Schiur mit Shlomo Raskin

10. Februar 2012

Shlomo Raskin ist ein wirklicher Rav. Nicht „nur“ ein Rabbiner. Sondern auch ein Lehrer. Wer möchte, lernt einfach durch das Zuhören. Ich könnte Rav Raskin, ebenso wie “meinem” hoch verehrten Rav, einfach nur stundenlang zuhören. Nichts anderes als Hören. Ich bin wirklich dankbar für die Gabe neugierig zu sein. Immer wieder neu. Neugierde ist ein G“ttesgeschenk. Was wäre ich ohne meine neugierigen Streifzüge durch ganz viele Wissensgebiete? Was wäre ich ohne meine literarischen Spaziergänge? Da würde ganz viel fehlen. Macht einfach ein Experiment. Hört den gesamten Schur mit Rav Raskin. Wie geht es Euch danach? Vielleicht werdet ihr etwas verwirrt sein. Oder auch gespannt auf mehr. Vielleicht werdet ihr das Bedürfnis haben, mehr zu lernen. Oder aber das Gelernte abzuhacken. Alle Optionen sind in Ordnung. Wichtig ist das ihr glücklich seit über die gelernte Botschaft. Das ist so viel mehr als jeder materielle Reichtum.


Last Generation before Moshiach – A Lazer Brody Schiur

2. Februar 2012

2 x Lazer Brody

1. Juni 2011


Schiur an der Westmauer

18. Mai 2010

Danke an die Noa für das tolle Bild. Irgendwie ideal zu Schawuot ;-)


Schiurim

4. Januar 2010

hurra. am naechsten montag startet wieder der schiur in einer nachbargemeinde. ich freue mich schon auf den tollen rabbiner und die netten jungen leute dort. wirklich neugierige und intelligente junge leute die drei stunden ihrer woche “opfern” um dem rabbiner zuzuhoeren und religioese fragen zu diskutieren. ist das nicht toll ?


Kurzer Gedanke aus dem Schiur

5. Dezember 2009

Ein interessanter Schiur (Unterricht beim Rabbiner) am Freitag. Ein kleiner Schnipsel aus dem Schiur: Starke Menschen diskutieren mit Argumenten. Nicht mit Gewalt. Menschen, die nicht mit Argumenten diskutieren können, sondern zu körperlicher Gewalt greifen, sind schwach. Es ist die immer neue Diskussion, das Streitgespräch, welches zählt. Darum ging es im Wochenabschnitt der vergangenen Woche. Wajischlach.


Lebendiges Lernen

5. September 2009

Vor Beginn des G”ttesdienstes am Freitagabend gab der Rabbiner einen Unterricht zu den hohen Feiertagen.

Ich höre meinem Rabbiner immer wieder gerne und sehr fasziniert zu. Der Rabbiner nimmt mit seinem Sprechen den ganzen raum der schul ein. Man kann das schwer beschreiben. Der Rabbiner redet intensiv, verdichtet, lebendig. Es ist wirklich ein Vergnügen, dem Rabbiner zuzuhören.

Der Schiu ist immer so lebendig. Ich habe das Gefühl als würde der Rabbiner mich mit auf eine Reise nehmen. Ich lasse mich gerne auf die reise ein. Ich schwebe Jahrtausende zurück. Zum Sanhedrin, den es leider nicht mehr gibt. Möge der Messias kommen und den dritten Tempel erbauen. Dann gibt es auch wieder einen Sanhedrin.

Auf den Sanhedrin kam der Rabbiner im Zusammenhang mit den jüdischen Monaten, d.h. der Zeitrechnung, zu sprechen. Zur Zeit des Zweiten Tempels gab es noch keine Flatrate. Auch keinen PC. Diese Entwicklungen haben ein paar Jahrtausende später das Licht der Welt erblickt.

Um den Beginn eines neuen Monats festzustellen, mussten zwei Männer zum Sanhedrin kommen. Anhand der Sterne und nach einer Befragung durch den Sanhedrin wurde der neue Monat ausgerufen. Das ist jetzt sehr simpel geschrieben.

