Die Frage nach dem Sinn

11 May 2008 at 17:15 | In Uncategorized |

ich werde immer wieder gefragt welchen sinn die gebote im judentum haben. leben wir heute nicht in einer freien gesellschaft mit gleichberechtigung und liberalitaet ? was sollen da so “altmodische gebote” wie kaschrut (die juedischen speisegesetze) und die anderen “besonderheiten” des judentums ?

die kurze antwort lautet: es ist halacha (juedisches gesetz) und damit fuer praktizierende juden verpflichtung.

es gibt aber noch eine andere antwort: das judentum hat ueber jahrtausende in der diaspora ueberlebt. nach der zerstoerung des zweiten tempels gab es keinen juedischen staat. hat das judentum durch eine anpassung an die mehrheitsgesellschaft ueberlebt ? durch assimiliation ? durch mischehen ? nein, das juedische volk hat durch die einhaltung der halacha, das einhalten der gebote, das leben des juedischen kalenders, ueberlebt.  

versuche sich der mehrheitsgesellschaft anzupassen sind auf brutale art und weise gescheitert. in deutschland ist das maerchen von der deutsch - juedischen symbiose spaetestens mit der schoa gescheitert.

das juedische volk hat durch das “joch der gebote” ueberlebt. dieses “joch” kann sich als ueberaus positiv erweisen.

die gebote sind der rahmen fuer solidaritaet, fuer gemeinschaft. die gebote halten eine masse von menschen zusammen die sehr unterschiedliche lebenspraktiken und lebensweisen haben. der rahmen dieser komplexitaet juedischen lebens sind die gebote.

das judentum wird so lange weiterbestehen wie die gebote gehalten, die halacha gelebt wird.

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