Hannelore Kraft. Nordrhein Westfalen. SPD. Die Landesmutter. Ich kann nur gestehen, dass ich Hannelore Kraft absolut authentisch und überzeugend finde. Hannelore Kraft steht für Überzeugungsarbeit und für „klare Kante“. Sie steht für Entschlossenheit in der Politik. In gewisser Weise setzt die Persönlichkeit von Hannelore Kraft die Tradition von Johannes Rau fort. Beide stehen für die Tradition der Überzeugung durch Persönlichkeit. Johannes Rau, der Menschenfischer. Hannelore Kraft, die Landesmutter. Auch wenn ich mit der heutigen SPD, auch in Nordrhein-Westfalen, nicht mehr viel anzufangen weiss, ist Hannelore Kraft für mich wählbar. Das gilt für den SPD-Landtagskandidaten, hier vor Ort, absolut nicht. So wird es also eine zweigeteilte Wahl geben. Hannelore Kraft wird meine Stimme bekommen. Wer meine zweite Stimme bekommt, weiss ich noch nicht.
Tagesklinik, die 2.
29. Mai 2011Die endgültige Entscheidung wird zwar erst morgen fallen. Da ist ein Gespräch mit dem Psychiater angesagt. Aber es sieht so aus das die Tagesklinik wieder auf dem Programm steht. Ohne klinische Behandlung droht die Depression aus dem Ruder zu laufen. Ich weiss nicht, ob mich die Aufnahme in die Tagesklinik freuen soll. Zumal eine lange Wartephase ansteht. Manchmal dauert es 4 Wochen bis zur Aufnahme in die Tagesklinik. Aber, auf der anderen Seite, gibt es in meiner Umgebung ziemlich viele Angebote dieser Art. Ich versuche, dem Angebot „Tagesklinik“ positiv zu begegnen. Mehr kann ich, im Moment, nicht tun.
Noch ‘ne Klinik ?
23. Mai 2011Heute Morgen war ich bei der Therapeutin. Ziemlich schnell wurde klar das sich mein Zustand wirklich verschlechtert hat. Es wird wohl doch Zeit, dass ich eine Klinik aufsuche. Es gibt in meiner Umgebung ein paar wirklich gute Kliniken. Die Frage ist, ob eine vollstationäre Behandlung infrage kommt oder lieber eine teilstationäre Behandlung erwogen wird. Ich selbst halte, im Moment, mehr von einer teilstationären Behandlung. Da kann ich am späten Nachmittag wieder nach Hause. Ich fände es schon wichtig, meinen Alltag nicht ganz aus den Augen zu verlieren. Es ist nicht mein soziales Umfeld das die Depression begünstigt. Eher Dinge, die tief in mir bohren, sind ein Problem. Das kann keine Therapie und keine Klinik der Welt wieder in Ordnung bringen. So weit sind wir in der Behandlung schon gekommen. Es geht einfach darum den Alltag zu bewältigen, Struktur ins Leben zu bekommen, Barrikaden der Destruktion und Angst zu überwinden. Morgen habe ich einen Termin bei meiner vertrauten Ärztin. Diese Frau ist weit mehr als „nur“ meine Ärztin. Sie ist eine enge Vertraute geworden und kennt mich besser als meine Eltern. Auf das Urteil dieser Frau kann ich immer aufbauen. Mal schauen, welche Entscheidung fällt. Ich bin jedenfalls für jede Entscheidung offen.
Abschied – Tagesklinik
26. September 2009Am Freitag war Abschied aus der Tagesklinik angesagt. Ehrlich gesagt bin ich dann doch mit leichtem Herzen gegangen. In gewisser Weise bin ich froh das “es” vorbei ist. Am Freitagmorgen gab es ein letztes Gespräch mit der Ärztin der Tagesklinik. Kurz und intensiv. Sie sagte mir das ich jederzeit anrufen und auch vorbeikommen kann. Sie machte mir aber auch klar das ich die Tagesklinik krank verlasse. Vielleicht noch kränker als ich hinein gekommen bin. Die Schatten werden tiefer. Daran hat auch die Tagesklinik nichts geändert.
Nach dem Gespräch mit der Ärztin gab es viel freie Zeit. Es wurde mir wieder klar wie einsam und verlassen, wie fremd, ich mich in der Tagesklinik gefühlt habe. Irgendwie sind meine Probleme ganz anderer Natur als die von den meisten anderen Patienten dort.
Meine liebste Mitpatientin hat – ganz kurzfristig und überraschend – beschlossen mit mir zusammen die Klinik zu verlassen. Ihr scheint es ähnlich ergangen zu sein wie mir. Aber schon weil ich diese wunderbare Frau kennenlernen durfte, hat sich der Aufenthalt in der Klinik gelohnt.
Schliesslich gab es noch das gemeinsame Kaffee trinken und die Verabschiedung. Es gab ein paar kurze Reden und fantasievolle Geschenke. Das ist der letzte Eindruck, den ich aus der Klinik mitnehme.
Der letzte Eindruck war harmonisch und schön. So will ich die Klinik mit ihren Menschen, Personal und Mitpatienten, in Erinnerung behalten. Aber ist dieser Wunsch keine Flucht vor der Wirklichkeit?