Ich schreibe das nur, um Folgendes darzustellen: Der Rabbiner hat so intensiv gesprochen das (nicht nur ich) das Gefühl hatte im Sanhedrin zu sitzen. Religiöse Inhalte müssen nicht langweilig sein. Es hängt letztlich immer an Personen.

Der Rabbiner und seine Zuhörer kennen sich. Wenn dann noch eine so ungeheure Gabe zum Lehren dazukommt, sind jüdische Inhalte spannend wie ein Krimi. Mein Rabbiner ist ein wirklich begnadeter Lehrer.

Beim Schiur ging es um die Hohen Feiertage. Es ging um Rosch Haschana und Jom Kippur. An Rosch Haschana wird das Urteil gefällt und aufgeschrieben. An Jom Kippur wird das Urteil verkündet. In der Zeit zwischen Rosch Haschana und Yom Kippur haben wir die Möglichkeit das Urteil zu beeinflussen. Wir haben Einfluss auf das Urteil.

Judentum ist nicht nur eine lebendige Religion. Judentum ist eine tätige Religion. Wir können und sollen aktiv sein. Wir sollen im Leben stehen. Religion soll nicht dazu dienen sich vom Leben abzuwenden. Religion zeigt sich im Umgang mit anderen Menschen.

Judentum ist auch eine Religion die personalisiert. Warum feiern wir jedes Jahr Pessach ? Warum gibt es jedes Jahr einen Sederabend ? Warum feiern wir seit Jahrtausenden immer die gleichen Feste. Warum gibt es immer den gleichen Inhalt ? Ist das nicht Pflichterfüllung ? Wird das nicht langweilig ?

Der Rabbiner führte aus, dass es im Judentum ein kleines “Geheimnis” gibt. Dieses “Geheimnis” ist die Personalisierung. ICH ziehe aus Ägypten aus. ICH stehe am Berg Sinai. ICH bin gemeint wenn das Schofar ertönt. Letztlich werde ICH vor dem, strengen und liebevollen, Richter stehen. Was für MICH gilt, das gilt auch für alle anderen. Aber Religion wird oft nicht verstanden, Religion kann zum Ritual werden, wenn die persönliche Ansprache nicht gegeben ist. Dass WIR entbindet nicht von persönlicher Verantwortung.

Sollen doch die anderen machen. Ich schließe mich an. Um diese Passivität zu vermeiden, ist das Judentum auf jeden Menschen im Volke Israel fixiert. Jeder ist mit seinen Schwächen und Stärken willkommen. Auf der anderen Seite hat jeder auch seine Pflichten.

Es gibt eine gemeinsame Grundlage. Diese Grundlage wird durch die Personalisierung für jedes Mitglied des jüdischen Volkes verpflichtend und auch (vielleicht) Teil des täglichen Lebens. Letztlich geht es darum – durch die Personalisierung – das Volk Israel zu vereinen.

“Wir sind ein Volk, ein Volk.“

Dieses Zitat stammt von Thedor Herzl.


Sollen wir Wissen bewerten ?

30. Juni 2009

Eine Diskussion in einem anderen Weblog. Die Frage scheint mir zusammenfassend so zu lauten: “Gibt es jüdisches Wissen, religiöse Bildung, die mehr wert als andere? Ist es entscheidend ob man sein Wissen in einer Jeschiwa oder beim Rabbiner erworben hat? Ist Religiöses wissen, das aus seriösen Quellen im Internet kommt, schlecht?”

Ich kann für mich diese Frage schlicht mit “Nein” beantworten. Jeder hat seine eigene Art und Weise zu lernen. Jeder hat seine eigenen Quellen. Es kommt darauf an DAS Wir lernen.

Es kommt – so denke ich – auch nicht darauf an, in welcher Geschwindigkeit wir lernen. Es kommt auf die kritische Analyse, die Auseinandersetzung, die Diskussion, an.

