Sommer

24. Mai 2012

Endlich Sommer. Schon morgens werde ich von der Sonne geweckt. Die Temperaturen klettern über 30 Grad und es gibt ganz viel helle Sonnenstrahlen. So kann es, für den Rest des Jahres, weitergehen. Ich bin jetzt viel unterwegs und geniesse den Sommer. Endlich. Für mich gibt es kein besseres Mittel gegen Traurigkeiten aller Art.


Herzlichen Glückwunsch, Israel

25. April 2012


Yom ha Zikaron

24. April 2012

Yom ha Zikaron

24. April 2012

Heute Abend beginnt der Yom ha Zikaron. Das ist der Gedenktag für die unzähligen israelischen Opfer des Terrors und der Soldaten, die im Einsatz für den Staat Israel gefallen sind. Wie wohl jeder, der einen intensiven Kontakt nach Israel pflegt, kommen auch mir Gesichter, Namen, Geschichten in Erinnerung. Ich werde mir heute Abend (und wohl auch morgen) die Berichterstattung im israelischen Internet-TV anschauen.

So viele Namen, Orte, Friedhöfe. Der grösste Friedhof dieser Ort, mit dem ich auch persönliche Erinnerungen verbinde, ist der Herzl-Berg in Jerusalem. Aber fast jeder Friedhof in Israel hat „seine“ Opfer des Terrors, des Armeedienstes. Es ist gerade diese Tatsache, dieses Narrativ, das ein Band um Israel zieht.

Wann wird das alles ein Ende haben ?

Wohl, wenn der Messias kommt.

Menschen können dieses Band auch Trauer und Tränen nicht lösen.

Menschen können nur versuchen beizustehen und Trost zu spenden.


Yom ha Schoa

18. April 2012

Heute Abend beginnt der Yom ha Schoa, der nationale Gedenktag für die Opfer der Schoa. Das ist sicherlich einer der schwierigsten Tage, nicht nur, im israelischen Kalender. Israel ist ein Staat, ein sicherer Hafen, gerade für die Opfer des deutschen Massakers mit dem Namem „Holocaust“.

Es ist schlimm genug, das heute noch Menschen in Israel leben, die den Holocaust erlebt und überlebt haben und die heute Angst um ihren eigenen Staat, um die Existenz des Staates Israel, haben müssen. Viele dieser Menschen sind vom Boden der Mörder gleich in den israelischen Unabhängigkeitskrieg gegangen. Ohne ausreichende Bewaffnung, meistens ohne Ausbildung. Viele der Menschen, die den deutschen Massenmord überlebt haben, sind auf dem Schlachtfeld des Staates Israel, im Kampf um die eigene Heimstatt, gefallen.

1991 mussten Holocaust-Überlebende mit Gasmasken (!) in Schutzbunker laufen, als Saddam Hussein und seine Fasallen, Tel Aviv mit Raketen beschossen hat. Die berechtigte Angst vor Sprengköpfen, mit Gas aus Deutschland, war vorhanden und hat traumatische Erlebnisse, gerade bei Holocaust Überlebenden, ausgelöst.

Die deutsche Friedensbewegung hat, bei dieser Gelegenheit, wieder einmal gezeigt, dass sie auf der Seite der Massenmörder steht. Die verlogenen Friedensdemonstrationen in Deutschland haben, wieder einmal, den Begriff des Friedens pervertiert. Die verlogenen Friedensaktivisten haben kein Wort darüber verloren, das Saddam Hussein Israel auslöschen wollte. Warum auch ? Die Friedensbewegung hatte, und hat noch immer, das gleiche Ziel. Saddam Hussein wurde, wenn auch zu spät, liquidiert. Die deutsche Friedensbewegung existiert nur noch in Bruchstücken. Wobei jeder einzelne Aktivist einer zu viel ist.

Ich erinnere mich auch daran, dass die Palästinenser auf den Dächern getanzt haben, als Raketen auf Tel Aviv fielen.Die Palästinenser haben es eben schon immer geschafft auf der Seite der Massenmörder, angefangen von Hitler, bis zum heutigen Haman, dem Irren in Teheran, zu stehen. Ich bin optimistisch, dass die Palästinenser, gemeinsam mit ihren Verbündeten, untergehen werden.

