Nachtrag
2 July 2008 at 18:35 | In Bilder, Jerusalem | No Commentsder heutige anschlag in jerusalem geschah an der kreuzung jaffa road/sa’arei israel. ich kenne diese kreuzung gut weil sie sich in naechster nahe zum jerusalemer zentralen busbahnhof befindet.
ueberhaupt. die jaffa road. ich mag diese strasse, bin sie schon oftmals auf und ab gelaufen, habe in geschaeften gestoebert und in meinem absoluten lieblingsrestaurant in jerusalem, dem village green, leckere vegetarische und koschere koestlichkeiten geniessen duerfen.
es geht mir wie so vielen israel freaks: wenn von einem anschlag die rede ist tauchen bilder und erinnerungen in mir auf. solches geschehen ist nicht mehr weit weg. vor allem wenn der mensch alleine reist entwickelt er ganz spezielle verbindungen zu verschiedenen orten, strassen, gebaeuden und natuerlich menschen. die jaffa street ist so eine strasse bei der sich sofort bilder und erinnerungen einstellen.
Grenzorte: Kibbutz Sde Boker
12 May 2008 at 17:16 | In Bilder, GrenzOrte | No Commentsein kibbutz mitten in der negev wueste. hier liegen der erste ministerpraesident israels, david ben gurion, und seine frau paula begraben. hinter den graebern bietet sich ein unglaublicher blick auf die negev wueste. warum nun liegt david ben gurion hier, im kibbutz sde boker, begraben und nicht auf dem herzlberg in jerusalem ? es war der wunsch von david ben gurion hier begraben zu werden, mitten in der negev wueste. eine seiner visionen war die wueste erbluehen zu lassen. sein bescheidenes haus im kibbutz sde boker kann besucht werden. ich denke der kibbutz sde boker ist immer einen besuch wert.
Nachbetrachtung zum Yom ha Atzmaut
9 May 2008 at 12:01 | In Bilder, ILI, Veranstaltungen | 5 Commentshallo leute,
kurz vor schabbes noch ein paar worte zum israel tag.
zunaechst einmal: das wetter war grossartig. so viel sonne auf einmal habe ich selten gesehen
da war es kein wunder das beim israel tag maechtig was los war. richtig viele menschen, gute stimmung. es wurden sehr wenige reden gehalten (nur ein vorstandsmitglied der gemeinde und der amerikanische gesandte) und von da an: musik, tanzen, freude, leckere falafel. eine absolut gelungene veranstaltung. vielen dank an die cora und an leo der ili aufgebaut hat
danach ging es dann in die gemeinde. das bild war gleich: viele menschen, gute stimmung, es wurde getanzt und gesungen. auch hier wurde nur eine sehr kurze rede gehalten. vom geschaeftsfuehrer der gemeinde. man traf gestern auch leute die man sonst eher selten sieht in der kehille. also eine gelungene veranstaltung auch hier.
bilder vom israel tag gibt es auf der grenzgaenge flickr seite.
der yom ha atzmaut in israel ist ohne zwischenfaelle verlaufen. baruch ha schem !
jetzt wird es zeit SCHABBAT SCHALOM zu sagen
der grenzgaenger wird bis zum spaeten sonntag abend nicht mehr am pc sein. bis bald …
SCHABBAT SCHALOM !
Eine Schul in Tel Aviv
16 March 2008 at 18:51 | In Bilder, Schul, Tel Aviv | No Commentseine meiner lieblingssynagogen. im herzen tel aviv, auf der bograshov street, nicht weit von der dizengoff street entfernt. wirklich mitten im herzen von tel aviv.
was sagt man beim betreten einer schul unter anderem ?
wie schoen sind deine zelte, yaacov, deine wohnstaetten, israel! durch die fuelle deiner gnade darf ich in dein haus kommen … ich richte mein gebet zu dir, ewiger, zur zeit des wohlgefallens, in der fuelle deiner gnade erhoere mich mit deiner treuen hilfe.
das die wohnstaetten israels schoen sind - das erfahre ich immer wieder wenn ich in eine schul komme. ob nun in diese hier oder in eine andere. es ist immer eine entdeckungsreise.
