Ein schreckliches Verbrechen

attentate palaestinensischer extremisten sind seit dem bau des sicherheitszaunes nicht mehr zu vermelden. das ist gut und wichtig.

um so schrecklicher ist das verbrechen welches sich gestern in tel aviv ereignete.

Am Nachmittag versammelten sich noch einmal Menschen vor dem Haus in der Nachmani Straße 28 in Tel Aviv; Mitarbeiter des schwul-lesbischen Vereins, Politiker, Schwule, Lesben und Freunde. Die meisten von ihnen waren immer noch geschockt über den Anschlag der vergangenen Nacht.

Augenzeugen berichten, es sei 22.40 Uhr gewesen, als plötzlich Schüsse zu hören waren. Die Polizei erklärte, der Attentäter sei im Haus in der Nachmani Straße in den Keller gegangen. Dort habe er mit einer automatischen Waffe auf die Teilnehmer eines Treffens geschossen. Zwei Menschen starben, zehn weitere wurden verletzt – manche von ihnen schwer. Die Polizei erklärte, die Mehrzahl der Opfer des Anschlags sei noch nicht volljährig.

(…)

ich glaube nicht das der moerder “zufaellig” diesen club mitten in tel aviv als ziel ausgesucht hat.

der moerder wusste das tel aviv fuer toleranz steht.

toleranz auch fuer schwule und lesben. der attentat traf tel aviv ins herz.

tel aviv – eine offene, eine bunte stadt. die heutigen bilder aus tel aviv sprechen baende.

gerade dieses bunte treiben macht tel aviv zu einem ziel fuer touristen. nicht nur zum 100. geburtstag.

noa stellt die “richtigen” fragen zu diesem anschlag. “richtig” jedenfalls fuer meine ohren.

Wie Zipi Livni sagte, sollte dies nicht nur ein Tag der Trauer sein, sondern vor allem ein Tag der “Selbstreflexion”.
Wie weit geht unsere eigene Abneigung, Intoleranz oder Verurteilung von Homosexualitaet? Oder haben wir keinerlei Vorbehalte anderen Lebenskonzepten gegenueber?
Selbst wenn wir es als Heterosexuelle nicht nachvollziehen koennen, uns in das gleiche Geschlecht zu verlieben, haben wir auch nur annaehernd eine Ahnung davon, was in einem jungen Menschen vor sich gehen muss, der zunaechst einmal entdeckt, dass er “anders” fuehlt, als die heterosexuelle Nachbarschaft?
Kennen wir die Not dieses Menschen, seinen Eltern zu offenbaren, was in ihm vorgeht?
Die Antwort darauf koennen wir uns nur selbst geben und sollten dabei sehr ehrlich sein.

wie ist meine antwort ? ich versuche (!) so tolerant wie moeglich gegenueber schwulen und lesben zu sein. natuerlich habe auch ich vorurteile im kopf. ich gebe es zu. auch ich habe einfach ein “komisches” gefuehl bei diesem thema.

ein “komisches gefuehl zu haben” oder zu hassen sind aber zwei voellig verschiedene dinge. die hetze, gegen menschen die ein anderes lebenskonzept fuer sich gefunden haben, ist schaebig und zu verurteilen. egal von wem diese hetze kommt.

natuerlich ist homosexualitaet ein religioeses problem. auch im judentum. deswegen habe ich aber noch lange kein recht menschen, die dieses lebenskonzept verfolgen, zu hassen oder veraechtlich ueber diese menschen zu sprechen.

auch wenn ich dieses lebenskonzept fuer mich ausschliessen kann ist es meine pflicht (!) dieses lebenskonzept nicht zu verurteilen.

ich weiss nicht welche wege menschen in die homosexualitaet fuehren. aber das ist auch nicht wichtig. der mensch hat ein recht darauf so akzeptiert zu werden wie er ist. jeder mensch hat schwaechen und staerken. wobei ich homosexualitaet eindeutig nicht als schwaeche sehe. jeder mensch hat ein recht darauf so zu leben wie er oder sie es moechte. solange die freiheitsrechte des anderen nicht eingeschraenkt werden. das heisst auch: hass ist immer zu verurteilen.

ich weiss schon was jetzt kommt. hasse ich die palaestinenser nicht ? nein. ich hasse auch diese menschen nicht. ich beziehe nur klar stellung fuer israel. das ist sicherlich einseitig. ich sehe, auch wenn ihr mir das vielleicht nicht glaubt, die schattenseiten des landes israel. religioeser fanatismus ist ein schatten.

israel ist keine theokratie. das wird hoffentlich so bleiben. israel ist die einzige demokratie im nahen osten. als ausfuehrendes organ der demokratie hat der israelische staat die verdammte pflicht seinen buergern die demokratischen freiheitsrechte zu sichern. ein demokratisches recht ist es auch seine sexuelle gesinnung, auch wenn sie von der mehrheitsgesinnung abweicht, ohne nachteile und ohne hass leben zu koennen.

wer hass gegen vermeintliche randgruppe saet muss dafuer bestraft werden. ohne ansehen der person und ohne ruecksicht auf den hintergrund seines hasses.

es ist gut das der israelische ministerpraesident, benjamin nethanjahu, die bluttat so klar und deutlich verurteilt hat.

Eine Antwort zu Ein schreckliches Verbrechen

  1. [...] Ein schreckliches Verbrechen [...]

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