Abschied aus der Tagesklinik
24. September 2009Morgen werde ich noch mal in die Tagesklinik fahren, um mein Abschlussgespräch mit der tollen Ärztin dort zu führen und mich von meinen Mitpatienten zu verabschieden.
Mein, schon gewohnter, Psychiater hat mich eben schon wieder krankgeschrieben und Notfall (!) Medikamente verordnet. Normalerweise geht beides erst mit dem Entlassungsbericht. Aber wir kennen uns jetzt schon seit mittlerweile über 8 Jahren und so gehen auch Dinge die eigentlich nicht gehen.
Tagesklinik – Eine Bilanz
22. September 2009Der Beitrag kommt früher als gedacht. Eine Bilanz der Tagesklinik. Manches kommt eben schneller als gedacht.
Ich werde die Tagesklinik nun also verlassen weil ich – wie ihr wisst – körperlich erkrankt bin. Die Schwäche, vor allem in Folge der Bronchitis, hindert mich daran in die Tagesklinik zu gehen. Das ist nun der Grund, warum ich keine Verlängerung bekomme.
Wenn ich eine Bilanz ziehen soll, fällt mir nicht so viel ein. Die Angstgruppe hat mir sehr geholfen. Ich habe gelernt anders, positiver und selbstbestimmter, mit der Angst umzugehen. Ich habe gelernt, Angst und Panik zu akzeptieren.
Die Musiktherapie war sehr hilfreich und schön. Es ist wirklich interessant, welche tollen Töne einem Instrument zu entlocken sind. Ich dachte nie das Ich musikalisch bin. Nach Auskunft des Therapeuten bin ich genau das.
Die langen Spaziergänge mit einer Therapeutin und einige Gespräche, mit der Ärztin der Tagesklinik, haben mir sehr weitergeholfen.
Zwei Mitpatientinnen sind zu guten Freundinnen und Ratgerberinnen geworden. Der Kontakt übersteht die Klinik.
Ansonsten gab es aber auch viel verstrichene Zeit. Ohne sinn. Ohne Inhalt. Es bleibt ein grosses Gefühl der Fremde zurück und auch das Gefühl, außer den zwei ausnahmen, vom Therapieteam nicht verstanden worden zu sein. Ich wurde schon ernst genommen. Aber eben nicht verstanden. Das haben nur die beiden genannten Personen aus dem Team geschafft.
Ein Mitglied des Teams, auch das sei offen gesagt, hat mich in eine seelische Krise gestürzt. Die Gespräche mit dieser Person waren nicht nur belastend, sondern irgendwie von nicht verstehen (wollen) geprägt. Leider habe ich dieser Person genau diesen Sachverhalt zu spät mitgeteilt. Dann war es allerdings endgültig.
Am Freitag habe ich, so die körperlichen Kräfte ausreichen, noch ein Gespräch mit der tollen Ärztin in der Tagesklinik. Sie hat mir das Angebot gemacht, das ich auch weiterhin zu ihr kommen kann. Sie sagte auch ich soll mich nicht zur Klinik quälen. Wenn es die körperlichen Kräfte nicht zulassen dann verschieben wird eben alles auf die nächste Woche.
Bei der Verabschiedung werde ich versuchen, so positive Worte wie möglich zu finden. Manchmal ist es besser, versöhnlich zu sein. Es gibt Leute die verstehen Kritik so wenig wie gute Worte.
Natürlich bin ich auch seelisch nicht gesund. Mein Zustand hat sich stabilisiert. Das ist sehr viel. Aber ich weiss, dass es immer wieder Rückfälle geben wird. Das kann keine Therapie und keine Klinik der Welt verhindern.
Ärger am Morgen
22. September 2009Ein ärgerliches Telefongespräch am Morgen. Ich rufe in der Tagesklinik an, um bescheid zu sagen, dass ich für den Rest der Woche nicht kommen kann. Der Hausarzt hat mir ausdrücklich verboten, das Bett zu verlassen. Daraufhin meinte die Sprecherin der Tagesklinik, dass ich dann aus der Klinik entlassen werden müsste. Ich hätte ja schliesslich nicht die Möglichkeit an den Therapien teilzunehmen.
Ehrlich gesagt erschließt sich mir die Logik dieser Begründung nicht. Ich bleibe ja nicht im Bett, weil es dort so schön ist. Ich bleibe im Bett, weil es nicht anders geht. Jede großartige Bewegung ist für mich eine grosse Kraftanstrengung. Deswegen aus der Tagesklinik entlassen zu werden finde ich schon schade.
Auf der anderen Seite wäre am Freitag ohnehin mein offizielles Entlassungsdatum gewesen. Aber eigentlich hatten wir uns auch auf eine Verlängerung geeinigt.
Wirklich blöd das Ganze.
Tagesklinik (30. Tag)
21. September 2009Die Rede ist vom letzten Freitag (18. September 2009). Mal schauen, an was ich mich noch erinnern kann.
