Ein Text

13 May 2007 at 0:50 | In GrenzOrte | No Comments

gefunden im neuen museum in yad vashem !

Jerusalem und Tel Aviv

5 March 2007 at 18:49 | In GrenzOrte, Jerusalem, Tel Aviv | 1 Comment

liebe leserInnen,

jerusalem und tel aviv werden gerne als zwei staedte beschrieben die zugleich zwei lebenswelten verkoerpern.

jerusalem - religion, 3000 jaehrige geschichte, aber auch engstirnigkeit, agression, jeder stein atmet geschichte, mit religion wird politik gemacht.

tel aviv - die stadt ohne geschichte, die junge stadt, eine stadt die niemals schlaeft, eine stadt am meer, eine stadt in der religion keine rolle spielt.

natuerlich habe ich ganz lange auch an diese stereotype geglaubt, habe auch so gedacht, aber mit jeder reise broeckeln diese (vor)urteile.

ich bin zwar tel aviv freak, aber kann inzwischen auch jerusalem sehr gute seiten abgewinnen, ich glaube nicht diese stadt zu kennen, aber ich denke schon das ich diese stadt mit ihren vielen facetten langsam kennen lerne. natuerlich lerne ich auch von den freunden dort, danke miriam, rachel und natuerlich irene.

aber auch tel aviv hat ganz verschiedene seiten, ist eine saekulare und religioese stadt, natuerlich ist hier nachts mehr los, am tage gibt es kaum einen unterschied was den verkehrsstrom angeht, nur das in jerusalem noch der strom der betenden dazu kommt, aber auch tel aviv hat sehr ruhige ecken zu bieten, schoene parks.

also was bleibt von den vorstellungen, um nicht zu sagen den stereotypen von jerusalem und tel aviv ? nicht viel und gerade das macht dieses land aus, symbolisiert beide staedte.

man ist immer wieder eingeladen kennenzulernen, neu zu denken, neu zu fuehlen.

ein beispiel ist mea shearim, ein sehr religioeses stadtviertel in jerusalem. nie habe ich mich dorthin  getraut, bis miriam mich mitgenommen hat, das war anfang februar. und seitdem war ich ganz oft dort und siehe: die leute sind sehr nett solange man sich an gewisse dinge haelt, z.b. keine photos zu machen, in angemessener kleidung zu laufen usw.

das genaue gegenteil erlebe ich am kotel (der westmauer). dort fuehle ich mich sehr genervt in der letzten zeit, ich finde man wird dort zu viel angesprochen und kann kaum in ruhe beten, leider !

und natuerlich besteht israel nicht nur aus jerusalem und tel aviv, aber das ist stoff fuer ein paar weitere eintraege.

liebe gruesse,

euer grenzgaenger

GrenzOrte: Sderot

27 December 2006 at 13:19 | In GrenzOrte | 1 Comment

hallo zusammen,

seit monaten leidet der sueden israelis und besonders die stadt sderot unter raketenbeschuss. kassam terror wie es dort heisst.

ich war mit einer gruppe der heinrich boell stiftung saar zwei mal in sderot und schon damals (2004/2005) war die situation nicht anders.

wir waren im sapir college, dort gab es eine reihe von vortraegen und schliesslich sind wir nahe der grenze zum gaza streifen gefahren, gaza war so nah das es mit blossem auge erkennbar war und wieder einmal wurde klar wie eng in dieser region alles zusammen liegt und wie gefaehrdet die existenz israels ist.

2005 sagten die referenten das sie eine leise hoffnung auf ruhe (nicht frieden !) hegten wenn die siedlungen im gaza streifen geraeumt werden, wenn der abzug abgeschlossen ist.

heute wissen wir das nach dem abzug der siedler aus dem gaza streifen alles noch schlimmer geworden ist, der terror gegen den sueden israels hat nicht nachgelassen, er ist staerker geworden, gerade in sderot wo es praktisch jeden tag raketen regnet.

gestern wurden zwei teenager schwer verletzt als raketen im stadtzentrum von sderot einschlugen …

israelische freunde weisen darauf hin das der abzug aus gaza immerhin bewirkt hat das die siedlungen nun nicht mehr bewacht werden muessen, das die frauen keine angst mehr um ihre dort eingesetzten maenner haben muessen. das ist sicherlich ein starkes argument fuer den rueckzug.

aber das eigentliche ziel ist nicht erreicht worden, selbst das minimale ziel namens “ruhe im sueden israels” nicht, an “frieden” hat ja wohl kaum jemand geglaubt.