Es gibt ja auch immer wieder diese Unsäglichen fragen zum Gijur. “Wie weit bist du?”, “hast du es immer noch nicht geschafft?”, “ist dein Rabbiner gut für deinen Gijur ?” Ich beantworte, seit einiger Zeit, solche Fragen kaum noch. Ich denke das ist nicht relevant. Jeder hat seinen weg. Jeder hat seine eigene Geschwindigkeit beim Lernen. Jeder hat (hoffentlich) seinen ganz eigenen Kontakt zum Rabbiner. Wenn sich der Kontakt zum Rabbiner nur noch auf die Frage des Gijur zuspitzt, finde ich das schlicht schade.

Ich würde wirklich für mehr ruhe in solchen Diskussionen plädieren. Jeder geht seinen Eigenen weg und kein Weg ist schlechter als der andere. Letztlich geht es darum, mit seinem weg und seinem Leben, zufrieden zu sein. Alles andere wird – mit G”ttes Hilfe – geschehen.


Zwei Eltern

23. Juni 2009

in den notizen eines vergangenen schiur habe ich diese ueberlegung wieder entdeckt:

der mensch hat zwei eltern. vater und mutter. das ist der einfache wortsinn.

es gibt noch eine andere erklaerung:

der mensch hat zwei eltern. die biologischen eltern und die geistigen eltern.

auch die biologischen eltern sind die lehrer der kinder. auch eltern sind lehrer. ein rabbiner ist ein lehrer anderer art. ein rav, ein geistiger lehrer, ist nicht der erzeuger des ihm zum unterricht anvertrauten kindes. aber der rav macht das kind, im sinne von ethik und religion, zu einem verantwortlichen erwachsenen.

mit 13 jahren erreicht ein juedischer mann seine volljaehrigkeit. die bar mitzwa. mit 12 jahren erreicht eine juedische frau ihre volljaehrigkeit. die bat mitzwa. im religioesen sinne sind beide dann fuer ihr tun selbst verantwortlich. sie koennen nicht mehr auf den einfluss von vater und mutter verweisen.

es bleibt nicht viel zeit zum lernen. der lehrer muss wirklich gut sein und der schueler muss interessiert sein. ein schuechterner schueler wird kein guter schueler werden. das habe ich von meinem rav gelernt.


Der Weg zaehlt

21. Juni 2009

beim gijur geht es nicht in erster linie um geschwindigkeit. wenigstens dann nicht wenn man aus reinem glauben zum judentum konvertiert. inzwischen stehe ich solchen instituationen wie einer gijur klasse eher fragend gegenueber. natuerlich ist es eine gute sache wenn ein rabbiner solch eine klasse bildet und die leute zum gijur begleitet. auf der anderen seite habe ich festgestellt das ich fuer manche dinge sehr wenig zeit brauche um zu lernen. fuer andere dinge brauche ich viel mehr zeit. es ist wie immer beim lernen: man entwickelt sein eigenes tempo. man spuert selbst ob man noch zeit braucht oder eben nicht. ich habe das glueck einen tollen rabbiner zu haben zu dem ich kommen kann wenn ich das gefuehl habe genug gelernt zu haben. es ist falsch sich selbst unter druck zu setzen. das ist meine erfahrung. schliesslich macht man den gijur fuer sich selbst. ein ethisches leben kann man auch ohne gijur fuehren. darum geht es nicht. vorsichtig gesagt koennte man fragen ob eine x beliebige juedische gemeinde in deutschland immer der richtige platz ist um gelebtes judentum zu erlernen. ich habe schon oft geschrieben das judentum eine taetige religion ist. das heisst ich muss aktiv werden. das lernen soll und kann mir niemand abnehmen. letztlich geht es darum einen festen rahmen zu erlernen. der rabbiner ist sozusagen ein wegweiser und pruefer. der letzte pruefer wird in der kommenden welt warten. es gibt also keinen grund sich selbst unter druck zu setzen. nichts geht verloren.


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