“Walfang in der Schweiz”

31. Dezember 2011

Lila’s Meinung zum Thema – Interessant wie immer. Ich finde es immer wieder interessant das man sich seitenweise durch die Leserkommentare der Zeitungen liest. Irgendwie scheint mir immer die gleiche geschmacklose Brühe serviert zu werden. Ehrlich gesagt spare ich mir die Lektüre der Kommentare meistens.

Walfang in der Schweiz

Was ich zu den Krawallmachern in Bet Shemesh und anderswo denke, muß ich wohl nicht extra sagen. Aber eines macht mich wahnsinnig an den vielen Kommentaren (zB die seitenweisen Leserkommentare nach Gisela Dachs´ sachlichem Artikel in der Zeit): Leute, lernt endlich, daß Ultra-Orthodoxe  nichts mit Siedlungspolitik, Nationalismus und so weiter zu tun haben! Die meisten deutschen Leserbriefschreiber verwechseln schlicht Nationalreligiöse mit Ultra-Orthodoxen. Und wenn es um den religiösen Fanatismus der Ultra-Orthodoxen geht, fangen sie an, von Palästinensern, Rassismus und Apartheid zu faseln. Wie Pavlovsche Hunde, denen zum Thema Israel einfach nichts Palästinenserloses einfällt.

(…)


Agorot

31. Dezember 2011

Die Agora (hebräisch: אגורה, Plural Agorot, אגורות) ist die Untereinheit der Währung Israels, des Neuen israelischen Schekels. 100 Agorot ergeben einen Schekel. Zuvor waren bereits das Israelische Pfund (1960 bis 1980) und der alte Schekel (1980 bis 1985) in 100 Agorot unterteilt.


10 Agorot

31. Dezember 2011

Es wurde ja schon eine Menge geschrieben zu den aktuellen Vorgängen in Israel. Ich habe mir gut überlegt, ob ich meine 10 Agorot noch ausgeben soll. Aber irgendwie kann ich es nicht lassen.

Was sich in Israel zur Zeit an religiöser Konfrontation abspielt, ist für Menschen, die das Land kennen, nicht überraschend. Gerade der Konflikt in Bet Schemesh ist ja nicht neu. Das da mal der Deckel überkocht sollte nicht überraschen.

Der Konflikt zwischen Säkular und Religiös brodelt schon vor der Staatsgründung Israels. Das Status Quo Abkommen zwischen David Ben Gurion und der ultraorthodoxen Agudat Israel vom 19. Juni 1947 versuchte einen Ausgleich zwischen den Forderungen der Religiösen und den Erfordernissen eines demokratischen Staates zu finden. Faktisch ist der Status Quo gescheitert, was nicht nur die Schuld der religiösen Fraktion ist.

Die Frage ist ob ein moderner und demokratischer Staat Israel vereinbar ist mit religiösen Praktiken, die teilweise Jahrtausende alt sind und zu den Grundlagen des Judentums zählen.

Da kommt man schnell an die Grundfesten des Staates Israel: Ist Israel ein jüdischer Staat oder ein Staat aller seiner Bürger? Ist Israel ein Staat in dem die Thora oder die Gesetze einer säkularen Demokratie gelten sollen? Wenn Israel ein jüdischer Staat ist: Wer ist eigentlich Jude? Gilt ausschließlich die Halacha (Kind einer jüdischen Mutter oder Konversion zum Judentum)? In der Frage der Konversion: Welcher Übertritt wird anerkannt? Und welcher nicht? Alles Fragen die noch nicht geklärt sind. Israel hat noch keine Verfassung. In gewisser Weise ist diese Tatsache ein fataler Mangel in der demokratischen Welt. Aber: Ist ein anderer Staat mit solchen Fragen konfrontiert?

Israel hat einige religiöse Parteien mit nicht geringer Macht zu verzeichnen. Sind religiöse Parteien ein Segen oder ein Fluch? Soll Religion eine angemessene Rolle in der politischen Willensbildung spielen oder sollen Staat und Religion, Knesset und Synagoge, streng getrennt werden?

Dann gibt es da noch die vielen Facetten der Orthodoxie. Wer kann diese Facetten aufzählen? Die Orthodoxie wiederum hat nicht mit der Ultraorthodoxie gemeinsam. Dann gibt es noch nationalreligiöse Juden, die zur Armee gehen und Steuern bezahlen, und auch traditionelle Juden, für die Judentum ein Teil des Lebens, unter anderen Teilen, ist. Diese Gruppe scheint mir die Mehrheit zu sein. Nicht zuletzt gibt es noch Atheisten. Das scheinen, gerade vor dem Hintergrund der vielen Kriege, die Israel aufgezwungen worden sind, auch nicht wenige zu sein.

