Es ist eine schwierige Aufgabe. Positiv Denken trotz Depression? In einem richtig guten Gespräch, am heutigen Morgen, kam folgende Frage auf: „Wann habe ich beschlossen, depressiv zu werden?“ Die Frage hört sich absurd an. Aber sie trifft den Kern der Sache. Menschen werden nicht bei der Geburt depressiv. Meistens ist der Weg in die Depression weit, aber ziemlich bequem. Depression heisst auch, dass andere Menschen schuldig sein können. Verantwortung abgeben. Das ist nicht falsch. Aber es ist auch nicht die endgültige Lösung. Gibt es „Schuld“ in dieser Frage? Sind die Bewertungen von falsch und richtig sinnvoll, wenn man über Depression spricht? Kann ich eigentlich ohne Bewertungen über Depression sprechen oder ist das gar nicht möglich? Weil ich betroffen bin? Weil, mit mir, ganz viele andere Menschen betroffen sind? Wie auch immer: Das Gespräch war intensiv und sehr gut. 50 Minuten, die gut getan haben. Außerhalb der Therapie. Außerhalb der Institutionen. Von Mensch zu Mensch. Sie ist eine gute Zuhörerin. Ich spüre regelrecht, wie es in ihrem Kopf „Klick“ macht. Empathie. Immer wieder. Das ist gut zu wissen. Womit habe ich dieses Geschenk verdient?

