Ariel Scharon – Wer erinnert sich ?

Ariel Scharon darf, vorübergehend, nach Hause. Als ich diese Meldung gelesen habe wurde mir klar wie selektiv mein Gehirn arbeitet und wie oberflächlich unser Medienzeitalter ist. Mein erster Gedanke war: “Lebt Scharon denn noch ?” Scharon lebt noch. Aber ist das wirklich ein Leben ? Angeschlossen an Geräte. Abhängig von Geräten. Abhängig von der Familie und von Ärzten.

Genau diesen Zustand möchte ich nicht “erleben”. Deshalb habe ich, seit langer Zeit, eine Patientenverfügung. Darin steht alles was ich, im Fall der Fälle, nicht möchte. Künstliche Beatmung und künstliche Ernährung gehören dazu. Ich habe keine Angst vor dem Tod. Ohne Patientenverfügung hätte ich Angst vor dem Sterben. Aber von dieser Angst kann sich jeder Mensch selbst erlösen. Eben durch die Patientenverfügung. Diese Verfügung soll in gesunden Tagen geschrieben und beglaubigt werden. Nur dann hat das ganze einen Sinn. Ich kann nur sagen: “Zögert nicht”. Ich weiss das die Beschäftigung mit Siechtum und Tod unangenehm und schmerzhaft ist. Man steht mitten im Leben. Der Tod kann warten. Diese Einstellung ist legitim und verständlich. Trotzdem ist der Tod nichts anderes als ein Teil des Lebens. Deshalb ist es, für mich, wichtig alles Menschenmögliche geregelt zu haben. Ich möchte nicht das meine Familie oder fremde Ärzte schwierige Entscheidungen treffen müssen. Diese Entscheidungen sollte jeder Mensch für sich selbst treffen. In gesunden Tagen. In Form einer Patientenverfügung.

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