Es geht wieder los
22 June 2008 at 16:24 | In Gedanken | No Commentsisrael oeffnet einige warenuebergaenge nach gaza. eine gute nachricht ? ich glaube nicht. es gab zu viele anschlaege an diesen uebergaengen, es wurde zu oft versucht waffen und sprengstoff nach israel zu schmuggeln. viel zu oft ist es gelungen. teilweise getarnt als “humaniteraere hilfe” in krankenwagen. ich fuerchte es ist nur eine frage der zeit bis zum ersten anschlag am grenzuebergang oder im herzen israels. ich denke auch an die soldaten, junge maenner und frauen, die als erste den preis fuer diese humanitaet bezahlen. lesenswert zu diesem thema ist auch ein artikel von lila.
Entwicklungshilfe ?
10 May 2008 at 23:16 | In Gedanken | 1 Commentwieder eine naturkatastrophe. diesmal in birma. 100.000 tote (wer kann sich diese zahl vorstellen ?) und eine korrupte “regierung” die blind fuer das elend der menschen ist.
hilfstransporte werden aufgehalten. hilfsgueter werden “durchsucht”. in anderen worten: sie werden gepluendert. die beduerftigen erreicht kaum noch etwas an.
dieses problem kennen wir auch aus den palaestinensischen autonomiegebieten: entwicklungshilfe wurde umgeleitet auf das konto von herrn arafat und seiner gefolgschaft. unter anderem wurden damit neun geheimdienste finanziert.
es stellt sich die frage wie verhindert werden kann das mit entwicklungshilfegeldern korrupte, antidemokratische, regime gestuetzt werden.
die allgemeine antwort lautet: die verwendung der entwicklungshilfe muss besser kontrolliert werden. eine gute idee. aber wie funktioniert das in regimen die solche kontrolle mit allen mitteln verhindern wollen ? entfuehrungen von mitgliedern der hilfsorganisationen sind nicht selten.
ein anderes problem mit der entwicklungshilfe ist das eben nicht “hilfe zur selbsthilfe” geleistet wird. die empfaenger von entwicklungshilfe werden von der eigeninitiative entwoehnt. das ist ein nicht untypisches ergebnis staatlicher versorgung ohne gegenleistung. entwicklungsHILFE kann also das gegenteil von hilfe bedeuten.
ist entwicklungshilfe vielleicht auch der versuch das eigene gewissen zu beruhigen ? man ist ja humanitaer und hilft den beduerftigen. ist doch eine schoene sicherheit. solange man nicht naeher hinschaut.
ich bin dafuer den beduerftigen zu helfen, gerade den opfern von naturkatastrophen. die menschen haben die katastrophe die ueber sie kam nicht zu verantworten.
ich befuerchte nur das auch in birma die beduerftigen, die opfer der katastrophe, die letzten in der kette sein werden und nur einen bruchteil der hilfe bekommen.
was tun ? ich habe kein (patent)rezept. was bleibt ist ratlosigkeit.
60 Jahre Israel
6 May 2008 at 13:18 | In Gedanken, ILI | No Commentsist das nicht ein wunder ? der staat israel wird 60 jahre alt !
60 jahre israel - trotz der staendigen bedrohung durch die “nachbarn” !
60 jahre israel - trotz aller kritik von seiten des “weltgemeinschaft” !
60 jahre israel - trotz aller inneren konflikte !
60 jahre israel - ein land das eine einwanderungswelle nach der anderen integriert hat !
60 jahre israel - ein land mit so unterschiedlichen staedten wie tel aviv und jerusalem !
60 jahre israel - heimat der monotheistischen religionen !
60 jahre israel - ein land der zukunftstechnologien !
60 jahre israel - eine einmalige aufbauleistung !
60 jahre israel - das heisst auch: dem druck von aussen zu widerstehen, weiterzumachen !
60 jahre israel - das bedeutet fuer mich: so unterschiedliche orte wie der rothschild boulevard in tel aviv und die westmauer in jerusalem !
60 jahre israel - das sind fuer mich immer neue entdeckungen !
60 jahre israel - das ist eine landschaft die sich hinter jeder ecke aendert !
60 jahre israel - die einzige demokratie im nahen osten !
60 jahre israel - der versuch ein “normales leben” zu fuehren trotz selbstmordattentaten !
60 jahre israel - das sind fuer mich freundInnen im land die teilweise die ganze geschichte dieses jungen staate miterlebt und mitgestaltet haben !
60 jahre israel - das ist fuer mich eine wiederkehr. immer wieder kehre ich in dieses land zurueck !
