Schauplatz 2
2 March 2008 at 12:04 | In Reiseberichte, Videos | No Commentsdas video im schauplatz 1 zeigt eine krisenregion. zur zeit herrscht dort offener krieg. die rede ist von sderot und gaza.
als ich 2004 und 2005 an dieser stelle stand konnte ich nicht fassen das hier eine “krisenregion” sein soll. die voegel zwitscherten, alles war mit einem saftigen gruen ueberzogen, die sonne zeigte sich von ihrer besten seite. der idf sprecher erklaerte, holte mich in die realitaet zurueck. und doch war es eine unwirkliche szene. krieg ? raketen ? hier ? in dieser idylle ?
Ein Toter am Sapir College, Sderot
27 February 2008 at 18:15 | In Reiseberichte | No Commentstrotz zahnschmerzen - das hier !
nun ist es passiert: ein student des sapir college in sderot ist durch eine kassam rakete getoetet worden, mehrere andere wurden verletzt. der terror gegen (sued)israel nimmt kein ende.
ich kann mich noch gut an meine besuche im sapir college erinnern. diese visiten fanden im rahmen von israel solidaritatsreisen der heinrich boell stiftung saar statt.
das gelaende des sapir college ist unscheinbar mitten in der wueste. aber das leben auf dem campus ist (war ?) bunt und lebendig. es ist ist kein problem kontakte zu schliessen. ein ganz normales college eben.
das sappir college ist fuer mich mit einem namen verbunden: ruth eytan. dozentin fuer deutsche literatur. eine wunderbare und mutige frau die versucht ihre arbeit so gut es geht fortzusetzen - auch unter den bedingungen des terror.
ruth eytan zeigte uns einschlagstellen von kasams und sagte immer wieder das es bisher nur gebaeudeschaeden gegeben hat (2004, 2005). man koenne nur hoffen das dieser zustand so bleibt. gebaeude kann man ersetzen, menschen nicht. auch diese illusion ist heute gestorben. wie so viele andere.
meine gedanken sind bei ruth eytan und all den anderen freunden in der region. trauer und auch wut. aber keine resignation.
Alles gut ?
21 November 2007 at 18:33 | In Reiseberichte | 2 Commentsihr lest immer so tolle sachen ueber israel in meinem blogg. eine mail stellte die frage ob es denn fuer mich wirklich nur tolle sachen in israel gibt oder ob es nicht auch schlechte dinge gibt.
also erst mal: natuerlich ist israel ein ganz normales land, mit guten und schlechten seiten. in dieser hinsicht hat sich die vision von theodor herzl erfuellt.
was ich an israel mag sind die tollen landschaften, die staedte, die kibbutzim mit ihrem kampfgeist. was waere das land ohne sie ?
ich bewundere die grossartige aufbauarbeit die hier unter schwierigsten bedingungen geleistet wurde.
“jeder fuer jeden”: dieses sich-aufeinander-verlassen-koennen finde ich toll. vor allem in den kibbutzim ist es zu spueren.
israel, ein juedischer staat. ueberall die kippa tragen duerfen, synagogen an vielen ecken.
tel aviv, meine lieblingsstadt auf erden. mit allen schattenseiten. doch eine tolle stadt.
was ich nicht gut in israel finde ist
- das krankenhaussystem. vor allem fuer chronisch kranke. ich wollte in israel nicht auf dauer krank werden.
- das nicht stark vorhandene umweltbewusstsein. wobei ich es verstehe das ein land im krieg andere prioritaeten hat.
- die vielen, vielen autos. in tel aviv und jerusalem eine echte plage. manchmal kann man besser zu fuss gehen als stundenlang mit dem bus im stau zu stehen.
