Grenzorte: Kibbutz Sde Boker
12 May 2008 at 17:16 | In Bilder, GrenzOrte | No Commentsein kibbutz mitten in der negev wueste. hier liegen der erste ministerpraesident israels, david ben gurion, und seine frau paula begraben. hinter den graebern bietet sich ein unglaublicher blick auf die negev wueste. warum nun liegt david ben gurion hier, im kibbutz sde boker, begraben und nicht auf dem herzlberg in jerusalem ? es war der wunsch von david ben gurion hier begraben zu werden, mitten in der negev wueste. eine seiner visionen war die wueste erbluehen zu lassen. sein bescheidenes haus im kibbutz sde boker kann besucht werden. ich denke der kibbutz sde boker ist immer einen besuch wert.
GrenzOrte: Gush Katif
12 February 2008 at 18:07 | In GrenzOrte | No Commentses war einmal. eine siedlung. im gaza streifen.
es war einmal das maerchen vom friedensprozess, diesmal aufgefuehrt von ariel scharon.
es war einmal ein traum. der hiess “land gegen frieden”. das ging so: die siedlungen werden geraeumt, das land den palaestinensern ueberlassen und dann ist frieden.
sommer 2005.
das aufwachen war schmerzhaft: grabenkaempfe im gazastreifen, so viele tote in internen kaempfen wie waehrend der gesamten besatzung nicht. sued israel unter terror. kassams. jeden tag, jede nacht. und die raketen fliegen immer weiter. schon bis aschkelon.
heute, im fruehjahr 2008, hat sich die situation nicht geaendert. israel lebt im alptraum. noch immer. raketen, anschlaege. immer wieder. sieht so der ersehnte frieden aus ?
dafuer mussten also gush katif und andere siedlungen geraeumt werden ? die siedler vertrieben, die haeuser zerstoert, die synagogen verlassen werden ?
es stellt sich auch ein sozusagen theologisches problem: wie kann g”tt zulassen das menschen die ein streng orthodoxes leben nach den geboten, nach der schrift, gelebt haben, vertrieben, die synagogen zerstoert und schliesslich von den palaestinensern entweiht werden ? wie kann g”tt ein solches unglueck zulassen ?
wird sich die katastrophe von gush katif wiederholen ? im westjordanland ? um welchen preis ? noch ein alptraum ?
damit die welt zufrieden mit israels politik ist die man ausserhalb israels kaum beurteilen kann ? wo doch alle wissen das die welt nie zufrieden sein wird, auch dann nicht wenn israel sich auf die grenzen vor 1967 zurueckziehen wuerde ? die gleichgewichte im un sicherheitsrat sind klar und deutlich.
frieden ? mit solchen nachbarn deren oberstes ziel es ist das juedische gemeinwesen auszuloeschen ? wie soll das gehen ?
frieden wird sein mit dem kommen des messias.
GrenzOrte: Massada I
5 February 2008 at 17:53 | In GrenzOrte | No Commentsmassada. ein fels in der wueste. der aufstieg ist nicht schwer. ich mag keine seilbahnen, vertraue lieber auf meine fuessen.
oben angekommen bietet sich ein grossartiger blick ueber die judaeische wueste. soweit das touristische.
“massada wird nie wieder fallen”. massada als symbol. im jahre 72 u.Z. waehlten juedische menschen hier den freitod. als alternative zur sklaverei der roemer.
seitdem ist massada ein symbol fuer die standhaftigkeit des juedischen volkes, des staates israel. hier werden auch soldaten vereidigt.