60 jahre israel - das sind entzugserscheinungen wenn ich laenger als ein paar wochen nicht dort war !
60 jahre israel - das ist die vorfreude auf die naechste reise !
60 jahre israel - gedanken an die entfuehrten soldaten und ihre familien !
60 jahre israel - gedanken an die opfer des terrors. vor yom ha atzmaut kommt yom ha sikaron !
60 jahre israel - ein grund zu feiern !
60 jahre israel - positive verpflichtung im engagement fuer dieses kleine land mit den vielen facetten nicht nachzulassen !
60 jahre israel - das ist der israel tag am 08. mai !
Das Nahostquartett
5 May 2008 at 17:24 | In Gedanken | No Commentsist immer schnell wenn es um die verurteilung israels geht. die boesen israelis duerfen keine weiteren stadtviertel in jerusalem bauen, sie muessen die siedlungen raeumen, das westjordanland und den golan abgeben … und am besten gleich kollektiven selbstmord durch ertraenken im mittelmeer begehen ? !
bleibt nur eine bescheidene frage: wo waren die damen und herren nach dem massaker an der mercaz ha rav jeshiva in jerusalem ? wo waren da die klaren worte ? … ach so: da haben nationalreligioese juden gelernt. die sind so unverschaemt nicht nur juden zu sein. sondern auch noch religioes. also boese juedische extremisten. dann haben die noch das konzept von volk, land und thora israel ? boese imperialisten, siedler, terroristen. also so was … natuerlich war das massaker gerechtfertigt. sozusagen eine verzweiflungstat eines unterdrueckten terror … aeh … freiheitskaempfers. er hat fuer eine welt ohne juden gekaempt und gleich ganz produktiv angefangen. in einer jeshiva. wann wir diesem freiheitskaempfer posthum der friedensnobelpreis verliehen ? vielleicht sollte sich das nahostqartett in seiner naechsten sitzung mit dieser frage beschaeftigen ?
Hebron
5 May 2008 at 16:56 | In Gedanken | No Commentsim jahre 1929 hatte hebron eine bluehende juedische gemeinde. in hebron befinden sich die graeber von abraham und sarah. 1929 gab es ein massaker an den juden in hebron. 1967 feierte eine gruppe religioeser juden unter leitung von rabbiner mosche levinger das pessachfest in hebron und mietete sich in einem hotel ein. spaeter weigerte sich die gruppe hebron wieder zu verlassen. die zeit in der hebron “judenrein” war ist damit beendet. man mag die aktion (und die person) von mosche levinger und die rolle von gush emunim (block der getreuen) beurteilen wie man will. mit der aktion im jahre 1968 haben mosche levinger und seine anhaenger gezeigt das der versuch hebron “judenrein” zu machen gescheitert ist. seitdem leben in hebron wieder juden. verachtet von der weltoeffentlichkeit. aber das gilt fuer alle israelis die ausserhalb der (nicht von g”tt bestimmten) “gruenen linie” leben. levinger und seine leute haben mit der ansiedlung in hebron das g”ettliche gebot erfuellt das ganze land israel zu besiedeln. diese mitzwa versteht man ausserhalb israels natuerlich nicht. wie soll man in der diaspora eine mitzwa verstehen die nur innerhalb des landes israel erfuellt werden kann ? viel wichtiger ist aber etwas anderes: mit der gruendung einer neuen juedischen gemeinschaft in hebron hat sich gezeigt das die antisemitischen moerder das ziel ihres terrors nicht erreicht haben. es ist ihnen nicht gelungen hebron “judenrein” zu machen. genau so wenig wie es den nazis gelungen ist die welt ethnisch zu saeubern. die gleiche frage ergibt sich aus der raeumung von gaza, aus den ueberlegungen jerusalem zu teilen, das westjordanland abzugeben, den golan ? abgesehen von der religioesen bedeutung dieser frage, von den sicherheitspolitischen risiken fuer den staat israel, stellt sich die frage: “ist es wirklich sinnvoll dem terror nachzugeben ?” welche wirkung hatte die raeumung des gazastreifens fuer die bewohner suedisraels ? noch mehr terror, noch mehr raketen. das alles als ergebnis eines israelischen entgegenkommens. mit jeder rueckgabe von israelischem land wird nicht nur gegen ein religioeses verbot verstossen. jedes zurueckweichen vor dem terror, der gewalt, der oeffentlichen meinung ist ein falsches zeichen an terroristen. jedes zugestaendnis wird als zeichen der schwaeche gedeutet. ergebnis ist das sich der terror verstaerkt. diese “logik” beschraenkt sich laengst nicht mehr auf den nahen osten. es geht bei der stellungnahme pro (oder contra) israel laengst auch darum wie wir in europa leben wollen. das hat auch mit migrationsbewegungen zu tun. die islamisierung ganzer gesellschaften ist laengst kein problem mehr das den nahen osten alleine vetrifft. juedische gemeinde in europa spueren dies tag fuer tag. darueber hinaus spueren es die menschen in europa durch anschlaege und die reaktionen darauf. letzendlich sind ausweichende reaktionen auch eine stellungnahme. solange israel so einseitig verurteilt wird wie bisher (ohne sich besser zu informieren) steht das signal auf rot. israel ist die einzige demokratie im nahen osten. deshalb sollte es im interesse der demokratischen welt sein israel zu unterstuetzen. ein scheitern der israelischen demokratie waere ein falsches signal ueber die grenzen des staates israel hinaus. ein erfolg von positionen die eine stadt wie hebron “judenrein” machen wollen waere nicht nur angesichts der juengeren deutschen geschichte unertaeglich. sie waere auch ein signal solche aktionen ueber den nahen osten auszuweiten. darueber sollte man nachdenken bevor man “die siedler” pauschal verurteilt.