die menschen in sderot fuehlen sich aber wohl auch von der regierung olmert im stich gelassen, die aus deren sicht zu wenig tut um gegen den terror vorzugehen.

ich bin immer etwas ratlos wenn gerade in deutschland pazifisten und andere notorische gutmenschen sich ueber israelische reaktionen auf den terror beschweren.

was wuerde in deutschland passieren wenn es so eine situation geben wuerde ? oder eine situation die auch nur in diese richtung geht ?

was wuerde in deutschland passieren wenn linienbusse in die luft fliegen und das land ueber jahrzehnte faktisch bedroht waere ?

ich will es lieber nicht wissen um ehrlich zu sein !

viele gruesse,

euer grenzgaenger

Bus und Bahn in Israel

4 December 2006 at 19:39 | In GrenzOrte | 3 Comments

liebe leserInnen,

es war im jahre 2003 - ich hatte mich stark gelangweilt von meiner gruppe getrennt und war alleine in jerusalem unterwegs, das telefon klingelt, ein freund war dran.

er fragt was ich so mache und wie es so geht und als ich ihm sagte das ich gerade in jerusalem mit dem bus 1 zur westmauer unterwegs war merkte man wie ihm fast der hoerer aus der hand fiel.

wie oft wurde ich davor gewarnt (besonders in jerusalem) mit dem bus zu fahren ? und natuerlich mein(t)en die freundInnen es wirklich gut.

wie oft gab es anschlaege auf busse, meistens in den staedten - und jerusalem ist wohl die stadt welche am meisten von terror heimgesucht wurde.

trotzdem fuhr ich immer wieder mit dem bus und hatte irgendwie nie angst, dieses gefuehl habe ich in israel nie gespuert, ganz im gegenteil, ich fuehl(t)e mich dort sicherer als in deutschland.

und es sind wunderbare freundschaften im bus entstanden, weniger bei den fahrten innerhalb von jerusalem und tel aviv, viel oefter aber in egged bussen, diese verbinden staedte und ortschaften in israel.

kontakte sind auf der busfahrt zwischen jerusalem und tel aviv, zwischen tel aviv und tiberias usw. usw. usw, entstanden, man hat ja zeit zu reden, vor allem wenn man im abendlichen verkehrsstau steckt.

und dann kam die bahn - eine gute alternative zum busfahren, gerade auf laengeren strecken.

im november bin ich z.b. mit der bahn von tel aviv nach haifa, nach nahariya und nach jerusalem gefahren. bahnfahren in israel ist eine ziemlich bequeme art der fortbewegung und - soweit ich das beurteilen kann - kommen die zuege sehr puenktlich.

ich benutze auch regelmaessig den zug der vom ben gurion airport nach tel aviv merkaz (und zurueck) faehrt und auch dieser service scheint gut zu funktionieren, jedenfalls ist der zug recht gut gefuellt mit menschen und koffern.

lustigerweise sehen die zuege aus wie regionalbahnen in deutschland, rot und doppelstoeckig.

wenn man nicht zu lange am bahnhof verbringen will kann man sich auf der seite israel railways die verbindungen schon zu hause ausdrucken, es gibt auch eine englischspachige website, aehnlich wie bei der busgesellschaft egged.

ein kleines bahn problem in jerusalem ist das der bahnhof ziemlich weit ausserhalb in der naehe des biblischen zoos liegt, aber ich habe mir erzaehlen lassen das es schon konkrete planungen fuer eine schnellere strecke zwischen tel aviv und jerusalem gibt und damit verbunden ist wohl auch geplant einen neuen bahnhof zu bauen.

das koennte allerdings auch das “aus” fuer die jetzige bahnstrecke bedeuten die ich landschaftlich sehr schoen finde, nun ja.

also inzwischen fragen die chaverim nur noch wo ich gerade bin und ersparen sich den kommentar wenn ich im bus sitze ;-)

es ist schliesslich sinnlos unbelehrbare zu belehren.

liebe gruesse,

euer grenzgaenger

GrenzOrte: Jaffa Road, Jerusalem

12 November 2006 at 20:32 | In GrenzOrte, Jerusalem | 1 Comment

nach dem besuch in yad vashem zog es mich heute auf die jaffa street in jerusalem.

diese strasse ist nicht nur eine hauptstrasse quer durch die stadt, man sieht auf dieser strasse die ganze vielfalt jerusalems: verschiedene formen der orthodoxie, saekulare menschen, soldaten, touristen.