Wie immer ist es eine relativ kleine Gruppe von religiösen Fanatikern die eine grosse Aufmerksamkeit für sich verbuchen kann. Diese Fanatiker und Gewalttäter sind nicht der Mainstream des religiösen Judentums in Israel. Aber ihnen gilt das Medieninteresse. Wer Israel nicht kennt, kommt auf den Gedanken in diesen Fanatikern, die auch in der Orthodoxie isoliert sind, die Mehrheit der israelischen Bevölkerung zu sehen.

Das Problem, aufgebrochen in diesen Tagen, wird Israel noch lange beschäftigen. Eine endgültige Lösung sehe ich nicht. Zu massiv sind die anderen Probleme Israels, gerade aktuell wieder die atomare Bedrohung durch den Iran. Das Medieninteresse wird schnell verschwinden. Es ist wie immer. Irgendetwas wird schon hängen bleiben. Aber Israel lebt mit diesem Zustand des Medienkrieges schon seit seiner Gründung. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass dieser Krieg endet. Das hat weniger mit Interesse am Land Israel zu tun, als mit dem Bedürfnis Stereotype zu befriedigen.


Böller Alarm

30. Dezember 2011

Gestern, in der Strassenbahn, habe ich die ersten Menschen mit Böllern unter dem Arm gesehen. Auch heute wurde wohl kräftig gekauft und einige Verirrte können es nicht lassen schon heute mit der Knallerei anzufangen. Ich bin nur froh in einer Gegend zu leben, wo dieser Schwachsinn weder zu hören noch zu sehen ist. Der „Jahreswechsel“ ist hier ein ganz normaler Tag und die Leute haben mit ihrem Geld Besseres zu tun, als dieses in die Luft zu schiessen.

Was könnte mit den Millionen von Euro nicht alles getan werden um Not, auch in Deutschland, zu lindern? Wäre es nicht sinnvoller den Hungernden und Elenden wenigstens einmal im Jahr ein wirklich gutes Essen zu spenden?

Ich jedenfalls habe, wie jedes Jahr, einen angemessenen Betrag an die örtliche Tafel gespendet. Da ist mein Geld allemal besser aufgehoben als in der Infantilisierungsindustrie eines Jahreswechsels, der keine Bedeutung hat.


Was kann ein Mensch ertragen ?

28. Dezember 2011

Heute ist erneut das Unglück über Teresa Enke hereingebrochen. Ihr Bruder, Florian Reim, ist im Alter von nur 43 Jahren verstorben. Eine Lungenembolie. Was muss diese Frau noch alles ertragen ? Erst verlor Teresa Enke die Tochter Lara, dann ihren Ehemann, nun ihren Bruder. Wie mag es in Frau Enke aussehen ? Wie sind alle diese Verluste zu verkraften ? Findet Teresa Enke ein wenig Trost und Hoffnung in ihrer Arbeit bei der Robert Enke Stiftung ? Teresa Enke leistet grossartiges, indem sie, immer wieder, über die Depressionen ihres Mannes spricht. Auch wenn es wahrscheinlich weh tut. Ich bete für Teresa Enke in dieser erneuten Stunde der Trauer. Was kann ich sonst tun ?


Es lebe die Revolution !?

28. Dezember 2011

Zur Lage im Lande

28. Dezember 2011

Ach ja. Was wäre dieses Land ohne seine Frühstückspazifisten, die sich hinter vollgeladenen Tellern über das Elend der Welt aufregen? Was wäre unser Land ohne die Gutmenschen mit ihrer Kritik an Waffenexporten, die aber gleichzeitig gerne die Zinsen und den Wohlstand, aus eben diesen Waffenexporten, geniessen? Was wäre unser Land ohne die Anti-Antisemiten im Rocke des philosemitischen Pazifisten? Ach ja, die Juden. Sind ja manchmal ganz nett, solange sie in Ghettos konzentriert am Stadtrand leben und sich für die deutsche Seele konzentriert abschlachten lassen. Aber bitte mit Live Übertragung, kommentiert von Thomas Gottschalk und Michel Friedman. Dann ist die deutsche Seele beruhigt. Aber wehe, wenn Juden, noch dazu im Volkskonzentrat des Staates Israel, auf den Gedanken kommen, sich zu verteidigen. Noch dazu mit einer Armee. Ausgerüstet unter anderem mit Waffen aus Deutschland. Da kommt dem deutschen, pazifistischen, Gutmenschen doch glatt das Frühstücksei wieder hoch. Guten Appetit. Eier sind ohnehin nicht gesund. Mir kommen noch ganz andere Dinge hoch, wenn ich die gehirngewaschenen, natürlich völlig judenfreundlichen, deutschen Gutmenschen ihre stinkendende Gutmenschlichkeit aus dem Allerwertesten holen sehe. Oder noch schlimmer: höre. Wie zynisch und geschichtsvergessen kann ein Volk eigentlich sein? Der böse Sharon auf dem Ölberg. Aber ein Arafat, ausgelöscht werde sein Name, der Terroranschläge anordnet ist schon in Ordnung. Und jetzt die armen Menschen im Iran. Die böse israelisch-amerikanische Verschwörung will dem Irren in Teheran doch glatt den Spass verderben. Nix mit Atombombe bauen, um den jüdischen Staat auszulöschen. Spassverderber, diese Zionisten. Dabei hätten sich unsere gutmenschlichen Alt- und neu Antisemiten so gerne mit einer Dose Bier hinter dem Fernseher getroffen, um sich das Schauspiel nicht entgegen zu lassen. Was die Deutschen nicht geschafft haben, erledigen nun die iranischen Brüder. Schade für unsere gutmenschlichen Antisemiten, dass es nicht so weit kommen wird. Israel wird sich zu verteidigen wissen. Da kommen ein paar Wohnungen in Ostjerusalem gerade recht. Natürlich auf dem Boden der Opfer (auch „Palästinenser“ genannt), die auf dem gleichen Boden seit Jahrzehnten nichts zustande bringen. Aber wie man das Mitleid der TV-Welt und besonders deutscher Regierungen erweckt weiss man Ramallah immerhin. Niemand hat, seit dem Zweiten Weltkrieg, so viel Entwicklungshilfe bekommen wie die „Palästinenser“. Den Krieg der Bilder hat Israel verloren. Weinende Kinder und Frauen vor Schuttbergen machen sich immer gut. Das wissen die Propagandisten in Ramallah. Ein gewisser Herr Goebbels wäre stolz auf seine Schüler gewesen. Damit ist die deutsche Welt am Frühstückstisch wieder in Ordnung. Ist das nicht schön?


