich immer dafür, sich mit ledenden Juden und dem lebendigen Judentum zu beschäftigen, und nicht nur mit der Vergangenheit, was ich Deutschland leider viel zu oft passiert. 

Übrigens Konvertit ist man nur so lange, wie der Giur läuft, danach ist man Jude mit allen Rechten und Pflichten. Und so sollte man diese Menschen auch benennen. Im Judentum ist es sogar verboten, den Ger an seine nichtjüdische Vergangenheit zu erinnern, was aber eben nicht damit zu tun hat, seine Vergangenheit zu leugnen, denn das funktioniert so oder so nicht. Aber man ist Jude und bleibt es und dieses ist die Identität, die Gerim erlangen. 

PS: Ein Tätervolk gibt es genausowenig wie ein Opfervolk. Denken Sie bitte einmal über Ihre stigamtisierenden eigenen Gedanken nach. Kein Jude sagt heute Tätervolk zu Deutschen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>In dem Sinne finde ich die Bermerkung deines Rabbiners auch befremdlich: “eine ganze menge an trauer, wut und schlechten zeiten auf mich laden werde”.</p>
<p>Doch, das ist sogar sehr gut zu verstehen. Wenn man Jude ist oder wird, macht das den Antisemitismus, dem man begegnet nicht anders, man wird genauso antisemitisch beleidigt, angemacht usw. Denn seit wann machen Judenhasser bei Juden, ob geborene oder nicht einen Unterschied?<br />
Wenn man einen Giur macht, muss man sich darauf einstellen, da gibt es nichts zu beschönigen, in dem Sinne wird jeder Rabbiner potentielle Gerim darauf aufmerksam machen und es auch müssen.</p>
<p>&#8220;Aber dies sind ja alles Gefühle der Opfer, Gefühle einer Kultur deren Leid du (also vermutlich stammend aus dem Tätervolk) dir gewissermassen aneignest.&#8221;</p>
<p>Siehe oben, das ist Ihre Interpretation, denn es geht nicht um die Vergangenheit, sondern um die Zukunft des jüdischen Volkes. </p>
<p>&#8220;ist das die meisten deutschen Konvertiten diesbezüglich nicht ganz ehrlich mit sich selbst sind, ja dass ihr Wunsch jüdisch zu werden grösstenteils aus einer verkrampften Flucht vor der eigenen Identität resultiert.&#8221;</p>
<p>Keine Ahnung, was Sie für Erfahrungen gemacht haben, aber das stimmt so eben nicht. Ich kenne keinen Gerim, der sozusagen aus Flucht jüdisch geworden wäre. Wenn es jemanden gibt, der aus diesen Gründen jüdisch geworden ist, wird er mit dem Judentum nicht glücklich werden. Ich verstehe auch nicht, warum man das Judentum darauf reduziert, denn Jude sein bedeutet eben nicht permanent Opfer sein, sondern viel viel mehr, eben vor allem positives. Das ist das Judentum und das was es ausmacht. Das negative kommt immer von außen und nicht aus dem Judentum heraus.<br />
Daher plädiere ich immer dafür, sich mit ledenden Juden und dem lebendigen Judentum zu beschäftigen, und nicht nur mit der Vergangenheit, was ich Deutschland leider viel zu oft passiert. </p>
<p>Übrigens Konvertit ist man nur so lange, wie der Giur läuft, danach ist man Jude mit allen Rechten und Pflichten. Und so sollte man diese Menschen auch benennen. Im Judentum ist es sogar verboten, den Ger an seine nichtjüdische Vergangenheit zu erinnern, was aber eben nicht damit zu tun hat, seine Vergangenheit zu leugnen, denn das funktioniert so oder so nicht. Aber man ist Jude und bleibt es und dieses ist die Identität, die Gerim erlangen. </p>
<p>PS: Ein Tätervolk gibt es genausowenig wie ein Opfervolk. Denken Sie bitte einmal über Ihre stigamtisierenden eigenen Gedanken nach. Kein Jude sagt heute Tätervolk zu Deutschen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: Mordy</title>
		<link>http://grenzgaenge.wordpress.com/2008/04/03/antwort-auf-mordy/#comment-5184</link>
		<dc:creator>Mordy</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 May 2008 12:40:14 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://grenzgaenge.wordpress.com/?p=1285#comment-5184</guid>
		<description>Tag Grenzgänger, 

Herzlichen Dank für die Mühe die gemacht hast einen Beitrag zu meiner Frage bzw. meinem Kommentar.
