Gleichheit

30. Mai 2012

Es ist ein Schlag für das (Ultra)Orthodoxe Establishment in Israel. Und doch ist es eine richtige Entscheidung.

Endlich sind Rabbiner von „nicht-orthodoxen“ Gemeinschaften den (Ultra)orthodoxen Rabbinern gleichgestellt. Endlich ist der Staat Israel bereit, auch deren Gehälter zu übernehmen. Mit welchem Recht sollen die (Ultra) Orthodoxen bevorzugt werden?

Die besprochene Entscheidung ist ein Beleg mehr dafür, das Israel ein liberaler Rechtsstaat ist. Gottesstaaten gibt es in dieser Region der Welt wahrlich genug.

Das Ultra-orthodoxe Establishment will die besprochene Entscheidung natürlich nicht wahrhaben. Ändern wird deren Protest nichts. Hoffentlich.


“Mein Rav” ist Online

9. Januar 2012

„Mein“ hochverehrter Rav Zinvirt hat nun auch eine Homepage. Herzlich willkommen im Netz, Herr Rabbiner!

Yaacov Zinvirt ist für mich nicht „nur“ ein Rabbiner. Sondern auch ein grossartiger Lehrer. Von wenigen Menschen habe ich so viel über das Judentum, aber auch über das Leben gelernt. Ganz unmittelbar beim Schur, in den Artikeln für die Jüdische Allgemeine, durch seine Bücher und Vorträge. Aber Rabbiner Zinvirt ist nicht nur ein grosser Lehrer, sondern auch ein wunderbarer Mensch, auf den in Krisenzeiten Verlass ist.

Ich möchte Euch die Website von Rabbiner Yaacov Zinvirt ganz herzlich zur regelmässigen Lektüre empfehlen!


Ein Tempel auf Erden

8. Januar 2012

Ein kleiner Film über die Synagoge der Belz in Jerusalem. Dieses Haus G“ttes ist von der Autobahn Jerusalem – Tel Aviv sehr gut zu sehen. Ich dachte zuerst der dritte Tempel sei erbaut worden und ich hätte etwas verpasst *LOL*. Nun, es war nicht der dritte Tempel, sondern eben die Synagoge der Belz. Auch wenn der Text hebräisch ist, solltet ihr das Video geniessen.  Hier kommt es auf die Bilder an.

Die Synagoge ist wirklich so schön und eindrucksvoll wie im Video zu sehen. Und doch ist mir das Bauwerk zu gross und wuchtig. Aber es kommt auch nicht auf meine Meinung an. Ich war bei meinem Besuch in dieser Synagoge sehr überrascht von der Offenheit dort. Ein Freund hatte mich allerdings auch vorher angemeldet. Keine Ahnung, ob das eine Rolle spielt. Jedenfalls kann ich Euch nur raten, keine falsche Scheu vor Synagogen zu haben. Ich hatte noch nie Schwierigkeiten. Weder in Israel noch sonst wo auf der Welt. Also traut Euch einfach!

Hier kommt es eher auf die Bilder an. Die Synagoge ist wirklich so schön und eindrucksvoll wie im Video zu sehen. Und doch ist mir das Bauwerk zu gross und wuchtig. Aber es kommt auch nicht auf meine Meinung an. Ich war bei meinem Besuch in dieser Synagoge sehr überrascht von der Offenheit dort. Ein Freund hatte mich allerdings auch vorher angemeldet. Keine Ahnung, ob das eine Rolle spielt. Jedenfalls kann ich Euch nur raten, keine falsche Scheu vor Synagogen zu haben. Ich hatte noch nie Schwierigkeiten. Weder in Israel noch sonst wo auf der Welt. Also traut Euch einfach!

Hier sind noch ein paar Bilder des Bauwerkes !


Klein, aber fein …

8. Januar 2012

ist diese kleine Synagoge im Kibbuz Lavi. Der Kibbuz liegt im Norden Israels und ist, als einer der wenigen, religiös.

