Meine Zeit ist von einem chronischen „Filmriss“ geprägt. Ich spüre, dass ich viele Dinge vergesse. Dazu gehören auch alltägliche Sachen wie den nächsten Termin, den Weg zum Supermarkt, der Name von Ärzten, die Dosis von Medikamenten. Ich weiss, dass es sich um eine Auswirkung der depressiven Episode handelt. Aber trotzdem ist dieses Vergessen alles andere als angenehm. Da bin ich wirklich froh, vieles in meinem Internet-Adressbuch, aufgeschrieben zu haben. So langsam kann ich mir vorstellen, wie sich Demenz „anfühlt“. Nur weiss ich, dass diese Phase bei mir vorübergehen wird.
Neustart
23. April 2012Der Grenzgänger musste drei Tage und zwei Nächte im Krankenhaus verbringen. Ein Zusammenbruch. Wieder einmal. Nein, Angst macht mir das nicht. Ich weiss mich in guten Händen. Auch diesmal wieder. Ich bin weich gefallen und wurde schnell und gut medizinisch versorgt. Realistisch betrachtet wird das nicht der letzte Zusammenbruch gewesen sein. Mit dem Fortschreiten meiner Krankheit wird das häufiger werden. Auch die Zeiten der erzwungenen Nicht-Aktivität werden eher häufiger werden. Aber ich weiss mich in guten und behüteten Händen. Und ich habe mich mit meiner Krankheit längst abgefunden. Haschem wird seinen Plan mit mir haben. Es ist nicht meine Aufgabe diesen Plan zu durchschauen. Als Mensch, der sich als gottesfürchtig betrachtet, werde ich den Weg gehen, den Haschem für mich vorgesehen hat. Bis zum Ende. Wie immer das Ende aussehen mag.
Kaufsucht ?
22. März 2012Heute Abend werde ich eine Fortbildung zum Thema „Kaufsucht“ besuchen. Es ist schon interessant, das es Menschen gibt, für die Kaufen zum Lebensinhalt wird. Ehrlich gesagt kann ich mir das schwer vorstellen. Einkaufen ist, für mich, eher ein Albtraum. Besonders dann, wenn es mir schlecht geht. Ich kann mich nicht gut entscheiden und Umkleiden ist für mich Schwerstarbeit. Ein Päckchen zurückschicken braucht, gerade in der Erschöpfungsdepression, viel Kraft. Einen Kick, ein gutes Gefühl, einen Höhepunkt? Alles das verspüre ich absolut nicht beim Einkaufen. Ich muss Dinge kaufen, um zu überleben (z.B. Nahrung). Auch Kleidung muss hin und wieder angeschafft werden. Aber das alles ist, für mich, mit Mühe verbunden. Ein Hobby sieht anders aus.
Müdigkeit
23. Februar 2012Scheinbar kann der Grenzgänger seine Grenzen noch nicht richtig einschätzen. Nach ein paar Tagen voller Aktivitäten, die dem Grenzgänger Spass gemacht haben, ist dieser heute müde und müde und müde. Eigentlich hat das schon gestern angefangen. Der Grenzgänger muss lernen auf seinen Körper zu hören und Grenzen zu akzeptieren. Auch wenn es schwer ist.
SPIEGEL WISSEN: Patient Seele
21. Februar 2012Die neue Ausgabe von SPIEGEL WISSEN beschäftigt sich mit dem Thema: „Patient Seele“. Ein sicherlich interessantes Heft.
Ein Gebet für unsere Kranken
3. Februar 2012Refuah Shlema. Ein Gebet für unsere Kranken. Ob Freunde, Angehörige, Nachbarn, Unbekannte. Ein Gebet bringt Segen. Ein Gebet zeigt Anteilnahme. Refuah Shlema.
Neue Studie zu Alzheimer
3. Februar 2012Alzheimer. Immer mehr Menschen werden davon betroffen. Um so wichtiger ist es, die Erkrankung zu verstehen. Verstehen ist das erste Mittel, um zu handeln. Verstehen ist die Voraussetzung.
Eine amerikanische Studie zeigt, dass Alzheimer sich wie eine Infektion ausbreitet. Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz. Ergebnisse wie diese, Studien solcher Art, können helfen den Verlauf der Alzheimer Demenz zu verlangsamen. Ein Gegenmittel ist noch nicht gefunden. Aber eine Verlangsamung wäre sicherlich ein grosser Segen für die Betroffenen und deren Angehörigen.
Erkältung und Fieber
25. Januar 2012Eine Nebenwirkung der Depression ist wohl die gesteigerte Anfälligkeit für Infektionen aller Art. Nachdem, im Freundeskreis, die Grippe gewütet hat, sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Fieber nun auch beim Grenzgänger angekommen.
In den letzten Tagen plagte mich ein Drehschwindel. Aber das ist auch eine Auswirkung der Depression und kann daher nicht der Grippe zugeordnet werden.
Trotzdem trage ich die Grippe und selbst das Fieber mit Fassung. Ich weiß, dass diese Geschichte schnell vorbei geht. Eine depressive Episode ist da viel schlimmer. Man weiß nie, wie heftig es wird und wann sich die Depression verabschiedet. Bei der Grippe kann man wenigstens ahnen, wann es vorbei ist. Da haben die Ärzte auch mehr Erfahrung.
Mein Wundermittel ist übrigens Grippostad C. Aber meine Ärztin meinte Grippostad C genügt nicht. Da müssen Antibiotika her. Nun, sie ist die Fachfrau.
Die Kontrolle
25. Januar 2012Morgen ist es, wieder einmal, soweit. Ich muss sehr früh im Krankenhaus sein. Alle Werte kommen auf den Prüfstand. Leider müssen Risikopatienten (oder Menschen, die einmal Krebs hatten) diese blöden Untersuchungen, in regelmäßigen Abständen, absolvieren.
Die Untersuchungen selbst sind gar nicht das Problem. Die Unruhe davor ist das Problem. Ich kann selbst nicht sagen, wovor ich Angst habe. Ist es eigentlich Angst?
Da es mir, zur Zeit, ohnehin nicht besonders gut geht, werde ich wohl beklommen und angespannt den Weg ins Krankenhaus antreten.
Gebe G”tt, dass die Werte gut ausfallen.
Verfasst von grenzgaenge 