Tikkun Olam
13 March 2008 at 18:06 | In Gedanken | 3 Commentstikkun olam. das bedeutet “verbesserung der welt” oder “reparieren der welt”. mir gefaellt die erklaerung “verbesserung der welt” besser. ich finde es etwas ueberzogen mit der “reperatur der welt” zu beginnen. dieses privileg bleibt haschem vorbehalten.
verbessern koennen wir die welt allerdings alle. direkt, in diesem moment, da wo wir sind. umkehr, ganz gleich was wir sind und was wir (nicht) glauben.
“verbessern” kann schon ein laecheln sein, ein gutes wort, eine freundliche geste. das fuehrt auch zu einem inneren tikkun olam. zu mehr zufriedenheit mit sich selbst. es bedeutet nicht seinen standpunkt der mehrheit oder dem gespraechspartner anzupassen. ich stehe sicherlich nicht im verdacht mit meiner meinung hinter dem berg zu halten. es kommt darauf an wie man seine meinung vertritt. ein grosser nachteil der virtuellen welt ist das man seine gespraechspartner nicht kennt, nicht sieht. ich spuere selbst das ich anders, oft haerter formuliere als im direkten dialog.
tikkun olam - ein weg ist fuer mich das fuehren eines moeglichst religioesen lebens. mit allen schwaechen und staerken. es bedeutet fuer mich die 3 gebete zu sprechen, kaschrut zu halten, schabbat zu halten. den menschen in der schul bruder zu sein, ein teil der gemeinschaft, einer unter vielen. nicht mehr.
tikkun olam - das bedeutet einzustehen fuer den glauben dem ich mich aus freien willen angeschlossen habe, fuer das volk und fuer das land. israel.
tikkun olam - das bedeutet mitmensch zu sein. fuer den nachbarn, den freund, den kollegen.
das ist meine ganz persoenliche sicht der dinge. andere menschen haben andere ideen zum tikkun olam. wichtig ist anzufangen. jetzt.
Ein nettes Maerchen …
9 March 2008 at 12:08 | In Gedanken | No Commentswenn es nicht so traurig waere koennte man herzhaft darueber lachen. immer wieder hoert und liest man wenn “die israelis” ihre “gewalttaetige besatzung” beenden wuerden dann, ja dann, wuerde im nahen osten der frieden ausbrechen.
ich frage mich woher die leute solches wissen und solche gewissheit nehmen.
steckt dahinter der wunsch nach einem kollektiven selbstmord des staates israel ? das waere ein grund, immerhin.
oder ist es nur unwissen ?
ist bei solchen menschen nicht angekommen was seit dem ende der israelischen besatzung (um es in ihrer sprache zu sagen) passiert ist ? schon mal was von gaza gehoert ? ein nettes fleckchen urlaub, bestens geeignet fuer einen kleinen erholungsurlaub. was ist seit dem abzug der israelischen armee passiert ? ein massenschlachten unter den palaestinensern, andauernder (raketen)terror gegen sued israel. das also geschieht wenn die boesen israelis ihre unmenschliche besatzung aufheben.