Ich habe ihn sorgfältig gelesen, aber ich finde deinen Beitrag nicht sehr überzeugend.
Abgesehen vom ersten Abschnitt, weichst du dem Problem geschickt aus durch eine Beschreibung des heutigen jüdischen Lebens in Deutschland. Das ist nicht gerade viel neues für jene die sich auch nur oberflächig mit dem deutschen Judentum befassen. 

Während meiner Aufenthalte in Israel habe ich mehrere Male das Vergnügen gehabt deutsche Konvertiten zu begegnenen. Immer wieder stelle ich dabei fest, dass sie geschickt ihre Deutschsein, ihre Deutsche Identität verdrängen. "Mit Deutschland habe ich mich  nie identifiziert", "Mit deutscher Geschichte verbindet mich wenig; heute wächst man eher auf als Europäer; da spielt deutsche Identität keine Rolle mehr", und so weiter. Alles schöne Wortspiele um sich von der deutschen Identität abzugrenzen, sich der deutschen Erblast zu entziehen. Du lässt dich auch auf diesen Verdrängungmechanismus ein, und lässt dich gar zu folgendem, gänzlich absurden  Statement hinreissen: "ich habe hier aber nie wirklich wurzeln geschlagen und verbinde ausser der sprache auch nichts mit diesem land."  Das klingt nach völligem Unsinn; Hör mal, ich vermute mal deine Eltern sind Deutsch , deinen Ahnen, deine Familie und ihre Geschichte sind durch und durch deutsch. Das ist nicht ein Kleidungstück dass du einfach so ablegen kannst, um dir dann dir dann der Kittel der Opfer an zu siehen. In dem Sinne finde ich die Bermerkung deines Rabbiners auch befremdlich:  "eine ganze menge an trauer, wut und schlechten zeiten auf mich laden werde".  Aber dies sind ja alles Gefühle der Opfer, Gefühle einer Kultur deren Leid du (also vermutlich stammend aus dem Tätervolk) dir gewissermassen aneignest. Das finde ich persönlich befremdend, denn deine deutsche Identität ist ja in erster Linie auch geprägt durch das Bewusstsein zum Tätervolk zu gehören. 
Ich weiss nichts von deiner Familiengeschichte , und kann/will darüber kein Urteil machen. Die deutsche Konvertiten denen ich begegnet bin, blenden die Rolle ihre Grosseltern oft völlig aus, oder, noch schlimmer, sie verdrehen die Täterschaft ihrere Grosseltern; da werden teilweise SS-Männer zu Judenhelfer wegrelativiert. Da sind viele unehrlich gegenüber sich selber, und ich würde mir wünschen dass Deutsche (ob Ger oder nicht) die Rolle ihrer Ahnen/Familien ehrlich unter Augen sehen würden, denn da gibt es meistens nichts zu beschönigen. Auch die Antworten "Sie waren unpolitisch" oder "Sie haben nichts gewusst", finde ich oft suspekt; denn Fakt ist dass es (leider, nur sehr wenige) Deutsche Widerstandskämpfer gab, und ihre heroischen Taten sollten die Nachwelt daran erinneren dass es scheinbar Deutsche gab die nicht "unpolitisch" dem Terror in ihrem Land regungslos zusahen. Es gab Deutsche die moralische Verantwortung ablegten, während die meisten sich durch aktive Täterschaft oder passive Unterstützung am Dritten Reich schuldig machten. Ich finde dass dies die grosse Herausforderung für Nachfahren von Tätern ist:  Eingestehen dass die (Gross)-Eltern falsch gehandelt haben, ohne irgendwas zu beschönigen. Das ist sicherlich konfrontierend und schwierig, aber ich glaube es ist ehrlicher als sich in irgendwelche Ausreden zu flüchten. Das man die Rolle der (Gross)eltern objektiv betrachtet, bedeutet ja auch nicht dass man seine (Gross)eltern nicht mehr lieben kann. Meine Erfahrung (nach meinen Begegnungen zu urteilen) ist das die meisten deutschen Konvertiten diesbezüglich nicht ganz ehrlich mit sich selbst sind, ja dass ihr Wunsch jüdisch zu werden grösstenteils aus einer verkrampften Flucht vor der eigenen Identität resultiert. Dies streiten die meisten sicherlich ab; komisch ist dabei nur dass disproportional viel Deutsche an Konvertitenprogrammen teilnehmen, und also scheinbar nicht im Reinen sind mit ihrer Familiengeschichte. 

