Neues von den Disraelis

22 April 2008 at 6:05 | In Disraelis |

Pessach, 2008

„Denn siehe, Tage kommen, spricht der Herr, DA wird man nicht mehr sagen: So wahr der Herr lebt, der die Söhne Israels aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat! – sondern: So wahr der Herr lebt, der die Söhne aus dem Land Des Nordens heraufgeführt hat und aus all den Ländern, wohin ER sie vertrieben hatte.
Und ich werde sie in ihr Land zurückbringen, das ich ihren Vätern gegeben habe.“ (Jeremia 16, 14 – 15)

Liebe DISRAELIS Freunde,

Wir sind mitten drin in dem, was Jeremia prophezeit hat. Wer will es bezweifeln?
Was vor unseren Augen geschieht, ist noch viel gewaltiger, als es die Heimkehr aus Ägypten war!
Jahrtausende hat Israel entsprechend dem Auftrag Des Herrn das Pessach gefeiert, in guten Zeiten – und in furchtbaren Jahren.
Damals beim Auszug aus Ägypten ging der Todesengel an den Wohnungen der Israeliten vorüber, schlug die Erstgeburt der Ägypter und verschonte sein Volk. – Auszug und Heimkehr haben sich mehrmals wiederholt, aber nicht immer blieb sein Volk bewahrt, besonders nicht bei den furchtbaren Verbrechen im 2. Weltkrieg. Dennoch, Er sprach, und der Norden und all die Länder und Inseln, wohin Israel vertrieben war, mussten sie herausgeben. – Ein neues, ein gewaltiges Pessach!
Nach dem Willen Des Herrn geht Israel jetzt zu seiner Ruhe, in seine ihm versprochene Heimat: Eretz Israel!
Wie bei einer Geburt geht das nicht ohne Schmerzen. Auch das haben die Propheten vor tausenden von Jahren vorausgesagt. Kriege und Terror sind unvermeidlich, denn das Ereignis der Geburt Des neuen Israel ist zu gewaltig!
Die Opfer, die das fordert, sind schmerzlich, und sie hinterlassen tiefe Spuren im Gesicht unseres wiedergeborenen Volkes. Eltern weinen um ihre Kinder, Frauen um ihre Männer und Männer um ihre Frauen …
Die Überlebenden tragen Wunden davon, körperliche und seelische Wunden. Letztere sind besonders schmerzhaft, man sieht sie nicht, und sie heilen nur sehr langsam. Das Erfahren von Liebe und Geborgenheit ist die einzige Arzenei, die wirklich hilft. Das Erleben, dass es noch Plätze gibt, wo man nicht bedroht ist, dass es noch Menschen gibt, die unser Volk lieben, dass wir noch Freunde haben, die den Mut haben, das auch zu zeigen!

„Was ihr getan habt einem von diesen meinen ärmsten Brüdern, das habt ihr mir getan!“ (Matthaeus 25,40b)

Dem Herrn sei Dank, es gibt noch Menschen, die dieses Wort eines der bekanntesten Israeliten ernst nehmen. Denen sei Dank und der Segen Des Allmächtigen! Euch, die ihr bereits verwundete, traumatisierte und dadurch behinderte Israelis (Disabled Israelis = DisraeliS) aufgenommen habt, und all denen, die das noch tun werden, vielleicht durch diesen Brief ermutigt.
Glaubt mir, es ist gerade für die jungen Menschen in unserem Land, die nichts weiter wollen, als dass man sie hier leben lässt, und denen selbst das nicht gegönnt wird, Balsam für ihre Seele, einmal unbewaffnet und ohne Angst ein Kino, eine Disco oder etwa ein Fußballstadion besuchen zu können.
Sie waren bereit, zu tun, was jeder tun würde, der sein Land liebt, nämlich ihre Mitmenschen zu schützen, und mussten das mit schweren Verwundungen an Leib und Seele bezahlen, viele von ihren Kameraden sogar mit dem Leben!
Ihr, die ihr Israel liebt, könnt so vieles tun. Bitte setzt eure Hilfe fort, wo sie schon begonnen hat. Betet für das DisraeliS-Projekt und für die betroffenen Menschen, die sich unserer Hilfe anvertrauen. Gebet ist schon viel, aber ihr könnt noch mehr tun, wenn es euch möglich ist.
Wir haben keine staatliche Unterstützung. Israels Verteidigungslasten sind so groß, dass dafür keine Mittel mehr zur Verfügung stehen. – Und die Zahl derer, die unsere Hilfe brauchen, steigt leider noch weiter an, weil unser Land mehrheitlich von Feinden umgeben ist, die sich absolut nicht damit abfinden wollen, dass wir dieses kleine Stückchen Erde als unsere Heimat betrachten und verteidigen.
So ist „nach dem Krieg“ fast immer „vor dem Krieg“, nicht weil wir das so wollen, ganz und gar nicht. Es ist nicht etwa unsere Kampfeslust, sondern die Uneinsichtigkeit der uns umgebenden Staaten und die vollkommene Rücksichtslosigkeit derer, die bereit sind, sich selber umzubringen, wenn sie damit möglichst viele Israelis töten können.