was in gaza passiert sollte eigentlich nicht mehr die sache israels sein. schliesslich wurde von der autonomieregierung immer wieder gesagt das israel sich aus den angelegenheiten herauszuhalten hat nach so vielen jahren der besatzung. na schoen. ist auch besser so. israelische soldaten wollen ganz bestimmt lieber nach hause als nach gaza. fuer “humanitaere hilfslieferungen” sind die israelis aber dann doch gut genug. als kleines dankeschoen gibt es dann ein paar raketen und anschlaege.
etwas anderes ist es wenn der sueden israels mit raketen bombadiert wird. jeder demokratische staat hat die erste pflicht seine buerger vor terror zu schuetzen. israel ist ein demokratischer staat. auch wenn es den kritikern nicht passt. mit fehlern zwar. aber ich moechte nicht wissen was in deutschland in einer aehnlichen situation los waere. bisher hat israel es nicht geschafft den raketenbeschuss zu unterbinden. das ist wahr. vielleicht war der abzug aus gaza doch ein fehler ?
davon abgesehen das siedler vertrieben, die siedlungen zerstoert wurden ? fuer den angeblichen frieden ? wir sehen ja wie der frieden aussieht. in gaza, im sueden israels.
nun auch noch das westjordanland raeumen ? ostjerusalem ? den terror sich ausdehnen lassen ? jeglicher weitere abzug ist nichts anderes als eine einladung fuer die hamas weil jedes nachgeben israels als schwaeche gefeiert wird. im nahen osten gelten nun mal andere gesetze als in deutschland.
nein, israel koennte sich auch auf den kuestenstreifen von tel aviv zurueckziehen. es wuerde nichts aendern.
den gegnern israels geht es nicht um land, erst recht nicht um frieden sondern schlicht und ergreifend um die vernichtung des demokratischen gemeinwesens namens israel. das israel auch noch ein juedischer staat ist macht die position der gegner klarer.
also ein ende der besatzung und der friede bricht aus ? ein schoener frieden ist das, wirklich.
wie schrieb henyrk broder so schoen: “hurra, wir kapitulieren”.
guten tag !
Sagt ruhig ….
6 March 2008 at 18:21 | In Gedanken | No Commentsich waere zynisch. sagt ruhig ich waere depremiert.
aber ich glaube nicht mehr an den frieden in dieser welt. ich glaube das der frieden kommen wird weil es so geschrieben steht. weil ich es jeden tag bete. aber dieser frieden ist nichts was wir in unserer welt erreichen koennen. das bleibt der zukuenftigen welt vorbehalten. nach dem kommen des messias wird frieden sein. was bleibt ? zu beten, zu hoffen. das hat nichts mit resignation zu tun. eher mit dem gegenteil.
Was sagt Rabbiner Donin ?
5 March 2008 at 13:33 | In Gedanken, Literatur | No Commentsein standardwerk nicht fuer menschen die zum judentum uebertreten wollen ist das buch “juedisches leben” von rabbiner chajim halevy donin. es erklaert die gruendzuege (orthodoxen) judentums und ist ein quelle des wissens ueber juedisches leben.
was schreibt rabbiner donin nun zum thema “die erziehung von kindern” ?
* das hebraeische wort fuer erziehung heisst chinuch. woertlich uebersetzt bedeutet dies “weihung”
die hauptziele der erziehung juedischer kinder sind laut rabbiner donin:
1. die moralischen und ethischen werte des juedischen erbes zu uebermitteln.
2. die aktive beachtung der toragebote (mitzwot) zu foerdern.
3. das wissen von tora, talmud und den hauptsaechlichen juedischen quellen zu vermitteln.
4. ein starkes identitaetsgefuehl mit und interesse fuer alle juedischen menschen zu schaffen.
Ueber den Sinn von Erziehung
5 March 2008 at 13:20 | In Gedanken | 2 Commentsgestern im schiur kam es wieder zum ausdruck: eine voraussetzung fuer (innere und aeussere) freiheit ist erziehung.
das kann ich nur bestaetigen.
in den letzten wochen ist viel von (jugend)gewalt die rede und von der frage wie man gewalt am besten begegnet.
ich glaube wenn diese diskussion gefuehrt werden muss ist es zu spaet.
warum gibt es leute die andere menschen angreifen, alten omas die handtasche entreissen, welche meinen das die allgemeinen regeln des zusammenlebens (die eigentlich nichts anderes sind als die zehn gebote) fuer sie nicht gelten ?
warum also stehle ich nicht ? weil es eine suende ist.
warum also ermorde ich niemanden ? weil es jenseits meines horizontes ist und weil es suende ist.