“ich richte mein gebet zu dir”. dazu braucht es wiederum keine schul. beten kann ich ueberall. in der bahn, im flugzeug, auf der strasse, am schreibtisch. beten. das funktioniert mit und ohne gesten. beten im stillen, alleine. beten. in der gemeinschaft. beides hat vor- und nachteile.
“zur zeit des wohlgefallens”. also. ich bete drei mal am tag. so wie ich es gelernt habe. aber in guten zeiten weniger intensiv als in zeiten der not ? stimmt. ich habe lernen duerfen das beten weniger eine pflicherfuellung darstellt als vielmehr ein mittel ist seinen eigenen stellenwert zu bestimmen. ich bin nicht der mittelpunkt (will es auch immer weniger sein), g”tt ist der mittelpunkt. um mich in guten zeiten daran zu erinnern bete ich. um nicht den ueberlick zu verlieren, nicht den stellenwert.
auf der anderen seite aber nehmen auch probleme eine andere stellung ein. sie werden weniger (be)drueckend weil es doch “nur” menschliche probleme sind. g”tt wacht ueber uns und er wird letztendlich richten.
“in der fuelle deiner gnade erhoere mich mit deiner treuen hilfe”. ich zadere auch manchmal mit g”tt. frage mich warum g”tt dieses und jenes zulaesst. verzweifle an ganz kleinen, ganz irdischen dingen. in solchen stunden faellt es mir schwer an die treue hilfe g”ttes zu glauben. aber ich denke das ist wichtig, die sache mit dem zweifel. zweifel machen stark wenn sie nicht zum verzweifeln fuehren, zum sich-selbst-aufgeben. nach dem zweifel kommt das aufatmen, nach der dunkelheit strahlt die hoffnung um so heller. ich denke es ist kein ziel ohne zweifel zu glauben. zweifel gehoeren zum leben. wichtig ist es wieder vertrauen zu finden.
wenn es mir richtig schlecht geht setze ich mich in eine schul - ganz alleine. ohne mitbeter, ohne rabbiner, ohne liturgie. nur mit den psalmen in der hand. mir hilft das um den grund der verzweiflung neu einzuordnen, ins richtige licht zu ruecken. danach sind die zweifel nicht verschwunden. aber mein herz ist leichter. ich habe einen lichtstrahl gesehen. das reicht.

Die Schul und der Grenzgaenger
7 January 2008 at 16:38 | In Bilder, Grenzgaenge, Schul | 3 Commentsein langes thema. erst einmal: warum “schul” und nicht “synagoge” ?
ich mag den begriff “synagoge” nicht sonderlich, es ist ein griechischer begriff, befrachtet mit vielen unangenehmen erinnerungen.
“synagoge” geht zurueck auf das griechische wort fuer “sich versammeln”.
wer eine schul kennt weiss aber das man sich dort nicht nur versammelt. zum beispiel zum gebet. die schul ist auch ein ort zum lernen (eine zentrale bedeutung). die schul ist ein ort der diskussion, der freude, der trauer. ein ort an dem freundschaften entstehen und manchmal auch zerbrechen.
die schul ist ein ort an dem quellen gezeigt werden: quellen des judentums, des juedischen lernens.
die thora ist eine solche quelle, der unterricht nennt sich “schiur”, ein unterricht nicht (nur) fuer kinder, sondern (vor allem) fuer erwachsene.
es werden aber aber auch ganz praktische dinge des juedischen lebens behandelt wie z.b. die bedeutung der beschneidung, den ablauf einer juedischen hochzeit oder auch die bedeutung juedischer geschichte.