Gutes Neues Jahr !

28. Dezember 2011

Von Chanukka zu Purim

26. Dezember 2011

Chanukka. Kerzen. Licht. Stille. Das Licht einer Kerze. Jeder Tag bedeutet eine Kerze mehr. Jeder Tag bedeutet ein bisschen mehr Licht. Jeder Tag bedeutet mehr Licht im Herzen. Das Licht im Tempel. Das Öl. Es reicht. Jeden Tag reicht es. In jüdischer Tradition sind wir dazu aufgerufen dieses Wunder so zu erleben, als ob es uns, ganz persönlich und unmittelbar, gilt. Wir stehen, in Gedanken, im Tempel und Stauben. Das Öl. Ein Wunder. Das Öl reicht. Jeden Tag neu. Bis zur letzten Kerze. Chanukka. Licht. Wärme.

Purim. Auch so ein Wunder. Die persischen Juden sollten vernichtet werden. Ein einziger Mensch, Königin Esther, verhindert das Blutbad. Auch das ein Wunder. Ein einziger Mensch. Die Redewendung „Mit Hilfe Gottes“ erhält ein ganz neues Gewicht. Wir Menschen dürfen auf den Zuspruch Gottes hoffen. Gott ist bei uns. Gott ist mit uns. Gott befähigt uns dazu Dinge zu tun, die weit über unsere Kräfte gehen. Ein Mensch, Esther, hat ein Volk gerettet. In der Synagoge ist Purim nicht mit Ruhe verbunden. Beim Wort Haman, des versuchten Mörders, brandet ohrenbetäubender Lärm auf. Es soll nicht des Mörders gedacht werden. Ausgelöscht werde sein Name. Haman hat sich am Volk Gottes versündigt. Alleine durch seine Gedanken. Er hat die gerechte, göttliche, Strafe erhalten. Wie ist das mit uns? Auch bei Purim sollen wir das Fest und der Geschichte so denken, als ob es um uns persönlich geht. Du (!) bist in Lebensgefahr. Du (!) wirst errettet. Versündigst Du!) dich nicht an Gott, in Worten und in Taten. Also auf mich trifft das zu. Ich gestehe meine Schuld. Aber kein Mensch wird richten. Alleine Gott wird richten. Ich werde nicht tiefer fallen als in Gottes Hand.

Chanukka und Purim. Der Tempel und die Rettung aus höchster Gefahr. Auch heute noch ist beides keine Theorie für das jüdische Volk. Wir sind gemeint. Egal ob Mann und Frau. Es ist an uns der Wunder zu gedenken und in Gottes Wegen zu gehen. Jeden Tag neu.


Spottet nur !

26. Dezember 2011

Oh ja – spottet nur über meine Sehnsucht nach dem Messias. Spottet nur über meinen Glauben. Ihr tut mir wirklich leid. Ist das Leben nicht traurig ohne den Glauben an Gott? Ist das Leben nicht dunkel ohne das Licht der göttlichen Verheissung? Ich kann euren Spott so gut verstehen. Es ist der Spott einer Verzweiflung. Und ich verstehe diese Verzweiflung. Wie verzweifelt muss ein Leben ohne das Wort Gottes sein? Wie verzweifelt muss ein Leben ohne die feste Überzeugung sein, nie tiefer als in Gottes Hand fallen zu können? Ich bete für Euch. Ich bete darum, dass ihr nicht den Boden unter den Füssen verliert und, vielleicht im letzten Moment, das göttliche Licht seht. Amen.


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