Ein wunderbarer Ort um Ruhe zu finden und gleichzeitig eine religiöse Umgebung zu geniessen.

Ich erinnere mich noch gut an den Schabbes in Lavi. Die kleine Synagoge, gefüllt mit Menschen, Fröhlichkeit und Religiosität.

Es kommt auch bei Synagogen nicht auf Prachtbauten an. Es kommt auf die Menschen in den Synagogen an. Das hat mich der Besuch im Kibbuz Lavi wieder einmal gelehrt.


Siddur Suche

5. Januar 2012

Nachdem mein kleiner Siddur Schma Kolenu die Reise nach Israel angetreten hat und dort fleissig seinen Dienst verrichtet, habe ich mich heute auf die Suche nach einem Ersatz gemacht. Mit Schrecken habe ich festgestellt, dass mein Siddur ausverkauft war. Die grosse Normalausgabe des Siddur Schma Kolenu gibt es in den meisten einschlägigen Versandhäusern noch. Aber die kleine Ausgabe nicht. Der grosse Bruder des kleinen Schma Kolenu ist mir aber einfach zu unhandlich. Nach längerer Suche bin ich bei eBay fündig geworden. Nun wird mir aus den USA ein gebrauchter Siddur Schma Kolenu geschickt. Das gefällt mir. Mein gebrauchter Schma Kolenu verrichtet seinen Dienst in Israel. Ein anderer gebrauchter Schma Kolenu findet den Weg in meine Hände. Ist das nicht schön?


Tel Aviv – Kein religiöses Pflaster ?

3. Januar 2012

Das es in Tel Aviv keine Synagogen gibt ist ein Gerücht. Das kann eigentlich nur jemand behaupten der noch nie in Tel Aviv war. Gut, es geht nicht so religiös zu wie in Jerusalem. Religion ist eben nur ein Bestandteil des Lebens in Tel Aviv. Das kommt mir sehr entgegen. Obwohl ich religiös bin, habe ich meine Probleme mit Städten, die einfach nur religiös sind. Leider sind solche Städte oft auch voller Extremismus und Hass. Freilich sind Extremismus und Hass nur ein Teil des Lebens auch in diesen Städten. Aber beides reisst das Lebensgefühl und übrigens oft auch den städtischen Haushalt in die Tiefe. Ist es ein Zufall das Jerusalem eine der ärmsten Städte in Israel ist? Arm, was den städtischen Haushalt angeht?

Auch Tel Aviv hat interessante Orte jüdischen Lebens zu bieten. Da ist meine geliebte Synagoge Beit Daniel. Liberales Judentum. Nette Menschen. Viele Amerikaner. Beit Daniel bedeutet auch Judentum aus den USA. Ich mag die Offenheit dieses Ortes.

Da gibt es das Jewish Community Center.

Da gibt es die Tel Aviv International Synagogue . Beides faszinierende Orte der Freiheit des Judentums. Beides offen für jede Frau und jeden Mann. Da fühle ich mich wohl.

Wer sagt das Tel Aviv nichts Religiöses zu bieten hat? Das Religiöse ist anders als in Jerusalem. Eher liberal. Aber deshalb bleibt das gelebte jüdische Leben jüdisch. Ich würde mir diese Vielfalt der Angebote auch in Deutschland wünschen. Aber wo sollen die Perspektiven herkommen?


Nun ist der Grenzgänger dran

8. Mai 2011

Nun ist der Grenzgänger dran. Das Kaddisch der Trauernden machte die Runde in der Synagoge. Nun ist es am Grenzgänger, das Kaddisch des Trauernden, zu rezitieren. Drei Mal täglich. Morgens, nachmittags, abends. Ist es ein Zufall das ein geliebter, warmherziger, Mensch gerade heute, an diesem traurigen Tag für Israel, gestorben ist? L. wird immer einen Platz in meiner Seele haben. Was macht der Grenzgänger ausser Kaddisch zu sagen? Er stürzt sich in Arbeit. Vergessen geht nicht. Aber Verdrängen. Bis die Trauer mit aller Kraft durchschlägt. In Israel habe ich gelernt, dass der Lebenswille sich nicht brechen lassen darf. Es klingt hart. Aber das Leben geht weiter.