die schul ist ein ort an dem pluralismus erlebt werden kann. wie viele stroemungen gibt es im judentum ? wie viele braeuche ? auch die orthodoxie hat unmengen an stroemungen aufzuweisen, sie ist kein monolithischer block. das leben in einheitsgemeinden ist bunt und manchmal auch nicht frei von konflikten. so soll es sein.
eine schul ist auch ein ort der trauer und ein ort um wieder kraft zu tanken. wenn es mir schlecht geht setze ich mich in die schul, alleine. mache mir bewusst das es jemanden gibt der “hoch erhaben” ist ueber allen menschlichen freuden und noeten, ueber schlechte worte und drohungen.
ich mache mir bewusst das ich mich dazu entschieden habe ihn als “hoechste instanz” zu respektieren. ohne auf menschen herabzuschauen. beides gehoert zusammen. es ist ein vorurteil von menschen die glauben nicht kennen das religioese menschen ihre mitgeschoepfe gering achteten. weil ihre hoechste instanz g”tt ist. ganz im gegenteil: ich habe (wieder) gelernt meine mitgeschoepfe zu achten seitdem ich religioes lebe.
die schul bedeutet auch einen rabbiner zu haben dem ich mich anvertrauen kann. irgendwie scheint der rabbiner immer gleich gut gelaunt zu sein. ernst, aber herzlich. weit entfernt von allen uebertriebenen gesten. aber ein mensch der da ist, der einen annimmt wie man ist. kein grund sich zu verstellen.
in der schul erlebe ich den juedischen jahreskreis mit seinen festen der freude und trauer, des dankens und denkens.
gedenken ist eines der zentralen elemente juedischen lebens. nicht in form von schuldzuweisung, aber in der form seine geschichte anzunehmen. “gedenken” an verschiedenen ufern: gedenken an die schoa, gedenken an den schabbat. “huete und gedenke”, beides gehoert zusammen.
bald erinnern wir uns am sederabend an den auszug aus aegypten, es ist dann wieder pessach.
schul bedeutet fuer mich (wieder) einen festen kalender zu haben, mit dem schabbat im zentrum.
am schabbat gehe ich in die schul um die “braut schabbat” zu empfaengen und einen anderen teil des festen kalenders zu erleben: die lesung aus der thora.
schul bedeutet fuer mich auch: die eine in deutschland, die andere(n) in israel. vor allem in har nof (jerusalem) und in tel aviv.
egal wo ich bin: es gibt ein ort an den ich gehen kann - eine schul.

Alte Photos
1 January 2008 at 14:06 | In Alltaegliches, Bilder | No Commentshallo zusammen,
erst einmal wuensche ich allen die es gefeiert haben ein gutes jahr 2008 und allen anderen einen guten tag.
stellt euch vor: beim aufraeumen habe ich ein paar negative gefunden. erinnert ihr euch noch ? frueher gab es keine digitalkameras, da hat man seine bilder entwickeln lassen, es gab dann photoalben und eben negative fuer nachbestellungen usw.
gestern fand ich also negative von meiner ersten israel reise im jahr 1995. mensch, schon 13 jahre her.
morgen werde ich die negative gleich zum photohaendler tragen damit er diese einschicken kann - zum digitalisieren.
wenn ich die cd in den haenden halte werde ich die bilder natuerlich ins web stellen - wofuer hat man einen photoblogg und eine space ?
herzliche gruesse,
euer grenzgaenger
Ein Kontrast
26 December 2007 at 19:31 | In Bilder, Tel Aviv | No Commentszum vorherigen bild ist tel aviv - jaffa. auch dorthin zieht es mich bei jedem israel aufenthalt. die strandpromenade von tel aviv ist einfach klasse und es lohnt sich die gesamte strecke abzulaufen und dafuer einen ganzen tag einzuplanen. man macht schliesslich urlaub und ist nicht auf der flucht

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