- die (zu) starke politische macht der religioesen, besonders in jerusalem. die faktische nicht-gleichstellung der liberalen und der orthodoxen juden.
und trotz aller nachteile liebe ich dieses land und komme immer, immer wieder hierher zurueck.
israel ist eben ein ganz normaler staat. nicht nur ein heiliges land. ein land mit allen problemen moderner industriestaaten und noch einigen speziellen problemen dazu. und das ist gut so. man sollte nicht den fehler machen alles in israel gut zu finden. genau so falsch ist das andere extrem. beides spiegelt nicht die wirklichkeit wider.
Rueckreise
18 November 2007 at 22:09 | In Reiseberichte | 1 Commentnun ist auch diese israel reise beendet. ich bin wieder in deutschland und weiss nicht ob ich darueber erfreut sein soll.
heute morgen fuhr ich mit dem taxi zur tel aviver zentralen bahnstation und dann mit dem zug zum flughafen ben gurion.
am flughafen gab es eine gruendliche, aber freundliche sicherheitskontrolle, kein problem.
danach blieb noch genug zeit zum bummeln durch den flughafen und fuer ein leckeres fruehstueck.
der el al flug war wieder mal klasse, wie nicht anders zu erwarten
schliesslich landete der flieger im nebel von frankfurt/main und kaum am fernbahnhof des flughafens angekommen hoerte ich die nachricht das mein ice verspaetung hatte. na, er kam dann doch. man ist doch mit kleinen dingen zufrieden.
nun sitze ich also kurz am heimischen pc, aber nicht lange. ich bin muede und heftig erkaeltet.
gute nacht !
Religioese Stadtviertel
17 November 2007 at 19:48 | In Reiseberichte | 1 Commenteine mail betrifft die frage wie das mit dem verhalten in religioesen stadtvierteln ist. ob es gefaehrlich ist oder nicht.
ich kann dazu nur meine persoenlichen erfahrungen weitergeben, ganz subjektiv. ich bin auch bei diesem israel aufenthalt viel in religioesen vierteln unterwegs, besonders in jerusalem. die rede ist von juedischen, orthodoxen stadtvierteln.
ich hatte noch nie probleme, konnte immer ueberall hingehen. nie wurde ich dumm angemacht, nie verscheucht.
ich kenne die geschichte das leuten (vor allem in mea shearim) dosen und aehnliches hinterher geworfen worden sind, ein fall spricht sogar von taetlichen angriffen.
es entzieht sich meiner kenntnis was da genau los war. aber mir ist so etwas noch nie passiert.
wichtig ist es angemessen bekleidet in religioese viertel zu gehen und bitte, bitte, den fotoapparat in der tasche zu lassen. die leute dort sind nicht im zoo und es sollte nicht schwer verstaendlich sein das es sie stoert von touristenhorden fotografiert zu werden. nicht zuletzt ist es auch ein religioes problem “mache dir kein bildnis”. das sollte man respektieren. wenn schilder dort stehen das man bestimmte strassen nicht betreten soll ist es nur angemessen dies zu respektieren. duerfte doch nicht so schwierig sein.
wenn ihr all das beachtet sollte ein besuch in religioesen stadtvierteln kein problem darstellen.
Wieder mal: der letzte Tag
17 November 2007 at 19:46 | In Reiseberichte, Tel Aviv | No Commentsheute war es mal wieder soweit: der letzte tag dieser reise ist angebrochen.
tel aviv hat sich mit einem wunderbaren wetter verabschiedet. ihr seht nur sonne, sonne, sonne auf den bildern.
heute morgen war ich in einer kleinen schul in der arnon street. das ist eine nebenstrasse der hayarkon street. die schul ist ziemlich klein, aber gemuetlich. die leute sind sehr nett. das geniesse ich in israel: jedesmal in eine andere schul zu gehen. was will ich mehr ?
nach dem morgengebet machte ich einen ausfuehrlichen spaziergang nach jaffa, immer die strandpromenade entlang.
schliesslich landete ich in neve tzedek, hier hat tel aviv seinen anfang genommen.
in neve tzedek gibt es u.a. das suzanne dellal zentrum fuer tanz und theater zu besichtigen. eine wunderbare anlage. umgeben vom neuen tel aviv in form von wolkenkratzern. ein spannendes bild.
gleich werde ich noch meinen abschiedspaziergang ueber die dizengoff machen.
auf dem kikar rabin protestieren die lehrer und deren unterstuetzer fuer bessere tarifvertraege. die umgebung ist weitraeumig abgesperrt.