Ich will dir sicherlich nicht niedere, unehrliche Motive für deine Giur anhängen. Deutsche Konvertiten mit einem aufrechtem Verlangen nach HaShem mag es sicherlich auch geben.  Ich skizziere hier nur kurz meinen eigene Erfahrungen mit deutschen Konvertiten und den Lebenslügen in denen die sich verstricken.
Ich hoffe aber dass du dich auch mit deiner Deutsche Identität (und eventuell der Schuld deiner Ahnen) auseinandersetzt, und sie nicht einfach leugnest oder abstreitest; die deutsche Geschichte ist auch ein Teil von dir (auch wen du dir vielleicht wünschtest dass dies nicht so wäre).
Ich wünsche dir bei deiner Suche viel Glück, Kraft und Mut. Ich wünsche dir die Kraft auch schwierigen Wahrheiten unter Augen zu sehen und sie als Bausteine für etwas Positives, einen Beitrag an die Menschheit zu gebrauchen.  Ich wünsche dir viel Spass und Freude beim  Lernen und beim Entdecken. Ich wünsch dir viel Erfolg bei deinen zukünftigen Entscheidungen. Ich hoffe dass G*tt dir dabei hilfen kann, denn wer -Jude oder nicht- G*tt an seiner Seite hatte, hat alles was er benötigt. Viel Glück!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Tag Grenzgänger, </p>
<p>Herzlichen Dank für die Mühe die gemacht hast einen Beitrag zu meiner Frage bzw. meinem Kommentar.<br />
Ich habe ihn sorgfältig gelesen, aber ich finde deinen Beitrag nicht sehr überzeugend.<br />
Abgesehen vom ersten Abschnitt, weichst du dem Problem geschickt aus durch eine Beschreibung des heutigen jüdischen Lebens in Deutschland. Das ist nicht gerade viel neues für jene die sich auch nur oberflächig mit dem deutschen Judentum befassen. </p>
<p>Während meiner Aufenthalte in Israel habe ich mehrere Male das Vergnügen gehabt deutsche Konvertiten zu begegnenen. Immer wieder stelle ich dabei fest, dass sie geschickt ihre Deutschsein, ihre Deutsche Identität verdrängen. &#8220;Mit Deutschland habe ich mich  nie identifiziert&#8221;, &#8220;Mit deutscher Geschichte verbindet mich wenig; heute wächst man eher auf als Europäer; da spielt deutsche Identität keine Rolle mehr&#8221;, und so weiter. Alles schöne Wortspiele um sich von der deutschen Identität abzugrenzen, sich der deutschen Erblast zu entziehen. Du lässt dich auch auf diesen Verdrängungmechanismus ein, und lässt dich gar zu folgendem, gänzlich absurden  Statement hinreissen: &#8220;ich habe hier aber nie wirklich wurzeln geschlagen und verbinde ausser der sprache auch nichts mit diesem land.&#8221;  Das klingt nach völligem Unsinn; Hör mal, ich vermute mal deine Eltern sind Deutsch , deinen Ahnen, deine Familie und ihre Geschichte sind durch und durch deutsch. Das ist nicht ein Kleidungstück dass du einfach so ablegen kannst, um dir dann dir dann der Kittel der Opfer an zu siehen. In dem Sinne finde ich die Bermerkung deines Rabbiners auch befremdlich:  &#8220;eine ganze menge an trauer, wut und schlechten zeiten auf mich laden werde&#8221;.  Aber dies sind ja alles Gefühle der Opfer, Gefühle einer Kultur deren Leid du (also vermutlich stammend aus dem Tätervolk) dir gewissermassen aneignest. Das finde ich persönlich befremdend, denn deine deutsche Identität ist ja in erster Linie auch geprägt durch das Bewusstsein zum Tätervolk zu gehören.<br />
