Morgendliche Spaziergänge

3. April 2012

Der Grenzgänger ist Fussgänger. Ich habe mir nie die Mühe gemacht, eine Fahrerlaubnis zu erwerben. Und ich „fahre“ ganz gut damit.

Laufen ist nicht nur gesund. Als laufender Mensch sieht man auch Dinge, die man im fahrbaren Untersatz übersieht.

Meine schönsten Entdeckungen in Israel, darunter vieler meiner Lieblingsorte, habe ich entdeckt, weil ich eben zu Fuss unterwegs bin.

Einige Wege, die auf den ersten Blick wie Umwege aussahen, haben sich als Glückfall herausgestellt. Mancher ruhige Winkel bietet ein tolles Café oder einen ruhigen Park an. Man muss diese Orte nur finden. Das geht vielmals nicht mit fahrbarem Untersatz.

Ich plädiere also für das „Zu-Fuss-Gehen“ wann immer es möglich ist.

Die beiden Videos bieten Spaziergänge durch Tel Aviv und Jerusalem.

Viel Spass ;-)


Alte Bilder von Tel Aviv

28. Februar 2012

Ich liebe die alten Bilder von Tel Aviv. Wobei sich die Frage stellt, was eigentlich „alt“ in diesem Zusammenhang bedeutet. Tel Aviv wurde 1909 gegründet. Von „alt“ kann nicht die Rede sein. Genau das macht Tel Aviv aus. Es gibt eben keine lange Geschichte. Es gibt aber Lebendigkeit und Lebensfreude. Es gibt eine regelrechte Bauwut. Die Ergebnisse der Bauwut sind nicht immer schön anzusehen. Aber auch diese Ergebnisse moderner Baukunst gehören zu Tel Aviv. Tel Aviv. Eine Weltstadt? Vielleicht. Aber Tel Aviv hat auch abgelegene Winkel und ruhige Parks zu bieten. Man muss sich nur ein bisschen in der Stadt auskennen, um diese Orte zu finden.

So sah der Dizengoff Platz zwischen 1940 und 1946 aus.

So sieht der Dizengoff Platz heute aus.

Über eine erneute Veränderung des Platzes wird wohl diskutiert.

Tel Aviv – eine Stadt im Wandel. Immer neue neue Schichten werden freigelegt. Gerade das fasziniert mich an dieser Stadt. Immer, wenn ich nach Tel Aviv komme, hat sich etwas verändert. Oft sind es nur Kleinigkeiten. Immer ist es spannend. Diese Veränderungen sind ein Grund für meine tiefe Zuneigung zu dieser einen Stadt. Tel Aviv.


Ein anderer Blick auf Israel

26. Februar 2012

Tel Aviv – eine Stadt ohne Gott ?

25. Februar 2012

Ist Tel Aviv tatsächlich eine Stadt ohne Gott? Nur weil es Menschen gibt, die auch an Schabbes Bus fahren wollen? Sind Menschen, die an Schabbes Bus fahren, grundsätzlich nicht religiös? Also mir kommt diese Behauptung etwas übertrieben vor.

Ich denke es kommt darauf an, innerhalb der israelischen Gesellschaft, aufeinander zuzugehen. Ich finde es schade, wenn religiöse Parteien versuchen, die Dinge des täglichen Lebens, dazugehört auch das Busfahren, zu diktieren.

Die Stimmung zwischen religiösen und säkularen Menschen in Israel ist schlecht wie selten zuvor. Daran haben nicht nur die säkularen Menschen ihren Anteil.

Tel Aviv – eine Stadt ohne Gott? Das ist auch ein Stück weit der Versuch ein Vorurteil zu etablieren. Tel Aviv ist sicherlich anders als Jerusalem. Ich komme nicht umhin, zu sagen: erfrischend anders. Auch wenn in Tel Aviv, gerade an Schabbes, eine ganze Menge Autos unterwegs sind, ändert das nicht an meiner Zuneigung zu dieser tollen Stadt. Tel Aviv ist nun mal Tel Aviv. Eine, aus meiner Sicht, grossartige Stadt, die das moderne Israel verkörpert wie keine andere.

Ich denke grundsätzlich das es nicht positiv ist, wenn politische Parteien versuchen, das säkulare, politische, Leben zu beeinflussen. Ich bin ein absoluter Anhänger der Trennung von Politik und Religion.

Gerade auch als religiöser Mensch bin ich für diese Trennung. Sowohl Religion als auch Politik haben ihren wichtigen Stellenwert im Leben einer Nation. Aber die Religion soll Religion bleiben und die Politik soll Politik bleiben.

