Gleichheit

30. Mai 2012

Es ist ein Schlag für das (Ultra)Orthodoxe Establishment in Israel. Und doch ist es eine richtige Entscheidung.

Endlich sind Rabbiner von „nicht-orthodoxen“ Gemeinschaften den (Ultra)orthodoxen Rabbinern gleichgestellt. Endlich ist der Staat Israel bereit, auch deren Gehälter zu übernehmen. Mit welchem Recht sollen die (Ultra) Orthodoxen bevorzugt werden?

Die besprochene Entscheidung ist ein Beleg mehr dafür, das Israel ein liberaler Rechtsstaat ist. Gottesstaaten gibt es in dieser Region der Welt wahrlich genug.

Das Ultra-orthodoxe Establishment will die besprochene Entscheidung natürlich nicht wahrhaben. Ändern wird deren Protest nichts. Hoffentlich.


Al Hula, Screbenica

27. Mai 2012

Die Gewalt in Syrien nimmt kein Ende. Al Hula. Mindestens 92 Tote. Darunter Dutzende Kinder. Ich frage mich, wo in Deutschland die Mahnwachen bleiben. Und wo die Demonstrationen bleiben. Wird da etwa mit zweierlei Mass gemessen? Immer, wenn Israel beschuldigt werden kann, ein „Verbrechen“ begangen zu haben, sind die Demonstranten, sind die Mahnwachen, sind die Gutmenschen in den Kommentarspalten da. Die Menschen in Syrien interessieren nicht. Vielleicht weil es keine israelischen Soldaten in diesem Konflikt gibt? Sind syrische Zivilisten weniger wert als palästinensische Zivilisten? Oder gibt es da etwa doch antisemitische Züge in der verlogenen Israel Kritik?

Ich denke das man, auch in Syrien, nicht auf die UNO setzen sollte. Das neueste Massaker spricht Bände. Wie schon in Screbenica ist die Weltorganisation machtlos. In Screbenica mussten Menschen im Massengrab sterben, weil sogenannte Pazifisten nicht bereit waren, diese Menschen zu schützen. In Al Hula wiederholt sich das Schicksal. Auch hier wurden Menschen auf dem wahnhaften Altar des Pazifismus geopfert. Wann wird dieser Wahnsinn ein Ende haben?


Sportgericht

18. Mai 2012

Heute muss das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes über die Konsequenzen des chaotischen Relegationsspieles zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC Berlin entscheiden. Das ist sicherlich eine schwierige Aufgabe. Nach meiner Sicht haben beide Vereine eine deutliche Strafe verdient. Auf der anderen Seite sind die Vereine mit ihren Anhängern sichtlich bestraft.

Aber auch was sich auf dem Feld, bei den vermeintlichen Profis, abspielte, war nicht besser. Benehmen sich so erwachsene Menschen? Oder haben diese Menschen nie gelernt, wie Menschen sich Benehmen haben? Mich erfüllt das nachfolgende Video jedenfalls nur mit Abscheu und Verachtung.

Wenn man dann noch bedenkt, dass der Schiedsrichter von Spielern der Hertha angegriffen und geschlagen worden ist, scheint mir das erträgliche Mass weit überschritten.

Ich denke beide Vereine haben es nicht verdient aufzusteigen bzw. weiterhin der Liga anzugehören. Es wäre hilfreich beide Vereine und deren Anhänger, ein Jahr darüber nachdenken zu lassen, wie man sich ordentlich benimmt. Es kann nur noch besser werden.


