Immer noch aktuell ;-)

30. April 2009

Ein tropfender Wasserkran

30. April 2009

Manchmal sind es kleine Dinge, die den Grenzgänger zur Weissglut treiben. Ein “kleines Ding” ist ein tropfender Wasserkran. Seitdem der Kran in meinem Badezimmer erneuert worden ist, stellt sich dieses Problem. Irgendwann (wenn ich auf der Arbeit oder unterwegs bin) fängt der Kran an zu tropfen. Nicht viel. Ganz langsam. Immer nur ein Tropfen. Trotzdem summiert sich das und jeder einzelne Tropfen ist eine Wasserverschwendung, die nicht sein muss.

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Der Grenzgänger muss sich selbst immer wieder daran erinnern, wie kostbar Wasser ist. Spätestens in Israel fällt dem Grenzgänger das wieder ein. Aber auch in Mitteleuropa ist Trinkwasser ein knappes Gut, das geschützt und möglichst sparsam verbraucht, werden soll. Heute hatte der Grenzgänger die Nase voll und ist zu seinem Nachbarn gelaufen. Der ist Klempner und – weil er der Nachbar ist und wir ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis haben – hat er seinen Werkzeugkasten gepackt und ist mir ins Badezimmer gefolgt. Was tat er? Er schraubte den Kran ab und stellte fest das eine Dichtung fehlt. In einem neuen Kran. Der vorherige Meister(!) betrieb hatte die Dichtung schlicht vergessen. Für den Nachbarn war es fünf Minuten Arbeit und der Kran hält dicht. Warum erzähle ich euch das so ausführlich? Weil ich denke, dass es viele Fälle wie den meinen gibt. Weil ich es traurig finde, das täglich wertvolles Wasser verschwendet wird. Durch Fälle wie den meinen.

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Es ist in Mitteleuropa schwer zu glauben. Aber Trinkwasser ist nicht selbstverständlich. Gerade angesichts des Klimawandels nicht. Es geht darum wasser sparsam zu verwenden. Es geht auch um jeden tropfen. Denn der Tropfen aus dem tropfenden Wasserkran summiert sich. Schließlich geht es um jeden Tropfen Wasser.


Nach der Kundgebung in die Schul

30. April 2009

Natürlich wird der Grenzgänger nach der 1. Mai Kundgebung etwas Pause machen und dann in die Schul gehen. Nach dem Lärm der Kundgebung die Ruhe in der Schul. Ich freue mich darauf, einige Menschen zu treffen. Es wird ein guter Schabbes werden.


1. Mai

30. April 2009

Morgen ist es wieder soweit. 1. mai. Tag der Arbeit. Natürlich werde ich wie jedes Jahr zur DGB-Kundgebung gehen. Leider gibt es genügend Gründe dafür auf der Straße zu sein. Die soziale Schieflage hat nicht abgenommen. Sondern eher zugenommen. Immer mehr Menschen können von den Früchten ihrer Arbeit nicht leben. Immer noch ist der Mindestlohn keine Selbstverständlichkeit. Weder in kleinen Unternehmen. Noch in angeblichen Weltkonzernen. Es sollte nun wirklich nicht schwer zu verstehen sein, das Menschen die Arbeiten, vom Lohn ihrer Arbeit leben müssen. Ohne staatliche Transferleistungen. Ohne den entwürdigenden Gang zum Sozialamt. Neben der Arbeit. Es geht nicht um Geld. Es geht um Menschenwürde. Es ist wichtig, das der Bundesregierung und den Arbeitgeberverbänden gezeigt wird, was Gewerkschaften bewegen können. Es ist wichtig zu zeigen, dass man mit Arbeitnehmern nicht umherspringen kann, wie es einem (Arbeitgeber) gerade gefällt. Es ist aber auch wichtig, das Gefühl der Ohnmacht zu bekämpfen. Nichts ist gefährlicher als Ohnmacht. Menschen, die das Gefühl haben nichts mehr bewegen zu können, laufen den Rattenfängern von links und rechts automatisch in die Arme. Gelegenheiten dazu gibt es genug. Es stehen einige Wahlen an. Es wird zeit das sich die Arbeitnehmer positionieren und das sie ihre Stimme erheben. Im Angesicht von wichtigen Wahlen. Die Arbeitnehmer – das bist DU, das bin ICH. Nicht die anderen. Es gibt keine Ausreden. Also auf zum 1. Mai. Zeigt eure Kraft und lasst eure Stimme hören. Natürlich ist der Grenzgänger morgen auch auf der Straße.

