Mensch. Ist das ein Sturm. Schon seit Stunden hört man das Rauschen und den heftigen Regen. So heftig war es aber wirklich lange nicht mehr. In NRW liegt wohl (fast) der komplette Zugverkehr lahm. Das wirkliche Ausmass der Schäden wird wohl erst Morgen Früh sichtbar. Bei uns zu Hause hat es ein paar Dachpfannen erwischt. Sonst aber nichts. Kein Grund zur Klage – falls es so bleibt. Also ich frage mich schon ob solche Stürme einfach Zufall sind oder ob der Klimawandel eine Rolle spielt.
Autofasten
28. Februar 2010Autofasten. Ich finde das ist eine gute und spannende Sache. In Ordnung. Der Grenzgänger kann sich am Autofasten nicht beteiligen weil er weder ein Auto nach eine Fahrerlaubnis besitzt. Der Grenzgänger vermisst beides absolut nicht. Auch mit Bus und Bahn lässt sich alles erledigen. Vor allem wenn man, wie der Grenzgänger, in einem Ballungsraum lebt.
Der Idee es Fastens steht der Grenzgänger positiv gegenüber. Er würde ja auch ausführlich fasten wenn der Arzt es denn zulassen würde. Aber wenn als Folge des Fastens die Magensonde eingesetzt werden muss ist das wohl weniger konstruktiv. Also esse ich auch dann wenn ich eigentlich keine Lust dazu habe.
Also was bleibt dem Grenzgänger zum Fasten? Eine Art „Konsumfasten“. Ich muss nicht dauernd neue Sachen kaufen. Ich brauche kein modernes Handy. Ich brauche keine supermoderne Uhr. Ich brauche nicht jährlich neue Möbel oder den letzten Schrei auf dem MP 3 Sektor. Alles das kenne ich in meinem Bekanntenkreis. Ob es sich um Konsumkomplexe handelt?
Ich weiss um die priviligierte Stellung in Mitteleuropa zu leben. Ich weiss darum dass ich gut versorgt und zufrieden bin. Ich bin dankbar morgens aufstehen und auf eigenen Füssen stehen zu dürfen. Ich würde mich freuen ohne Schmerzen aufzustehen oder auch einen Tag fröhlich zu verbringen. Das sind Dinge nach denen ich mich sehne. Materielle Dinge rücken da ganz weit in den Hintergrund.
Heftiger Sturm
28. Februar 2010Ich hoffe meine Leserinnen und Leser in Deutschland sind nicht weggeflogen. So einen heftigen Sturm wie heute habe ich wirklich selten erlebt. Das ist absolut kein Wetter um vor die Türe zu gehen.
Yoram Kaniuk: Zwischen Leben und Tod
27. Februar 2010Gerade habe ich die Lektüre des Buches „Zwischen Leben und Tod“ von Yoram Kaniuk zu Ende gebracht. Es ist ein mitreissendes, melancholisches, manchmal wütendes Buch. Darum geht es:
Mit 74 Jahren wird Yoram Kaniuk ein zweites Mal geboren, als er nach einem Koma im Krankenhaus erwacht. Monatelang hatte er in Halluzinationen gelebt, die Stationen seines langen Lebens zogen an ihm vorüber: Er glaubte, mit seinen toten Eltern und mit längst verlorenen Freunden zu reden, durch Tel Aviv und New York zu wandern, zu schreiben und zu malen. Humorvoll und selbstironisch berichtet Yoram Kaniuk, wie er im Erwachen die traumartigen Ohlbaum Erinnerungsfetzen einbaute in die kaum weniger absurde Realität des Klinikalltags.Der Roman ist eine mutige Auseinandersetzung mit Alter und Tod, der trotz allen Zorns über den unvermeidlichen Verfall des Körpers die Fülle des Lebens spüren lässt. Er ist aber auch der Rückblick eines bedeutenden Schriftstellers auf sein reiches Leben.
Das Buch ist ganz anders als es scheint. Natürlich ist es auch ein trauriges Buch. Es ist ein Buch das sich mit Alter und Tod beschäftigt. Es ist ein Buch das sich mit dem Klinikalltag, aus der Sicht eines todkranken Menschen, beschäftigt. Aber das Buch ist auch ein Rückblick auf ein langes und erfülltes Leben.