Julija Timoschenko, die Ukraine, der runde Ball

30. April 2012

Boykott oder nicht? Soll die Fussball EM gleich in ein anderes Land verlegt werden? Die Ukraine macht es den Freunden des runden Balles schwer eine wirklich freudige EM zu erleben. Nein, unbeschwert wird dieser sportliche Wettbewerb nicht sein. Das Schicksal von Julija Timoschenko hängt wie eine dunkle Wolke über den Stadien. Das Schicksal von Julija Timoschenko wird die Weltöffentlichkeit mehr beeinflussen als Tore und Tabellen. Soll diese Europameisterschaft wirklich in einem Land stattfinden, in dem, ohne zulässige Begründung, eine ehemalige Ministerpräsidentin hinter Gittern gehalten wird? Eine Ministerpräsidentin, die beliebter ist, als der stalinistische Machtapparat? Die schäbigen Drohungen der Folter-Regierung gegen Deutschland machen die Sache nicht besser. Es ist wichtig, dem Folterrat in Kiew deutlich zu machen, das Julija Timoschenko auf der Tagesordnung steht. Wenn die EM, im Vorfeld, etwas Gutes hat, dann ist es diese Medienöffentlichkeit für Julija Timoschenko. Ein Mensch lässt sich wegsperren. Eine Weltöffentlichkeit lässt sich nicht hinter Gitter bringen. Daran ändern auch leere Drohungen nichts. Ich hoffe (nicht nur) die Bundesregierung wird die EM in der Ukraine boykottieren. Bundespräsident Joachim Gauck hat einen guten Anfang gemacht. Auch Angela Merkel hat ein klares Zeichen gesetzt. Julija Timoschenko ist schwer krank. Wenn jetzt kein klares Signal an den stalinistischen Militärrat in Kiew kommt, wird es zu spät sein. Dann hat die Weltgemeinschaft ihre Reden von den Menschenrechten, wieder einmal, Lügen gestraft.


Die Piraten – eine Zeiterscheinung ?

23. April 2012

Schade. Eigentlich dachte ich, dass die Piratenpartei eine gute Alternative zu den etablierten Parteien ist. Aber mit der Zeit wird mir diese Partei immer unheimlicher. Rechte Tendenzen, Nazi Vergleiche, eine kaum zu ertragende, Leichtigkeit im politischen Spiel. Daran ändert auch die Person von Marina Weisband nicht. Für mich ist Marina Weisband so etwas wie die Lichtgestalt bei den Piraten. Aber wirklich führen und Akzente setzen, vor allem verhindern, dass es Tendenzen gibt, die deutschen Parteien, nach dem 2. Weltkrieg nicht anstehen, kann auch Marina Weisband nicht. Es ist wirklich schade für diese Partei. Es ist wirklich schade, dass die Protestpartei der Piraten auf Stimmenfang bei den Stammtischen der Ewiggestrigen geht. So ist der Aufprall in der Realität schon abzusehen. Beim heutigen Stand sind die Piraten einfach nur eine Übergangserscheinung. Bis sich die nächste Protestpartei gründet. Veränderungen kommen, mit diesem Stil der Politik, gar nicht erst in Betracht. Ob es die Piraten bei der nächsten Bundestagswahl noch gibt ?


Wahlhelfer

15. April 2012

Ich finde es bedauerlich, wie wenige Menschen heute bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren. Das betrifft auch schon die Institution der Wahlhelfer. Die Stadt, in der ich lebe, hat die Suche mit Notizen in den Zeitungen und auf Plakaten gestartet. Viel gebracht hat das wohl leider nicht. Ehemalige Wahlhelfer bekamen Post von der Stadt, mit der Bitte, sich für dieses Ehrenamt zur Verfügung zu stellen. Nun, ich habe mich zur Verfügung gestellt. Ein Ehrenamt ist eben ein Ehren(!)Amt. Schade, dass diese Ämter nicht mehr gefragt sind. Dabei ist es eine Frage der Ehre, solche Ehrenämter zu besetzen.