Nach dem Yom ha Schoa kommt der Yom ha Zikraron. Das ist der Gedenktag für die Opfer des Terrors und die israelischen Soldaten, welche im Kampf um den eigenen jüdischen Staat umgekommen sind.

Nach den Tagen der Trauer kommt ein Tag der Freude. Yom ha’ atzmaut. Der Unabhängigkeitstag.

Nach der Trauer kommt die Freude.

Das Leben geht weiter.

Irgendwie.


Israel verstehen: Pessach

7. April 2012

Es gibt bestimmte Jahreszeiten, bestimmte Feste, die es erlauben Israel, in seiner Handlungsweise, in seiner Politik, besser zu verstehen. Eines dieser Feste ist sicherlich Pessach. Der Auszug aus Ägypten. Der Auszug aus der Sklaverei.

Aber auch das: Die Armeen des ägyptischen Königs versuchten die Juden aufzuhalten, zurück in die Sklaverei zu drängen. Eine Situation, die mehr als bedrohlich war. Israel wurde durch ein Wunder gerettet. G“tt selbst hat für eine Spaltung des Schilfmeeres gesorgt. Die ägyptischen Verfolger sind umgekommen, aber Israel wurde gerettet.

Gerettet, nicht von Menschen. Gerettet von G“tt selbst. Warum? Weil Israel G“ttes Volk ist. Weil Israel auch schon gezweifelt hat an dieser Tatsache. Da brauchte es ein klares Zeichen.

Was hat das mit mir zu tun? Nun, ich brauche auch immer wieder klare Zeichen. Das Wissen um G“ttes Schutz ist da. Aber trotzdem zweifele ich oft an diesem Wissen, oft falle ich ab von G“ttes Geboten. Dann braucht es klare Zeichen der Herrschaft G“ttes.

Die Thora, so habe ich bei meinem grossartigen Rav gelernt, ist nicht einfach ein Buch. Die Thora wendet sich, in Form von Buchstaben, an jeden von uns. G“tt wendet sich, in Form der Thora, an jeden von uns. Die Thora lebt nur dann, wenn jeder von uns diese Botschaft annimmt und lebt.

Das ist etwas anders als Lohn und Strafe. Das ist ein Angebot. Hier ist die Thora – G“ttes Wort. Lese, lerne und verwirkliche das Wort G“ttes. Ein grossartiger Auftrag für uns Menschen. Ein Auftrag, der uns ganz ausfüllt und der uns zu einem selbstbestimmten Werkzeug (!) G“ttes werden lässt.

Israel zieht aus Ägypten aus. Das nächste Fest ist Schawuot. Pessach und Schawuot sind durch das Omer Zählern verbunden. 49 Tage. Warum ?

Weil der Zusammenhang zwischen Pessach und Schawuot nicht, auf den ersten Blick, offensichtlich ist. Mir wurde dieser Zusammenhang erst durch meinen Rav klar.

Pessach = Auszug in die Freiheit.

Schawuot= Übergabe der Thora und damit Verantwortung.

Verantwortung ? In der Tat. Es ist unsere Verantwortung, so gut es geht, die Gebote der Thora, das Wort G“ttes, die „Rechtsvorschriften“ G“ttes zu halten.

Es reicht nicht, sich auf G“ttes Führung zu verlassen. G“ttes Führung ist immer da. Beim Auszug aus Ägypten wie in unserem Leben. Wenn wir Dummheiten begehen, so deshalb, weil wir das Wort G“ttes nicht leben. Aus den verschiedensten Gründen.

Ist es nicht einfacher ohne Grundgerüst, frei von allen Konventionen, in totaler Freiheit zu leben ?

Vielleicht. Aber eine Freiheit ohne Grenzen ist ein vergiftetes Geschenk. Eine Freiheit, ohne G“ttes Wort, ist eine Freiheit des Vergessens.

Die Thora lehrt uns auch, wohin Vergessen führen kann. Und doch zeigt uns die Thora, das G“tt uns nicht fallen lässt.

Mit unseren eigenwilligen Wegen, abseits von G“ttes Wort, machen wir nicht G“ttes Welt schwierig. Wie vermessen wäre dieser Gedanke.

Mit der Hinwendung zur grenzenlosen Freiheit, abseits vom Wort G“ttes, machen wir uns selbst das Leben schwer. Grenzenlose Freiheit führt in den Wahn, alles kaufen zu können. Wie bitter ist die Erkenntnis, Glück und Zufriedenheit nicht kaufen zu können ?