Zum Schluss macht Yoram Kaniuk, begleitet von seinem Sozialarbeiter Schimon, seinen täglichen Spaziergang durch Tel Aviv. Yoram Kaniuk schafft es, wie kaum ein anderer, Tel Aviv in Worte zu fassen. Es ist so faszinierend mit Yoram Kaniuk und Schimon durch die Tel Aviver Strassen zu gleiten. Strassen die ich selbst kenne und gerne laufend erfasse. Allenby Street, Rothschild Boulevard, Balfour Street und viele andere. Auch Gebäude die Yoram Kaniuk so glänzend beschreibt erkenne ich. Die letzten Seiten des Romanes “Zwischen Leben und Tod” sind eine Liebeserklärung an Tel Aviv die ich voll und ganz unterschreibe. Alleine diese letzten Seiten, dieser literarische Spaziergang durch Tel Aviv, diese Entdeckung, waren es “wert” den Roman zu lesen. Yoram Kaniuk zeigte sich wieder einmal, literarisch, von seiner besten Seite. Er ist nicht umsonst einer der Lieblingsautoren des Grenzgängers.
Grenzgänger im Tief
27. Februar 2010Irgendwie ist es nicht zu glauben. Draussen scheint die Sonne und ich liege in einem abgedunkelten Zimmer. Weil ich kein Licht ertragen kann. Schon der kleinste Lichtstrahl ist die reinste Folter für meine Augen. Das ist irgendwie nichts neues. Aber ich würde mir schon wünschen das dieser ganze Mist mal aufhört und ich wieder ein „normales“ Leben führen kann. Aber das ist eine Illusion. Es wird kein „normales“ Leben mehr geben. Sondern immer wieder Abbrüche und Umbrüche und gute Zeiten und schlechte Zeiten. Manchmal glaube ich gerade diese Brüche machen das Leben furchtbar anstrengend. Ich habe das Gefühl die Aufschwünge werden geringer und die Abstürze tiefer und häufiger. Das nimmt nicht nur die Seele mit. Auch der Körper leidet was sich u.a. in Blutwerten bemerkbar macht. Ich war schon so lange nicht mehr in der Schul und habe solche Sehnsucht nach den heiligen Hallen. Aber ich habe keine Kraft mich über einen so langen Zeitraum auf den Beinen zu halten. Im Moment steht wieder alles auf „Down“. Ob es auf Dauer wieder aufwärts geht ? Ich will doch einfach nur ein Leben führen das mir, wie früher, die Kraft gibt auch mal etwas zu unternehmen. Es sieht aber letztlich nicht danach aus als ob so ein Leben wieder möglich wäre.
Ein Paket kommt nicht an :-(
25. Februar 2010Da wartet der Grenzgänger dringend auf ein Paket von memo. Der Grenzgänger wartet fast eine Woche bis er sich, per e Mail, bei memo erkundigt. Das Ergebnis: das ersehnte Paket ist einfach zurückgeschickt worden. Angeblich wurde die „Annahme verweigert“. Das interessante ist nur das überhaupt keiner geschellt hat um das Paket zu übergeben. Es gab auch keine Benachrichtigungskarte im Briefkasten. Also das ist ja wohl nur suboptimal gelaufen. Was sehne ich mir den alten Paketfahrer herbei. Da ist so etwas nie passiert.
Die Pressekonferenz
25. Februar 2010Eine starke und tapfere Margot Kaessmann. Heute hatte ich die Gelegenheit, am Rande von Veranstaltungen, mit vielen Menschen zu sprechen. Die grosse Mehrheit war sehr beeindruckt von der Pressekonferenz im besonderen und vom konsequenten Verhalten von Margot Kaessmann im allgemeinen.
Purim naht
25. Februar 2010Gleich nach Schabbes Ausgang beginnt Purim. Das heisst: Am Samstag ein Morgengebet und ein Abendgebet. Das Abendgebet wird hoffentlich fröhlicher werden als das Gebet am Morgen. Jedes Mal wenn der Name des bösen Haman erwähnt wird (er wollte das persische Judentum vernichten) kommt grosser Lärm auf. Der Name Hamans soll übertönt werden. Welcher Bezug zur Gegenwart: Persien-Haman-der gegenwärtige iranische Diktator (ich weigere mich mit seinem Namen die Tastatur zu beschmutzen !). Geschichte dreht sich doch im Kreis. Aber sie wird sich nicht wiederholen. Auch wenn manche Menschen sich das wünschen. Manche ? Viele ! Auch das hat sich nicht geändert.
Verfasst von grenzgaenge 