die zentrale busstation liegt auf dieser strasse, eine ewige ansammlung von menschen, auch dort so bunt wie jerusalem und israel selbst ist.

und die vielen laeden und laedchen, kioske, imbissbuden, falafelstaende …

und auch dies: verkehr und laerm !

worte koennen diese strasse schlecht beschreiben, man muss es selbst erleben !

nun ja, es wird eine photos von meinem heutigen spaziergang in meinem photoblogg geben. ich hatte mir ja vorgenommen weniger zu photografieren und mir gleichzeitig eine groessere speicherkarte gekauft :-)

GrenzOrte: Hadassah Hospital

4 October 2006 at 21:38 | In GrenzOrte, Jerusalem | 4 Comments

liebe leserInnen,

das hadassah hospital in jerusalem ist fuer mich mit einem namen und einer station verbunden: alexander avidan und die traumastation.

alexander avidan ist anaesthesist am hadassah hospital, eingewandert aus der schweiz.

kennenlernen durfte ich alex (wie er bei mir in kurzform heisst) bei einer solidaritaetsreise der heinrich boell stiftung im mai 2004.

unter anderem stand bei dieser reise auch ein besuch des hadassah auf dem programm, allerdings in diesem falle nicht “nur” der synagoge mit den chagall fenstern, sondern es gab einen ausfuehrlichen rundgang durch das hadassah, ein gespraech mit petra heldt, pfarrerin in jerusalem, die durch ein attentat auf dem mahane yehuda markt schwer verletzt wurde und eben ein gespraech mit alexander avidan.

alex berichtete in konzentrierter ruhe ueber seine arbeit, ueber die unmoeglichkeit sich auf terroranschlaege vorzubereiten, ueber das was geschieht wenn die verletzten in der notaufnahme ankommen, ueber die lange und schwierige behandlung und genesung der verletzten.

was mich so beruehrt hat war die absolute ruhe mit der alex das alles vorgetragen hat, es handelt sich doch immerhin um schlimme ereignisse, ich vermag mir ueberhaupt nicht vorzustellen welche bilder aerzte und krankenschwestern zu sehen bekommen nach einem anschlag - nicht zu vergessen uebrigens die leute von zaka. diese haben die schreckliche aufgabe die leichenteile nach anschlaegen “einzusammeln”. woher nehmen diese menschen ihre kraft ?

im jahre 2005 wiederholte sich der besuch fast auf den tag genau, ebenfalls im mai 2005, ebenfalls bei einer solidaritaetsreise der heinrich boell stiftung.

seitdem stehe ich mit alex in kontakt, er hat nicht viel zeit zu schreiben, aber es ist gut zu wissen das er an seinem platz ist und seine grossartige arbeit macht.

es ist schade das solche menschen wie alex in der berichterstattung ueber israel nicht auftauchen.

nicht nur das es im hadassah gemischte teams von aerzten und krankenschwestern gibt (juden, araber, christen, moslems), es wird jeder und jede gleich behandelt, ebenfalls egal welcher bevoelkerungsgruppe er oder sie angehoert.

ja, auch selbstmordattentaeter werden wie ihre opfer behandelt falls die ueberleben, manchmal liegen sie auch auf einer station mit ihren opfern.

ich finde es ziemlich bemerkenswert das aerzte ihre kunst anwenden selbst wenn sie wissen das der attentaeter dem sie da sein leben retten einen neuen anschlag versuchen wird, wenn aerzte und schwestern wissen das dieser mann/diese frau kein anderes ziel haben als moeglichst viele juden zu toeten.

wie kann man in diesem moralischen zwiespalt zwischen der pflicht menschen zu retten und dem wissen das man damit evtl. andere menschen gefaehrdet arbeiten ? ich weiss nicht ob ich die kraft dazu aufbringen koennte …

ich finde es schade das solche stimmen, solche beispiele so wenig raum in der berichterstattung ueber israel finden. vermutlich deshalb weil sie nicht ins bild des boesen, israelischen besatzers passen.

manchmal schreibt man gegen windmuehlen an, aber besser gegen windmuehlen anzuschreiben als aufzugeben …

euer grenzgaenger

GrenzOrte: Village Green, Jerusalem

17 September 2006 at 22:08 | In GrenzOrte, Jerusalem | No Comments

liebe leserInnen,

wo wir gerade beim essen waren:

das village green gehoert zu meinen ausgesprochenen lieblingsrestaurants in jerusalem.