Schabbat in Tel Aviv
16 November 2007 at 14:20 | In Reiseberichte, Schabbat, Tel Aviv | No Commentsliebe leserInnen,
diesmal werde ich den schabbat in tel aviv verbringen.
heute morgen bin ich ins “alte” tel aviv gelaufen. die allenby herauf bis zur bialik strasse wo das alte rathaus von tel aviv steht. schliesslich landete ich auf dem kunsthandwerksmarkt in der nachalat binjamin street, dort gibt es wunderbare dinge zu kaufen die von den kuenstlern selbst gestaltet wurden. ich habe eine wunderschoene, bunte chasma (schuetzende hand) erstanden, ich werde ein bild in meinen blogg stellen. egal ob man daran glaubt oder nicht finde ich es toll so was schoenes buntes in meiner wohnung haengen zu haben
schliesslich fuehrte mich der weg wieder zurueck zur allenby street und weiter zum rothschild boulevard, einer strasse in denen es viele haeuser des bauhaus stiles zu bewundern gibt. ausserdem gibt es eine allee mit vielen schattigen baeumen. ich sitze gerne auf einer bank, unter einem schattigen baum, und sehe dem treiben zu.
heute abend werde ich in die schul gehen, diesmal einer liberalen. ich kenne noch einige leute vom letzten mal und freue mich auf ein wiedersehen.
euch allen SCHABBAT SCHALOM und/oder schoenes wochenende !
euer grenzgaenger
Tel Aviv an einem heissen Tag
15 November 2007 at 19:58 | In Reiseberichte, Tel Aviv | No Commentsguten abend zusammen,
heute war bei mir mal wieder tel aviv tag, ich habe die stadt ohnehin etwas vernachlaessigt bei diesem besuch, das wird sich nun aendern.
nach einem ruhigen fruehstueck machte ich mich auf den weg zum norden der stadt um meine gute freundin andrea zu treffen. wir hatten ein zweites fruehstueck verabredet, es gibt in tel aviv genug auswahl an schoenen cafes. ich treffe andrea immer wieder sehr gerne, wir verstehen und ganz gut und koennen uns ueber genuegend dinge unterhalten. es wird also nie langweilig. danke, andrea
nachdem andrea und ich uns verabschiedet hatten machte ich mich auf den weg nach ramat gan um ein paar fotos zu machen. ramat gan ist eine nachbarstadt von tel aviv, schliesst aber direkt an die stadt an. ramat gan ist gekennzeichnet durch viele hochhaeuser, auch die diamantenboerse sitzt hier. das gebaeude ist nicht zu uebersehen. ich bin ein fan von hochhaeusern, auch deshalb mag ich tel aviv.
es war ziemlich heiss zu diesem zeitpunkt, dann ist tel aviv ziemlich anstrengend, genuegend fluessigkeit, sonnenbrille und sonnenkappe sind dringend zu empfehlen. ich habe mich ans schwitzen gewoehnt, es stoert mich nicht mehr. und trotzdem ist die stadt dann anstrengend, dazu kommt der stetige autoverkehr. die mischung aus sonne und autoabgasen ist nicht gesund uns stoert. aber so ist es nun mal. die luftverschmutzung ist als problem erkannt, es fehlen noch die entschiedenen massnahmen dagegen. ein autofreier samstag waere toll. aber es ist nicht realistisch. so wird sich der zustand nicht aendern.
am spaeten nachmittag machte ich mich auf den weg zur strandpromenade und erlebte einen tollen sonnenuntergang.
ich liebe diesen kurzen stunden. der sonnenuntergang, es wird langsam dunkel. die ersten lichter gehen an. tel aviv eroeffnet die abendsaison.