Ein Lichtblick

16. März 2011

Manchmal ist es wichtig, sich Lichtblicke zu erhalten. Der wöchentliche Lichtblick ist für mich der Schabbat. Aber es gibt Ende dieser Woche noch einen Lichtblick: Purim. Ich freue mich darauf zweimal die Megillath Esther (das Buch Esther) zu hören. Ich freue mich auf den Lärm, um den Namen des bösen Haman zu übertönen.

Ich freue mich auf das Purim Schauspiel unserer kleinsten Gemeindemitglieder. Natürlich freue ich mich auch auf das leckere Purim Essen.

Ich danke G“tt das ER mich dieses Purim Fest erleben lässt.

Vergessen. Wenigstens ein paar Stunden lang.

 


Die Geduld der Synagoge

10. Januar 2011

Seit einiger Zeit konnte ich nicht mehr in die Synagoge gehen. Die starke Antriebslosigkeit, verbunden mit anderen gesundheitlichen Schwierigkeiten, standen dem Besuch im Weg. Nun aber wird sich das ändern. Ich habe schon richtige Entzugserscheinungen.

Es ist wirklich schön zu wissen das die Solidarität des Rabbiners und der Gemeinde, im weitesten Sinne die Solidarität der Synagoge, keine Bedingungen kommt. Ich weiss das ich immer wieder willkommen bin. Egal wie lange ich die Freundschaft der Synagoge verschmäht habe. Ich werde nicht fallen gelassen. Rabbiner und Rebbezin geben mir immer wieder neu das Gefühl und die Gewissheit willkommen zu sein. Die Liturgie gibt mir die Gewissheit, ein Stück weit, ein Zuhause gefunden zu haben. Ich weiss das ich nicht alleine bin.

Ich lebe, in der Gewissheit des Versuches, die Gebote zu beachten. Ich lebe aber auch in der Gewissheit das Teschuwa immer gilt. Umkehr. Auch dann, wenn ich die Gebote verschmäht habe. Ich glaube übrigens nicht das es (in Deutschland) möglich ist, alle Gebote zu halten. Rein technisch geht das nicht weil einige Gebote mit dem Tempel (Möge der Messias noch in unseren Tagen kommen !) und dem Land Israel verbunden sind. Das sind rein technische Probleme. Am Tage, wenn der Messias durch die verschlossenen Gnadentore Jerusalems schreitet, wird das alles nicht mehr wichtig sein.

Es wird keine Tränen mehr geben und es wird keine Schwere mehr geben. Es wird keine Krankheit mehr geben und es wird keinen Tod mehr geben. All das ist dann Geschichte. Ich glaube fest daran. Die Hoffnung wird nie in mir sterben. Das Vertrauen auf G“tt wird nie in mir sterben. Aber auch das Vertrauen auf unsere Zeit, auf die Solidarität der Synagoge, wird nicht schwinden. Sonst wäre ich nicht mehr in der Lage zu leben. Die Hoffnung stirbt nicht zuletzt. Die Hoffnung lebt – jeden Augenblick neu. Auch im tiefsten Schwarz der Seelennacht.


Sehnsucht

21. November 2010

Seit Wochen habe ich nicht mehr die Kraft in die Synagoge zu gehen. Der Weg ist zu weit und ich kann nicht mal mehr lange genug auf den Beinen sein, um Kabbalat Schabbat zu geniessen. Es ist wirklich blöd. Ich weiss, dass es Menschen in der Synagoge gibt, die mich vermissen. Ich vermisse wiederum die Synagoge. Aber mir fehlt die Kraft, so lange auf den Beinen zu sein. Was früher selbstverständlich war, ist heute nicht mehr zu machen. Lektionen einer Krankheit.


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