Am morgen gab es eine Bewegungstherapie. An der Stunde habe ich mich aber kaum beteiligt. Erstens war ich viel zu müde und zweitens war mir weder zum Laufen noch zu Übungen mit oder auf dem Stuhl zumute.
Der anstrengende Teil kam danach. Zwei intensive Stunden in der Angstgruppe. Es waren die beiden letzten Stunden für diese Gruppe. Es ging darum, unsere “Trainingspläne gegen die Angst” durchzusprechen. Wir hatten uns in der vorletzten Stunde der Angstgruppe Situationen aufgeschrieben die Angst erzeugen. Nun war es an uns diese Situationen bewusst herbeizuführen, um die Angst bewusst zu erzeugen. Durch die Erfahrung, dass Angst zu bewältigen ist, soll die Angst Stück für Stück nachlassen. Das ist Konfrontationstherapie.
Ich habe eine generalisierte Angststörung. Es gibt also keine konkreten Anlässe oder Situationen, in die ich mich begeben kann. Meine Aufgabe ist es der Angst gedanklich zu begegnen oder anders gesagt: die Angst, mithilfe der Gedanken, anzunehmen.
Das klappt auch so weit. Natürlich gibt es immer wieder Angstphasen und auch Panikattacken. Es geht nicht darum, Angst und Panik zu eliminieren. Dieses Ziel ist absolut unerreichbar. Es geht darum, durch erfahrene Angst, diese Angst anzunehmen. Es geht darum, die Angst nicht zu vermeiden, sich statt der Vermeidung ein Verhaltenstraining zuzulegen. Das klappt schon ganz gut. Bis auf eine Ausnahme habe ich mich nicht mehr ins Bett gelegt, wenn die Angst kam. Ich habe die Situation durchgestanden. Das wäre ohne die Angstgruppe nicht möglich gewesen. Wenn ich gefragt werde was mir in der Tagesklinik am meisten gebracht hat so würde ich antworten: “Die Angstgruppe.“ Durch diese Gruppe ist mir ein grosses Stück Freiheit geschenkt worden. Ich kann mit Angst und Panik leben. Angst und Panik leben nicht mehr mein Leben. Das ist vorbei. Hoffentlich.
Nach der Angstgruppe war mein Tag frei. Ehrlich gesagt frage ich mich schon, warum ich nicht einfach nach Hause oder ins Krankenhaus gefahren bin, um mein Fieber zu senken. Aus irgendeinem Grund habe ich das nicht getan.
Tagesklinik, 29. Tag
17. September 2009Der heutige Tag in der Klinik war kurz. Aber diese paar stunden hatten es an sich. Ich bin heute nur bis nach dem Mittagessen geblieben, weil ich meine Erkältung weiter „pflegen” muss. Das heisst, zu Hause angekommen, heisse Milch mit Honig, alle Decken zusammengesucht und ab ins Bett. Ich habe heute den ganzen Tag elendig gefroren, obwohl ich kein (!) Fieber hatte.
Also der Tag fing mit einer Gesprächsgruppe an. Die Gruppe war, für mich, sehr emotional. Es wurden viele Themen angesprochen, die mich momentan belasten. Nach ca. 30 Minuten bekam ich die heftigste Panikattacke seit vielen Jahren. Ich konnte mich nur noch hinlegen. Wieder hatte ich das blöde Gefühl sterben zu müssen. Es wurde um mich für Sekunden stockdüster, das Augenlicht schien ausgeknipst zu sein, schliesslich bekam ich heftige Magenschmerzen und einen Schüttefrost. Mir kam die Panikattacke stundenlang vor. Der herbeigerufene Psychologe sagte mir später das Ganze geschehen habe ca. 30 Sekunden gedauert. Er sagte aber auch das diese Panikattacke, aus seiner Sicht, sehr schwer war. Schliesslich war es vorbei. So schnell wie die Panikattacke gekommen ist verschwand sie auch wieder. Ich habe mich danach zur Gruppentherapie zurück begeben. Erstaunlicherweise sieht man mir weder Angst noch Panik an. Auch bei heftigsten Attacken nicht. Ist das Selbstdisziplin oder Selbstbetrug?
Nach der Gesprächsgruppe kam die Musiktherapie. Das war wirklich absolut entspannend. Ich mag es ohne Worte, alleine durch die Sprache der Musik, zu kommunizieren. Das entspannt mich ungemein. Wenn ich nach der Tagesklinik, eine Therapie vermissen werde, dann ist es die Musiktherapie. Ich werde schon einmal Ausschau nach einem Ersatz halten.
schliesslich folgten noch längere Gespräche mit dem, schon erwähnten, Psychologen und der Ärztin. Meine Therapieaussicht ist alles andere als rosig. Es kann durchaus sein das Wir am Ende sagen müssen: Es hat nichts gebracht. Ich hoffe natürlich auf ein anderes Ergebnis. Aber sicher bin ich mir nicht.
Tagesklinik, 27.+28. Tag
17. September 2009Ich war nicht in der Klinik, weil mich eine Erkältung daran hinderte. Die meiste Zeit, an diesen Tagen, habe ich mit oder ohne Laptop im Bett verbracht
Verfasst von grenzgaenge 