es liegt zentral und hat ein unglaubliches angebot an leckeren vegetarischen gerichten … ich werde schon vom hinsehen satt … hi,hi, aber das essen kann ich mir dann trotzdem nicht ersparen !

alleine diese unmenge an salaten, einfach toll !

ich freue mich schon auf meinen naechsten besuch im village green …

liebe gruesse,

euer grenzgaenger

GrenzOrte: Delphinarium, Tel Aviv

10 September 2006 at 21:38 | In Bilder, GrenzOrte | No Comments

liebe leserInnen,

kaum ein ort symbolisiert aus meiner sicht die sinnlosigkeit und tragik, die unmenschlichkeit des terrors so wie das mahnmal am ehemaligen delphinarium in tel aviv.

am 01. juni 2001 sprengt sich hier selbstmordattentaeter in die luft, in einer gruppe von jungen menschen, die meisten einwanderer aus der ehemaligen sowjetunion, die einlass in die discothek begehrten.

die jungen menschen wollten spass haben, tanzen, sich freuen, flirten … all das was junge menschen eben am wochenende wollen … das war ihr einziges verbrechen …

wenn ich die liste der opfer lese - laeuft es mir kalt den ruecken hinunter:

Jan Blum, 25, Ramat Gan
Marina Borokovsky, 17, Tel Aviv
Roman Dezanshvili, 21, Bat Yam
Roman Gorochovsky, 20
Ilya Gutman, 14, Bat Yam
Anya Kachkova, 16, Holon
Katherine Kastiniyada Talkir, 15, Ramat Gan
Aleksei Lupalov, 16, Ukraine
Mariana Medvedenko, 16, Tel Aviv
Irena Nepomniyzhych, 16, Bat Yam
Yelena Nalimov, 18, Tel Aviv
Yulia Nalimov, 16 Tel Aviv
Raisa Nimrovsky, 15, Netanya
Diez (Dani) Normanov, 21
Irena Osadchiy, 18, Holon
Simona Rodin, 18, Holon
Liana Sakiyan, 16, Tel Aviv
Ori Shahar, 32, Ramar Gan
Yulia Skolnik, 15, Holon
Maria Tagilchev, 14, Netanya
Mariana Zhykovskaya, 17, Tel Aviv

Evgenia Haya Dorfman, 15, die beim Attentat schwer verletzt wurde,
starb am 19. Juni 2001.

wer kann verstehen was an diesem abend geschah ?

wie junges leben voller plaene und ideen ausgeloescht wurde ?

beim letzten besuch im maerz sah ich ein einfaches schild aus pappe das neben den blumen lehnte.

darauf stand nur ein einziges wort geschrieben: “lama”

warum ?

euer grenzgaenger

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das beschriebene Mosaik ….

7 September 2006 at 21:12 | In Bilder, GrenzOrte | No Comments

… im eingang des diaspora museums …

es lohnt sich genauer hinzusehen …

zur lektuere empfohlen: “der juedische krieg” von lion feuchtwanger …

GrenzOrte: Beth Hatefusoth, Tel Aviv

7 September 2006 at 20:13 | In GrenzOrte, Tel Aviv | No Comments

liebe leserInnen,

ein ort an den es mich immer wieder zieht ist das beth hatefusoth (diaspora museum) in tel aviv.

dieses museum ist wohl einzigartig in der welt, denn es beschaeftigt sich in konzentrierter form, aber unter einsatz moderner medien mit dem ganz praktischen juedischen leben in der welt.

gezeigt wird die bedeutung der synagoge, man kann an einem virtuellen schiur (einer lernstunde) teilnehmen, es sind auch modelle sehr verschiedener synagogen aus allen moeglichen teilen der welt praesent.

vor allem aber zieht mich das mosaik an das hier abgebildet ist. es befindet sich am anfang des museums und zeigt die vertreibung der juden nach der zerstoerung des zweiten tempels, das war im jahre 70, es begann ein 2000 jaehriges exil, das juedische volk wurde ueber die welt zerstreut, war ohne eigenen staat, bis zur gruendung des staates israel 1948.

ich stehe immer sehr lange vor diesem mosaik, kann mich kaum davon losreissen, so viele gedanken loest es in mir aus.

ich moechte hier nicht alle stationen im museum beschreiben, sonst wird der eigene besuch langweilig, aber diese eine station wollte ich doch schildern !

jedenfalls kann ich euch allen das beth hatefusoth nur waermstens ans herz legen ;-)

liebe gruesse,
euer grenzgaenger

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