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Gänseblümchen II

30. April 2009

Die Sache mit den Gänseblümchen hat das gewünschte Ergebnis gebracht.

Danke :-)


Eine Fliege im Auge

30. April 2009

echt. es ist kein scherz. mir ist heute eine kleine fliege ins auge geflogen. sozusagen kamikaze. es gibt dinge. ich hoffe die arme fliege hat vorher ihr testament gemacht. ordentlich deutsch. mit beglaubigter unterschrift und siegel.


Lustlos

30. April 2009

der grenzgaenger ist heute etwas lustslos. der grenzgaenger sitzt ganz lustlos vor dem pc und weiss nicht so recht was er erzaehlen soll. solche tage gibt es. ich glaube das nennt sich schreibblockade. g”tt sei dank sind diese phasen beim grenzgaenger nur von kurzer dauer :-)


Wochenabschnitt Kedoschim

29. April 2009

der zweite wochenabschnitt an diesem schabbes traegt den namen “kedoschim”.

Seid heilig, denn Ich bin heilig, Ich, G”tt, Euer G”tt.

darum geht es im wochenabschnitt kedoschim. der wochenabschnitt weist auf recht unterschiedliche gesetze hin die alle unter der ueberschrift zusammengefasst sind.

Seid heilig, denn Ich bin heilig, Ich, G”tt, Euer G”tt.

um welche unterschiedlichen gesetze geht es ?

* die pflichten gegenueber den armen.

* die gesellschaftliche ehrlichkeit. das ehren von vater und mutter, keine unterdrueckung und keine luege. keine verleumdung und keine rache. der schutz des fremden. die unparteiliche gerechtigkeit. die verpflichtung das genaue mass und gesetz zu achten.

* der wochenabschnitt schliesst mit den verschiedenen sanktionen im falle von inzest und verbotenen ehen.

Seid heilig, denn Ich bin heilig, Ich, G”tt, Euer G”tt.

eine inhaltsschwerer wochenabschnitt. haschem ist heilig. aber koennen wir darum heilig sein ? ist das ziel nicht zu hoch gesetzt ? koennen (sterbliche) menschen wirklich heilig sein ?

ich denke darum geht es erst in zweiter linie. ich denke es geht in erster linie darum gebote zu erfuellen. einige gesetze sind aufgezaehlt (siehe oben.)

du sollst vater und mutter ehren. schoen. aber was ist das ? der text macht eine einschraenkung.

Jeder respektiere seinen Vater und seine Mutter und beobachte meine Schabbate. Ich bin G”tt, Euer G”tt.