Ich wünsche allen einen fröhlichen Sederabend.

„Warum ist diese Nacht so anders als jede andere Nacht ?“

Chag Pessach Sameach !


Morgendliche Spaziergänge

3. April 2012

Der Grenzgänger ist Fussgänger. Ich habe mir nie die Mühe gemacht, eine Fahrerlaubnis zu erwerben. Und ich „fahre“ ganz gut damit.

Laufen ist nicht nur gesund. Als laufender Mensch sieht man auch Dinge, die man im fahrbaren Untersatz übersieht.

Meine schönsten Entdeckungen in Israel, darunter vieler meiner Lieblingsorte, habe ich entdeckt, weil ich eben zu Fuss unterwegs bin.

Einige Wege, die auf den ersten Blick wie Umwege aussahen, haben sich als Glückfall herausgestellt. Mancher ruhige Winkel bietet ein tolles Café oder einen ruhigen Park an. Man muss diese Orte nur finden. Das geht vielmals nicht mit fahrbarem Untersatz.

Ich plädiere also für das „Zu-Fuss-Gehen“ wann immer es möglich ist.

Die beiden Videos bieten Spaziergänge durch Tel Aviv und Jerusalem.

Viel Spass ;-)


Einfach nur ;-)

1. April 2012

Ostern und Pessach

1. April 2012

Ostern und Pessach. Judentum und Christentum. Ist das ein Gegensatz oder eine Ergänzung ? Ich habe keine Antwort auf diese Frage. Ich kann nur sagen das es für mich kein Gegensatz ist. Es handelt sich nur um zwei Punkte auf einer Zeitachse. Die Zeitachse läuft auf ein gemeinsames Ziel hin. Das Kommen des Messias. Die Erlösung.

War nicht das letzte Mal von Jesus Christus ein Pessachmahl ? Ein Sederabend. Gefeiert mit seinen Jüngern.

Warum tun wir uns heute so schwer damit, diese Tatsache zu erkennen ?


Pessach

1. April 2012

Auch Pessach steht vor der Türe. Ich freue mich schon riesig darauf und habe heute, sozusagen als Einstimmung, ein paar Texte von Rabbiner Samson Rafael Hirsch zu Pessach gelesen.

Pessach. Das Fest der Freiheit. Das Fest des Auszuges aus der Sklaverei. Aber auch ein Fest des beständigen Kampfes. Die 40 Jahre in der Wüste. Welche Anstrengung braucht es um diese 40 Jahre zu erleben, zu überleben. Würde ich meinen Glauben gegen die Ungewissheit verteidigen können? Ich weiss es nicht.

Schliesslich die gestaltet von Mosche Rabenu. Mosche, der sein Volk 40 Jahre anführt und doch nicht das Gelobte Land, Eretz Israel, betreten darf. Er sieht das Gelobte Land. Betreten darf er das Land nicht. Welche Strafe. Und doch nimmt Mosche hin, was Gott ihm „verordnet“. Gottesfurcht. Haredim. Auch heute noch. Leben, alleine nach den Geboten. Mea Shearim, Bnei Braq. Nicht die schlechtesten Orte. Aber dort leben? So weit reicht meine Gottesfurcht nicht.

Pessach. Der Sederabend. Es gibt so viele Angebote das man sich kaum entscheiden kann. In dieser Zeit spürt man, das jüdisches Leben in Deutschland doch existiert.

Pessach. Der Pessachputz. Neben den religiösen Pflichten auch eine Gelegenheit zum Hausputz.

Von Pessach zu Schawuot. Vom Auszug zur Freiheit. Von G“ttes Führung zum eigenen Weg.

Das Omer Zählen – um diesen Zusammenhang nicht zu vergessen.

So öffnet sich das Jahr. Ein Durchlauf im jüdischen Kalender. Seit Jahrtausenden.

Und immer warten auf den Messias.

Ein Becher Wein beim Sederabend für Eliyahu Hanavi.

Wird der zum Sederabend kommen ?

Hoffnung. Immer wieder neu.

Nächstes Jahr in Jerusalem.

Nächstes Jahr im himmlischen Jerusalem.

Der Messias wird kommen.

Ein neues Jerusalem.


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