“massada wird nie wieder fallen”. eine botschaft die noch immer aktuell ist. angesichts des terrors dem israel nicht erst seit der gruendung des staates 1948 ausgesetzt ist. der unabhaengigkeitskrieg ist nie beendet worden. er geht weiter. tag fuer tag.
das volk israel haelt stand, das land israel haelt trotz aller konflikten zusammen, massada wird nie wieder fallen.
massada ist auch ein symbol anderer art: der felsen erinnert an den juedischen krieg in dessen verlauf der zweite tempel zerstoert worden ist. massada zeigt wie wichtig geschlossenheit in anbetracht von gegnern ist die nur eines wollen: die ausloeschung des staates israel.
massada stellt auch die frage der verbindung zwischen den juden in der diaspora und dem staat israel. sind die juden ausserhalb israels bereit fuer den juedischen staat einzutreten ? was heisst dieses “eintreten” konkret ? wo ist der anfang, wo ist die grenze ?
massada stellt die frage ob sich israel auf die welt verlassen kann. (die geschichte scheint eher das gegenteil zu zeigen !) oder heisst der eigentliche verbuendete israels letztlich - israel ?
wird massada wird nie wieder fallen ?
GrenzOrte: Har Nof (Jerusalem)
28 January 2008 at 14:05 | In GrenzOrte, Jerusalem, Schabbat | No Commentseine ziemlich neue entdeckung meiner israel reisen ist har nof, ein religioeser stadtteil von jerusalem.
eigentlich wollte ich schon vor langer zeit einmal dorthin fahren um einen schabbes zu verbringen. eine gute freundin hat mich immer wieder eingeladen. aber irgendwie klappte es nicht. bis zu meiner letzten reise im november 2007 sollte es dauern.
in har nof angekommen faellen zwei dinge ins auge: die wunderschoene aussicht. alles ist gruen und bewaldet. und das inmitten einer hektischen stadt. auf den zweiten blick fallen die vielen synagogen ins auge. ich habe aufgehoert zu zaehlen. aber schon die vielzahl der synagogen lohnt eine fahrt nach har nof.
schabbes in har nof ist ein besonderes erlebnis denn dieser stadtteil ist fuer den verkehr gesperrt. man kann auf den strassen spazieren gehen, sich treffen, sich unterhalten. einfach klasse.
natuerlich sind da die g”tesdienste. man hat die auswahl zwischen unmengen an synagogen. ich habe meine bekannten begleitet, war ja das erste mal im viertel. und es war einfach klasse: so viele menschen, so eine ausgelassene stimmung, ganz ungewohnte melodien.
nach den g”ttesdiensten und dem essen bin ich dann noch etwas in har nof spazieren gegangen, habe mich dem strom der menschen angeschlossen. aus einigen fenstern hoerte man menschen das dankgebet fuer das essen sprechen und schabbat lieder singen.
irgendwann war der schabbat dann vorbei, 25 stunden waren wie im fluge vergangen. ich musste erst mal meine gedanken ordnen. langsam, ganz langsam zog wieder der alltag ein. die busse fuhren wieder, ich machte noch einen kleinen besuch an der westmauer um die neue woche zu begruessen. koennt ihr euch vorstellen wie gut dieser schabbat meiner seele getan hat ?
GrenzOrte: Voice of Peace
22 November 2007 at 14:07 | In Bilder, GrenzOrte, Tel Aviv | No Commentsmitten auf der strandpromenade in tel aviv. man kann auf den weissen knopf druecken und hoert die story der “voice of peace”. echt interessant. und doch so weit weg von der heutigen realitaet.

GrenzOrte: Herzlberg, Jerusalem
3 November 2007 at 18:42 | In GrenzOrte, Jerusalem | No Commentsbei jedem israel besuch steht er auf meinem programm: der herzlberg in jerusalem. auf dem hoechsten punkt des berges legen die sterblichen reste von theodor herzl begraben, auch ein teil seiner familie ist dort beigesetzt.
neuerdings gibt es ein sehr gutes museum (herzl museum) direkt hinter dem eingang des herzl berges. hier wird plastisch und interessant das leben von theodor herzl dargestellt. ein besuch ist nur zu empfehlen. es handelt sich uebrigens um ein projekt der von mir so sehr geschaetzten jerusalem foundation
auch yitzhak rabin und der langjaehrige buergermeister von jerusalem, teddy kollek, haben hier ihre letzte ruhe gefunden. ein spaziergang auf dem herzlberg gleicht einer reise durch die geschichte des zionismus und des staates israel. man muss sich nur zeit nehmen.
