Es geschah in Rehovot. Sechs Mitglieder einer Familie, darunter 5 Kinder, sterben bei einem Feuer.
Es handelt sich um den 38-jährige Guy Shaer und seine fünf Kinder - Eliav, 11, Evyatar, 8, Amitai, 7, Shira, 3,und Itamar, 1.
Nur Avivi, die Frau und Mutter überlebt die Tragödie. Avivi hatte erst in der letzten Woche ihren Bruder verloren.
Die Nachbarschaft ist erschüttert und entsetzt. Der Bruder verlor den Kampf gegen den Krebs. Was soll man, nach einer solchen Tragödie, sagen? Wie kann man trösten?
Ein Mittel des Trostes ist das Gebet. Avivi weiss sich geborgen in einer Nachbarschaft, die nicht wegschaut, sondern hilft. Eine Nachbarschaft, die um das Seelenheil der Verstorbenen betet und die Avivi Kraft gibt. Kraft einfach durch die Tatsache der Solidarität.
Überhaupt stelle ich in Israel fest, das nicht weggeschaut wird. Es wird immer wieder hingeschaut und Solidarität ist nicht nur ein Wort. Solidarität ist tägliche Praxis. Solidarität in der Freude. Solidarität in der Trauer.
Vielleicht ist das ein Ergebnis der jahrzehntelangen Bedrohung des Landes. Man lernt, zusammenzustehen und aufeinander aufzupassen. Ich erfahre das immer wieder, wenn ich im Land bin. „Rufe an, wenn Du etwas brauchst“ ist keine Floskel. Das durfte ich schon oft erleben. So eine Solidarität, unter Nachbarn, Arbeitskollegen, Freunden würde ich mir in Deutschland auch wünschen.
Käme in Deutschland jemand auf den Gedanken, gemeinsam mit Avivi, zu beten?
Verfasst von grenzgaenge 