Gespräche bis zur Bombe

14. April 2012

Wieder einmal gibt es verlogene Gespräche mit dem Iran. Wieder einmal glaubt die EU, dass diese Gespräche konstruktiv sind. Wieder einmal hat der Iran die Gelegenheit, eine leichtgläubige internationale Weltgemeinschaft an der Nase herumzuführen. Wieder einmal gewinnt der Iran Zeit für den atomaren Holocaust. Es wird Zeit, das diese Gespräche, durch die Ausschaltung des iranischen Atomprogrammes, ein für alle Mal, beendet werden. Es wird Zeit, das der Irre in Teheran, unschädlich gemacht wird. Wie seine Vorgänger im Irak und in Libyen. Dann gäbe es eine realistische Chance auf demokratische Reformen im Iran. Aber demokratische Reformen auf Druck der internationalen Gemeinschaft? Dieser Klub der Heuchler und Verräter hat die iranische Demokratiebewegung im Stich gelassen, als es nötig war, diese zu unterstützen. Wer hätte auch etwas anderes erwartet? Natürlich weiss der Irre in Teheran das alles. Deswegen wird er auch diese Gespräche nutzen, um Zeit zu gewinnen. Gebe G”tt, dass dieses Spiel ein schnelles und deutliches Ende findet.


Schlecker – Eine Tragödie

29. März 2012

Nun ist also beschlossen, dass es keine Auffanggesellschaft für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Firma Schlecker gibt. Letztlich ist diese Gesellschaft am Widerstand der FDP gescheitert. Ich finde diese Entwicklung mehr als tragisch. Viele Tage zwischen Hoffen und Bangen liegen hinter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Und nun das Aus. Man fragt sich, wo die Schwerpunkte der Hilfspolitik in diesem Land sind. Griechenland wird geholfen, den Banken wird geholfen, Herr Wulff bekommt Privilegien, die ihm nicht zustehen. Und die Leute von Schlecker werden alleine gelassen. Auf die Strasse geschickt. Kündigung. Letztlich keine Perspektive. Es ist etwas faul im Lande.


Ein konsequenter Strassenbahnfahrer

20. März 2012

Ich bin nur mit Bus und Bahn unterwegs. Ich hatte nie das Bedürfnis eine Fahrerlaubnis zu erwerben. Mit diesem Entschluss fahre (!) ich ganz gut.

Gestern war ich auch mit der EVAG unterwegs. Die Strassenbahn verbindet Essen-Bredeney mit dem Gelsenkirchener Hauptbahnhof.

Schon in Essen-Bredeney stiegen vier Minderjährige in die Bahn, die man bestenfalls als „ungezogen“ bezeichnen konnte. Die Vier machten nicht nur Lärm, sondern waren auch der Meinung den Boden der Strassenbahn mit Nahrungsmitteln verunreinigen zu müssen.

Nach ein paar Haltestellen kam der Fahrer unserer Strassenbahn und wollte die vier Jugendlichen der Strassenbahn verweisen. Nachdem die vier das nicht wollten, rief der Strassenbahnfahrer schlicht die Polizei. Die kam auch ziemlich schnell und nachdem die Jugendlichen sich geweigert haben, ihre Personalien zu nennen, wurde alle vier mit auf die Polizeiwache genommen.

Der Strassenbahnfahrer hat viel Lob für sein konsequentes Verhalten bekommen. Ich hoffe, der gestrige Vorgang bleibt keine Ausnahme.


Warnstreik II

16. März 2012

In der nächsten Woche geht der Warnstreik im Öffentlichen Dienst in die nächste Runde. Bisher haben die Arbeitgeber es nicht geschafft, ein akzeptables Angebot vorzulegen. Auch der öffentliche Dienst wird wieder bestreikt. Ich halte diese Streikmassnahmen, noch immer, für absolut gerechtfertigt. Anders ist den öffentlichen Arbeitgebern wohl nicht klarzumachen, dass manche Beschäftigte, trotz harter Arbeit, am Existenzminimum leben. Das ist eine Schande. Eine Änderung, auch in Form von mehr Geld, ist bitter notwendig.


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