uebertrete ich die gebote niemals ? natuerlich uebertrete ich die gebote. ich bin kein heiliger. aber wenn ich die gebote uebertrete schade ich keinem dritten. (wie die mehrheit der menschen). wenn ich das abendgebet auslasse weil es mir an manchen tagen einfach zu schwierig ist zu beten ist es eine sache die mich betrifft. niemand anderen. wenn ich irgendwo einbrechen wuerde ist es keine sache die nur mich betrifft. es geht um den besitz eines anderen menschen und damit auch um seine freiheit. das ist der unterschied.
ist es wirklich gut fuer seinen eigenen vorteil alles zu tun ? zu heucheln ? ich sage nein. ich verzichte dann lieber auf meinen eigenen vorteil. ich weiss das es weltfremd ist. aber ich muss nicht mit der welt im reinen sein, sondern mit mir selbst. sonst funktioniert auch das mit dem beten nicht.
das hat auch einen anderen vorteil: man muss seine eigenen schwaechen nicht ueberspielen. wenn es mir schlecht geht, geht es mir schlecht. punkt. das darf dann auch jeder sehen. ich muss mich an dem spiel “wie geht es dir ? klasse, wie sonst ?” nicht beteiligen. es darf mir schlecht gehen. ich darf vor g”tt so treten wie ich bin. das ist wichtig. und ich trete auch vor die menschen so wie ich bin. das irritiert manche leute. aber ich bin so wie ich nun mal bin. keine puppe, sondern der grenzgaenger. mit seinen paar staerken und den zahlreich vorhandenen schwaechen.
so wurde ich erzogen. jenseits von religion. denn ich bin in einem saekularen elternhaus aufgewachsen.
ich hatte das glueck in dem aufzuwachsen was man “eine intakte familie” nennt. ich bin ein ausgesprochenes mutterkind, habe meinen vater zwar respektiert aber nie wirklich gemocht. so ist das auch heute noch. die erziehung hat fast vollstaendig meine mutter uebernommen.
erziehung hatte bei uns zu hause immer etwas mit freiheit und grenzen zu tun. ich glaube es ist wichtig als kind gezeigt zu bekommen das es einen rahmen gibt in dem man sich bewegt und den man nicht verlassen sollte. in diesem falle ist nicht die rede von religion, sondern von normen die von meiner mutter vermittelt wurden. normen die fuer diese gesellschaft gelten (sollten). normen (das merkte ich spaeter) die auf den zehn geboten beruhen. grenzen sind wichtig fuer kinder. das durfte ich erleben. natuerlich habe ich als kind nicht verstanden warum ich dieses und jenes nicht darf. heute verstehe ich es. weil ich nicht alleine auf der welt bin, weil konsum nicht das wichtigste auf der welt ist.
wenn ich heute den “markenterror” bei jugendlichen betrachte, den gruppendruck sehe bin ich froh nicht wirklich dazugehoert zu haben. ich war immer ein einzelgaenger. habe das nicht wirklich als belastend empfunden. ich war und bin auch heute kein kumpeltyp den alle leute lieben. ich will es auch nicht sein. auch das ist eine erfahrung von erziehung. vorsichtig zu sein, zu pruefen auf was man sich einlaesst. natuerlich kann einen niemand vor fehlern und falschen entscheidungen schuetzen. aber man kann in der ereziehung durch die eltern lernen vorsichtig zu sein, ein stueck weit den verfuehrungen der welt zu misstrauen.
wenn ich heute sehe was aus manchen meiner klassenkameraden geworden ist scheint mir dieser weg abseits des mainstreams der bessere weg zu sein. fuer mich. fuer andere will ich nicht urteilen.
was meines erachtens heute falsch laeuft in der erziehung von jugendlichen falsch laeuft ist das es keine grenzen mehr gibt, zu wenige eltern die sich wirklich um die erziehung der kinder kuemmern (auch weil sie selbst ueberlastet sind) und vor allem dies: es gibt besonders seit der 68er generation keine autoritaeten mehr. niemanden der sagt “bis hierher und nicht weiter”. weder in der schule, noch im elternhaus. was bleibt ist das verlogene bild von freiheit das doch keine freiheit ist. viele jugendliche sehe ich umherrirren ohne orientierung, ohne werte, ohne autoritaeten. das scheint mir ein hauptproblem unserer zeit zu sein. an diesem punkt setzt fuer mich glaube ein. ich weiss das ich nur ein mensch bin unter anderen und das g”tt die hoechste autoritaet ist die letztlich ueber mich richten wird. das ist meine freiheit die ich stueck fuer stueck neu entdecken darf, baruch ha schem.
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