wir haben ein gebot (vater und mutter zu ehren) und wir haben eine einschraenkung des gebotes (“beobachte meine schabbate”). ich denke die einschraenkung ist einerseits woertlich gemeint. die einschraenkung greift aber viel weiter. es soll heissen: wenn vater und mutter dich von den wegen der thora, vom gesetz haschems, abbringen wollen – dann ehre mein gesetz und widersetze dich vater und mutter. ehre mein gesetz. das gesetz haschems steht ueber dem gebot vater und mutter zu ehren. das gesetz haschems ist der weitergehende anspruch. das wichtigere gut. dieser satz, dieses gebot, diese einschraenkung des gebotes hat sprengkraft. ganz konkret. in den familien. ist es nicht schwierig gegen vater und mutter aufzubegehren ? noch dazu um ein gesetz zu halten dessen verfasser man nicht kennt ? dessen verfasser frei von materie ist ? es ist schwierig. schwierig auch gegen die eigene bequemlichkeit aufzubegehren. aber es geht um mehr: das bestehen auf dem gesetz haschems (gegen die eltern) ist eine uebung. es ist eine uebung fuer die zeit danach. die eltern sind ihrem erziehungsauftrag nachgekommen. an den eltern wird erprobt wie es ist fuer etwas einzutreten. in diesem falle fuer die thora. fuer das wort haschems. wer das lernt, wer die herausforderung besteht, wird auch im spaeteren leben leichter fuer dinge eintreten koennen die ihm wichtig sind. gegen widerstand von aussen. am scheinbaren widerspruch, an der herausforderung, koennen wir also demokratie ganz praktisch erlernen. fuer die eltern ist diese situation (das kind verteidigt den schabbat, die thora, die gebote) eine gute chance selbst den wert des gelebten glaubens kennenzulernen. eine lernerfahrung fuer eltern. durch das kind. so etwas nennt man wohl lebenslanges lernen.

weiter.

es geht in unserem wochenabschnitt auch um das verbot von rache. im wochenabschnitt steht geschrieben das wir nicht nachttragend sein sollen. rache. nachttragend sein. was ist der unterschied ?

raschi hat diese frage in seinem thora kommentar sehr gut beantwortet.

Raeche dich nicht, einer sagt zum anderen, leihe mir deine Sense, und jener sagt, nein; am naechsten tag sagt der zweite zum ersten, leihe mir deine Axt, und er sagt, ich leihe sie dir nicht, wie du auch mir nicht geliehen hast, das ist Rache; und was heisst Nachtragen ? Er sagt zu ihm, leihe mir deine Axt, und jener sagt: nein; am anderen Tag sagt der zweite zum ersten, leihe mir deine Sense, und er sagt, hier hast du sie; ich bin nicht wie du, denn du hast mir nicht geliehen; das ist Nachtragen, er bewahrt den Hass in seinem Herzen, wenn er sich auch nicht raecht.

die ecke des feldes. anders ausgedrueckt: die verpflichtung fuer die armen zu sorgen.

Wenn ihr die Ernte eures Landes schneidet, so sollst du die Ecke deines Feldes nicht voellig abernten und die Nachlese deiner Ernte nicht auflesen”.

ist es nicht interessant ?

Wenn ihr … so sollst du

der text personalisiert. der text zeigt das jeder einzelne mensch gemeint ist. nicht die gesichtslose masse. sondern jeder einzelne mensch. so wie haschem mich aus dem lande aegypten gefuehrt hat, so wie ich am berg sinai stand, so soll ich ruecksicht auf die armen nehmen. der text will betroffen machen im sinne von: ich meine dich. nicht den gesetzgeber, nicht eine institution, nicht eine menschenmasse, nicht dein nachbar, du bist gemeint mit diesen worten. es geht um dich. ein ausweichen ist nicht moeglich. wie schon im vorherigen wochenabschnitt thematisiert gibt es auch hier keinen mittelweg. die worte richten sich an mich. mit anderen worten: es gibt handlungsbedarf. warum noch ?

Seid heilig, denn Ich bin heilig, Ich, G”tt, Euer G”tt.


Gaensebluemchen

29. April 2009

kennt ihr das spiel ? er bleibt. er bleibt nicht. er geht. er geht nicht. wie viele gaensebluemchen duerfen leben ? wie viele gaensebluemchen muessen sterben ?

gaenseblume


Papier, Papier, Papier

29. April 2009

der grenzgaenger aergert und wundert sich ueber das altpapier neben dem pc. da steht eine kiste wo das papier fuer die blaue tonne hineinkommt. es ist schon wieder ziemlich viel papier. wo kommt das bloss alles her ???  *grummel*


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