Unsere „Kinder“ – unsere SABRAS

Mir ist es ein wichtiges Anliegen ueber einen der DISRAELIS, der gerade von seiner zweiwoechigen Reise von Familie Lanz aus der Schweiz zurueckgekehrt ist, zu berichten.

Evyatar Turjeman 21, wurde werend der 2 Libanonkrieg bei einem Kampf in dem Dorf Bint Jebail verwundet.
Als Einheitkommandant und zusammen mit den Verstaerkungstruppen die ihnen zu Hilfe geschickt wurden, wurde er von ca. 60 Hizbollah Terroristen mit Moerser und Panzerabwehrraketen angegriffen. In dem sich entwickelden Kampf wurden Acht der Israeli Soldaten getoetet und mehr als Fuenfundzwanzig verletzt.
Der Oberkommandant der israelischen Truppen, Major Roy Klein, sah eine Handgranate geworfen von der Hizbollah zwischen seine Truppen fallen, und mit dem Ruf „Schma Israel“ (Hoere, Israel, der Ewige,) stuerzte er sich mit seinem Koerper auf die Granate.
Roy selbst wurde von der Explosion sofort getoetet aber die Leben der umstehenden Soldaten hatte er gerettet.
Waehrend die anderen Offiziere bereits tot oder verwundet waren uebernahm Evyatar das Kommando und attakierte mit die gebliebende Soldaten das Haus von dem aus die Hizbollah sie angegriffen hatte und toetete alle der Hizbollah Terroristen.
Evyatar wurde an Arm und Beinen verletzt aber trotz seiner Verletzungen pflegte er die anderen schwerer verwundeten Soldaten und wartete bis alle und schliesslich er selbst ins Krankenhaus evakuiert wurden.
Vom Anfang des Kampfes um 4 Uhr frueh bis zur Helikopterankunft im Rambam Krankenhaus in Haifa dauerte es ca. 10 Stunden.
Heute arbeitet Evyatar, von seinen koerperlichen Wunden geheilt, als Sicherheitsoffizier am Erez Grenzuebergang zum Gazastreifen.
Obwohl er sich von seinen koerperlichen Verletzungen des zweiten Libanonkrieges erholt hat, leidet er noch immer unter Albtraeumen und den traumatischen Erfahrungen aus dieser Periode seines Lebens. Der Besuch in der Schweiz hat ihm sehr geholfen seine Probleme zu ueberwinden.
Evyatar ist noch ein junger Israeli, den ich sehr stolz in unsere DISRAELIS Familie aufnehmen durfte.
Seine Geschichte ist einer die Geschichten von Menschen in diesem Land, Erfahrungen die auch viele der anderen DISRAELIS gemacht haben.

Gerade ein Aufenthalt in Deutschland, Schweiz oder in Österreich lässt nicht nur die den DisraeliS durch Krieg und Terror zugefügten Wunden heilen, sondern hilft auch mit, die alten Wunden unserer Völker zu heilen. Für viele der jungen Israelis ist die Einladung ins Ausland fahren zu können, anfangs oft recht zwiespältig. Das könnt ihr sicher verstehen. Aber dann erleben sie, was sie noch nie vorher erlebt haben.

Da sind Menschen, die lieben sie und nehmen sie auf wie ein eigenes Kind.

Es gibt ein deutsches Sprichwort, das sagt: „Da geht dir das Herz auf wie eine Gartentür!“ Gerade das ist es, was passiert. Sie öffnen ihr Herz, oder anders gesagt, die Aufnahme in eine Familie und die Erfahrung, geliebt zu werden, knackt die harte Schale, die unsere „Kinder“ als eine Art Schutzschild um sich herum gebildet haben. Das ist wie bei den Kaktuspflanzen, den Sabras, die außen hart und stachelig sind, deren Früchte aber sehr süß schmecken, wenn man es schafft, sie zu öffnen. So sind meine Kinder, außen stachelig, innen süß, und so nennen wir sie auch: „SABRAS“.

Auch dieses Jahr sind wieder viele von euch, die in der Vergangenheit DisraeliS zu Gast hatten, zu einem Gegenbesuch eingeladen, um gemeinsam mit ihren „Sabras“ die kommenden Pessach-Feiertage zu erleben.

Mitten in den Vorbereitungen, die jede israelische Familie für das mehrtägige Pessachfest trifft, laufen meine Vorbereitungen für Besuche verschiedener neuer Disraelis-Gruppen und individueller Besuche im Ausland. Einzel - und Gruppenbesuche in der Schweiz, Österreich, Deutschland, Kanada und England werden vorbereitet.
Seid auch ihr dabei?

Ein herzliches Schalom aus Israel und gesegnete Pessachfest

Wünscht euch allen euer

Ilan

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