eine zeitreise ganz anderer art ist die nationale schoa gedenkstaette des staates israel, yad vashem, in direkter naehe des herzl berges. es geht nur einen kleinen berg hinunter und man steht am eingang. was soll ich ueber yad vashem schreiben ? selbst mir fehlen die worte. es gibt ein neues museum, aber ich ertrage den besuch dort nicht zu lange. zu viel, zu viel: dokumente, bilder. meine leidensfaehigkeit ist begrenzt.
nach den besuchen auf dem herzlberg und in yad vashem schlendere ich oft ueber die jaffa street.
leben, menschen, getuemmel: ablenkung, balsam fuer die nerven
Westmauer bei Nacht
23 October 2007 at 15:58 | In GrenzOrte, Jerusalem | 3 Commentsein ganz besonderes erlebnis sollten sich israel reisende nicht entgehen lassen: die westmauer in jerusalem bei nacht.
die atmosphaere ist schwer in worte zu fassen. die scharen der touristen sind verschwunden, man ist sozusagen “unter sich” im gebet. auch die bettler sind nicht mehr da. nur noch betende und einige soldaten.
das abendgebet und/oder das nachtgebet an der westmauer zu sprechen hat seine ganz eigene bedeutung und atmosphaere. um diese uhrzeit, lange nach einbruch der dunkelheit, hat man noch gelegenheit an diesem ganz speziellen ort seinen gedanken nachzuhaengen. nachzudenken.
probiert es aus

GrenzOrte: Ben Gurion Airport
15 August 2007 at 17:31 | In GrenzOrte | 1 Commentich mag flughaefen. und ich fliege gerne. ich bekenne mir schuldig im sinne der umwelt anklage. aber nun ja, ich beruhige mein gewissen weil ich ja kein auto und keinen fernseher habe und immer darauf achte energiesparende geraete zu kaufen. aber natuerlich ist fliegen umweltschaedlich. trotzdem: ich fliege gerne und ich mag flughaefen. aber ich fliege nicht innerhalb deutschlands, nur auf laengeren strecken.
der ben gurion airport (tel aviv) hat sich ganz schoen veraendert seitdem ein neues terminal dazu gekommen ist. alles ist grosser, geraeumiger geworden. aber auch unpersoenlicher. die wege sind laenger geworden. irgendwie mochte ich die atmosphaere im gedraenge des alten flughafens. aber man soll nicht klagen. der neue airport ist auch klasse.
die warteschlangen sind kuerzer geworden, bei der ein- und ausreise. das liegt nicht (nur) daran das weniger touristen nach israel reisen, sondern der grund ist das es mehr schalter gibt die besetzt sind. es ist einfach mehr platz vorhanden.
was ich auch etwas vermisse ist die gangway herunterzulaufen. das fand ich immer ganz toll nach der landung in tel aviv. du verlaesst das flugzeug und DIESER GERUCH, die waerme !!! einfach unglaublich. dieses vergnuegen gibt es heute nicht mehr im zeitalter der “flug gast arme” mit denen man vom flugzeug direkt ins gebaeude verschwindet.
ich bin immer viel zu frueh am ben gurion airport wenn ich zurueckfliege, mit schwerem herzen weil ich in der nacht vor dem rueckflug nicht schlafe, sondern tel aviv geniesse - bis zum naechsten mal. so sitze ich frueh im zug und bin rechzeitig an der sicherheitskontrolle. so bleiben meistens noch 2 stunden bis zum einchecken und ich kann in ruhe fruehstuecken und dem getuemmel auf dem rollfeld zusehen. bei der gelegenheit telefoniere ich noch mal mit vielen freunden, zeit ist ja genug
flughaefen sind immer orte an denen man abschied nimmt. aber auch orte an denen man ankommt. ein schweres herz und vorfreude.
Noch mal Yad Vashem
13 May 2007 at 12:54 | In Bilder, GrenzOrte | No Commentsdas kinder memorial, der fuer mich absolut bedrueckenste ort in yad vashem. eine kerze die ueber tausende spiegel reflektiert wird, im hintergrund ein tonband mit den namen der kinder die von den nationalsozialisten ermordet wurden.

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