Metropole Ruhr ?
23 April 2008 at 16:57 | In Klimawandel, Veranstaltungen |gestern fand in essen eine bemerkenswerte veranstaltung statt: es ging um die frage welche auswirkungen der klimawandel auch die kommunale gemeinschaft bzw. das praktische kommunale handeln hat.
das von mir hochgeschaetze kulturwissenschaftliche institut (kwi) hat die frage des klimawandels als neuen forschungsschwerpunkt gewaehlt. es gibt eine reihe hochinteressanter veranstaltungen zum thema.
zunaechst einmal ist festzustellen das die sorge vor den folgen des klimawandels die zweitgroesste sorge (nach dem verlust des arbeitsplatzes) von menschen in deutschland ist. gerade bei jungen menschen und besonders bei familien mit kindern stelle ich diesen trend fest.
der klimawandel - da ist wahr - ist eine herausforderung der ganz anderen art . nicht nur was die folgen angeht, auch was das verdraengungsvermoegen angesichts kaum bestreitbarer tatsachen angeht.
es stimmt auch das in der frage des klimawandels ein stueck weit ohmacht mit ins spiel kommt. was wir heute an klimawandel spueren ist nicht das werk unsereres gegenwaertigen handelns. die folgen des klimawandels treten zeitversetzt ein. selbst wenn ab dieser zeile kein auto mehr fahren wuerde, kein flugzeug mehr starten wuerde und alle fabriken geschlossen wuerden - es wuerde an den tatsachen nichts aendern. weil die folgen des klimawandels eben zeitversetzt sind. das stellt fragen auch an die sozialwissenschaft und die politische kultur in deutschland. zum beispiel wenn es um die partizipation von kindern und jugendlichen an gesellschaftlichen prozessen geht. wozu sich engagieren wenn erst einmal nichts mehr zu aendern ist ?
es geht um die frage des lebensstils, eine unbequeme frage fuer viele menschen. muss ich wirklich konsumieren um gluecklich zu sein ? oder kann verzicht als gewinn an lebensqualitaet gesehen werden ?
ich kann fuer mich sagen das “verzicht” fuer mich eine positive sache ist. ich verzichte z.b. auf ein auto, den fernseher, billigfluege usw. ich habe nicht das gefuehl irgend etwas zu verpassen. mein heutiges leben orientiert sich an anderen werten, die materiellen werte sind in den hintergrund gerueckt. ziemlich gestoert fuehle ich mich durch werbung aller art. nein, ich will nicht das “super sonderangebot” und auch keine “bonuspunkte”. lebensqualitaet drueckt sich fuer mich durch den luxus freier zeit aus (die ich selten genug geniessen kann), durch die schul, durch freunde.
zurueck zur veranstaltung von gestern: ein schrumpfen ganz anderer art ist das sinken der bevoelkerungszahl im ruhrgebiet. man kann diese tatsache beweinen oder aber versuchen kreativ mit dem sinken der bevoelkerungszahl umgehen. kann eine sinkende bevoelkerungszahl nicht auch eine chance sein wenn politik und veranstaltung sich rechtzeitig mit diesem thema beschaeftigen und es als handlungsspielraum sehen ? gerade das ruhrgebiet ist gekennzeichnet durch migrationsdruck, schwierige integrationsprozesse und nicht zuletzt den strukturwandel. probleme die mit einer sinkenden bevoelkerungszahl weniger dringend werden. ist liegt an uns diese chance des schrumpfens von bevoelkerung zu nutzen anstatt diese zu beklagen.
welche chancen bieten neue lebensstile fuer die kommunale klimapolitik ? immer sehr singles bewohnen heute wohnungen und haeuser, das modell der familie ist nicht mehr die einzige option. besonders in ballungsraeumen. kann sich dieser wandel positiv auf klimaschutzmodelle- und praktiken auswirken ?
klimawandel als chance. als chance veraenderungen durch patizipation zu erreichen. durch gemeinsames umweltfreundliches, moeglichst klimavertraegliches handeln. die einfachen schritte jedes einzelnen (energiesparbirnen, moeglichst sparsame elektrogeraete, benutzung des oeffentlichen personennahverkehrs) koennen heraufgebrochen werden auf die gemeinschaft. wie gelingt es z.b. ganze stadtviertel umvertraeglich zu beheizen (bzw. zu kuehlen), wie gelingt des laerm zu reduzieren, wie gelingt es die zahl der autos zu reduzieren usw. wenn diese fragen als herausforderung, als chance gesehen werden kann aus dem gemeinsamen umdenken und handeln so etwas wie eine gute nachbrschaft entstehen. nachbarkeit unter menschen.
nachbarschaft unter staedten statt konkurrenz die von kurzfristigen denkmodellen oder auch stereotypen gekennzeichnet ist ? der regionalverband ruhrgebiet koennte als austauschmotor zwischen den staedten fungieren, koennte der motor des leitbildes sein die kulturhauptstadt 2010 auch zur klimahauptstadt zu machen. wenn dieses ziel erreich werden soll, muss allerdings schnell gehandelt werden. das zeitfenster ist denkbar schmal. allerdings sollte gerade dieser umstand eine herausforderung sein.
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Der Klimawandel wird die Menschheit in absehbarer Zeit wahrlich vor riesige Probleme stellen. Bereits vor vielen Jahren wurde ja schon davor gewarnt, aber niemand nahm die Sache richtig ernst. Ich glaube fast, es ist heute viel zu spät, eine Änderung herbeizuschaffen. Allenfalls kann eine Schadenbegrenzung begangen werden und der Menschheit ein längeres Bleiben auf dieser Welt beschert werden.
Wünsche Dir ein gutes und sonniges Wochenende und liebe Grüße!
Kvelli
Comment by Kvelli — 24 April 2008 #