frueh morgens und nach untergang der sonne sieht man auf den alleen der stadt viele alte menschen die mit rollstuehlen durch die gegend gefahren werden. den tag ueber machgen die alten leute pause, sind in ihren haeusern. die pfleger dieser menschen sind zum groessten teil einwanderer aus vietnam.
ich machte noch einen spaziergang zum neuen opernhaus an der promenade, darin befinden sich einige geschaefte, auch “tower records”. hier gibt es cd’s (nicht nur) mit israelischer musik.
ein schoener tag - wieder einmal ! nun kommt der schabbat, diesmal in tel aviv, ich freue mich schon auf “meine” gemeinde hier. beit daniel heisst sie und es ist eine liberale gemeinde. der kontrast zum letzten schabbat in jerusalem. ich werde darueber berichten.
herzliche gruesse, schabbat schalom,
euer grenzgaenger
Landschaften
14 November 2007 at 21:54 | In Jerusalem, Reiseberichte | No Commentshallo zusammen,
heute bin ich viel mit dem bus gefahren, ich wollte mal wieder landschaften geniessen. landschaften die sich hinter jeder ecke aendern, die farben aendern sich, es geht von flachland in bergland ueber.
mein weg fuehrte mich in den norden, nach tiberias. von tel aviv alozorov aus faehrt ein linienbus mit nur wenigen stopps und einem etwas laengeren aufenthalt in afula (ca. 10 minuten). ich mag die strecke dieses busses, ich mag die landschaft. einfach nur aus dem fenster sehen und musik hoeren. entspannen, staunen, sehen, fuehlen.
in tiberias gibt es einige graeber von (laengst) verstorbenen rabbinern, es sind wallfahrtsorte fuer religioese juden. spannend zu sehen. man folge den schildern mit der aufschrift “tomb of rabbi xy”. einfach so. nicht immer weiss ich wer der ehrwuerdige rabbiner war, aber ich habe ein notizbuch und kann dann nachschlagen. auch so lernt man. ueberhaupt gibt israel mir immer wieder viele denkanstoesse.
fuer den rueckweg stellte sich die frage “tel aviv oder jerusalem”. ich habe mich fuer ganz spontan fuer jerusalem entschieden. ich hatte einfach lust auf einen bummel durch meine geliebte jaffa street. es hat sich gelohnt. ich bekomme gar nicht genug von dieser strasse die jerusalem praktisch durchquert. auf der einen seite die zentrale busstation, auf der anderen seite die altstadt. dazwischen die innenstadt, der zionsplatz. einfach wunderbar. ich denke es sind ein paar gute bilder entstanden, ich werde sie ins netz stellen wenn ich wieder in deutschland bin.
(der flickr pro account kann auch wieder mit pay pal bezahlt werden. so werde ich meinen account wieder aktivieren und viele bilder einstellen. ich werde rechtzeitig an diesem ort darauf hinweisen !)
eine kleine pause legte ich im schon bekannten restaurant “village green” ein um mich dann mit dem bus 1 auf den weg zur westmauer zu machen. es war schon dunkel, da hat die westmauer einen besonderen reiz. es war zeit fuer das abendgebet. ich betrachtete das treiben noch ein wenig und machte mich auf den weg zurueck zur zentralen busstation, diesmal ganz ohne hindernisse.
es folgte das schon gewohnte: die rueckfahrt nach tel aviv mit dem bus 480. problemlos, staufrei. ueberhaupt habe ich in den ganzen busstunden keinen stau gesehen. auch so geht es.
lobend sei die busgesellschaft “egged” erwaehnt, die mit den gruenen bussen. die busse sind komfortabel, die busfahrer nett und mindestens zweisprachig. so ist meine erfahrung. englisch reicht auch aus um ueberall hin zu kommen, auch ohne gruppe. unter meinen links ist auch ein verweis auf die seite “egged busses”, ebenfalls auf englisch. schaut mal rein, es lohnt sich.
herzliche gruesse,
euer grenzgaenger
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