Ich weiss nichts von deiner Familiengeschichte , und kann/will darüber kein Urteil machen. Die deutsche Konvertiten denen ich begegnet bin, blenden die Rolle ihre Grosseltern oft völlig aus, oder, noch schlimmer, sie verdrehen die Täterschaft ihrere Grosseltern; da werden teilweise SS-Männer zu Judenhelfer wegrelativiert. Da sind viele unehrlich gegenüber sich selber, und ich würde mir wünschen dass Deutsche (ob Ger oder nicht) die Rolle ihrer Ahnen/Familien ehrlich unter Augen sehen würden, denn da gibt es meistens nichts zu beschönigen. Auch die Antworten &#8220;Sie waren unpolitisch&#8221; oder &#8220;Sie haben nichts gewusst&#8221;, finde ich oft suspekt; denn Fakt ist dass es (leider, nur sehr wenige) Deutsche Widerstandskämpfer gab, und ihre heroischen Taten sollten die Nachwelt daran erinneren dass es scheinbar Deutsche gab die nicht &#8220;unpolitisch&#8221; dem Terror in ihrem Land regungslos zusahen. Es gab Deutsche die moralische Verantwortung ablegten, während die meisten sich durch aktive Täterschaft oder passive Unterstützung am Dritten Reich schuldig machten. Ich finde dass dies die grosse Herausforderung für Nachfahren von Tätern ist:  Eingestehen dass die (Gross)-Eltern falsch gehandelt haben, ohne irgendwas zu beschönigen. Das ist sicherlich konfrontierend und schwierig, aber ich glaube es ist ehrlicher als sich in irgendwelche Ausreden zu flüchten. Das man die Rolle der (Gross)eltern objektiv betrachtet, bedeutet ja auch nicht dass man seine (Gross)eltern nicht mehr lieben kann. Meine Erfahrung (nach meinen Begegnungen zu urteilen) ist das die meisten deutschen Konvertiten diesbezüglich nicht ganz ehrlich mit sich selbst sind, ja dass ihr Wunsch jüdisch zu werden grösstenteils aus einer verkrampften Flucht vor der eigenen Identität resultiert. Dies streiten die meisten sicherlich ab; komisch ist dabei nur dass disproportional viel Deutsche an Konvertitenprogrammen teilnehmen, und also scheinbar nicht im Reinen sind mit ihrer Familiengeschichte. </p>
<p>Ich will dir sicherlich nicht niedere, unehrliche Motive für deine Giur anhängen. Deutsche Konvertiten mit einem aufrechtem Verlangen nach HaShem mag es sicherlich auch geben.  Ich skizziere hier nur kurz meinen eigene Erfahrungen mit deutschen Konvertiten und den Lebenslügen in denen die sich verstricken.<br />
Ich hoffe aber dass du dich auch mit deiner Deutsche Identität (und eventuell der Schuld deiner Ahnen) auseinandersetzt, und sie nicht einfach leugnest oder abstreitest; die deutsche Geschichte ist auch ein Teil von dir (auch wen du dir vielleicht wünschtest dass dies nicht so wäre).<br />
Ich wünsche dir bei deiner Suche viel Glück, Kraft und Mut. Ich wünsche dir die Kraft auch schwierigen Wahrheiten unter Augen zu sehen und sie als Bausteine für etwas Positives, einen Beitrag an die Menschheit zu gebrauchen.  Ich wünsche dir viel Spass und Freude beim  Lernen und beim Entdecken. Ich wünsch dir viel Erfolg bei deinen zukünftigen Entscheidungen. Ich hoffe dass G*tt dir dabei hilfen kann, denn wer -Jude oder nicht- G*tt an seiner Seite hatte, hat alles was er benötigt. Viel Glück!</p>
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