Im Nahen Osten gibt es genug „Gottesstaaten“. Es wäre eine Tragödie, wenn Israel sich in diese Reihe begeben würde. Aber ich bin optimistisch das es dazu nicht kommen wird.


Mit dem Bus durch Tel Aviv

15. Februar 2012

Busse an Schabbes ?

15. Februar 2012

Der Bürgermeister von Tel Aviv, Ron Huldai, fordert das auch an Schabbes die Busse fahren sollen. An Schabbes fahren schon in Eilat und Haifa Busse. Warum nicht auch in Tel Aviv?

Ich finde die Frage durchaus interessant. Wer Tel Aviv kennt, schon einmal bei Schabbes in Tel Aviv war, weiss das es mit Schabbes Ruhe in Tel Aviv nicht weit her ist. Da fahren Autos ohne Ende. Gerade wenn man in der Hayarkon Strasse, nahe der Strandpromenade, wohnt.

Ehrlich gesagt finde ich das ein bisschen Schade. Denn ich denke 24 Stunden Ruhe, 24 Stunden heilige Zeit, sind eine gute Idee. Wenn der Verkehr, wie immer, rauscht und die Geschäfte, wie immer, geöffnet sind, ist der Schabbat kaum erfahrbar.

Ich argumentiere hier nicht aus religiöser Sicht. Ich plädiere für den Versuch Schabbes zu leben und das Geschenk des Schabbes, gerade für gestresste Bewohner grosser Städte, zu unterstreichen.

Ich bin gespannt, wie die Diskussion ausgeht.

Ron Huldai, das muss man sagen, hat Tel Aviv einigen Wohlstand gebracht. Hunderte Start-ups gehen auf das Konto von Ron Huldai. Das ist schön. Das andere Israel. Auf der anderen Seite aber hat sich die soziale Kluft in Tel Aviv sichtbar vergrössert. Mir scheint, diese Kluft ist in kaum einer Stadt so gross wie in Tel Aviv. Das sage ich als Bekennender Tel Aviv Freak.

Nun also die Diskussion um den Schabbes. Ein bisschen Populismus ist da sicherlich im Spiel. Die Stimmung ist, für die Religiösen in Israel, alles andere als günstig. Auf diesen Zug springt Ron Huldai nun auf.

Ich finde das schade und unangemessen.


Guten Morgen, Tel Aviv !

27. Januar 2012

Ein Buch wie Israel. Schnell. Bunt. Laut. Ein Buch so vielfältig wie Tel Aviv. Die Autorin Katharina Höftmann hat ein wahres Meisterwerk auf 207 Seiten geschaffen. Selten hat mich ein Buch, mit so kurzen Geschichten, so gefesselt. Selten habe ich so über Geschichten lachen müssen. Aber es werden auch ernste, traurige, Themen angesprochen. Auch das ist Israel. Eine Mischung aus Trauer und Fröhlichkeit. Ein Lebenstempo ohne Beschränkung. Wer Tel Aviv ein bisschen kennt, wer schon einmal auf eigene Faust in Israel war, wir vieles wiedererkennen. Das Buch „Guten Morgen, Tel Aviv!“ wird so zu einem persönlichen Buch. Ich hoffe auf eine Fortsetzung.


Tel Aviv – Kein religiöses Pflaster ?

3. Januar 2012

Das es in Tel Aviv keine Synagogen gibt ist ein Gerücht. Das kann eigentlich nur jemand behaupten der noch nie in Tel Aviv war. Gut, es geht nicht so religiös zu wie in Jerusalem. Religion ist eben nur ein Bestandteil des Lebens in Tel Aviv. Das kommt mir sehr entgegen. Obwohl ich religiös bin, habe ich meine Probleme mit Städten, die einfach nur religiös sind. Leider sind solche Städte oft auch voller Extremismus und Hass. Freilich sind Extremismus und Hass nur ein Teil des Lebens auch in diesen Städten. Aber beides reisst das Lebensgefühl und übrigens oft auch den städtischen Haushalt in die Tiefe. Ist es ein Zufall das Jerusalem eine der ärmsten Städte in Israel ist? Arm, was den städtischen Haushalt angeht?

Auch Tel Aviv hat interessante Orte jüdischen Lebens zu bieten. Da ist meine geliebte Synagoge Beit Daniel. Liberales Judentum. Nette Menschen. Viele Amerikaner. Beit Daniel bedeutet auch Judentum aus den USA. Ich mag die Offenheit dieses Ortes.

Da gibt es das Jewish Community Center.

Da gibt es die Tel Aviv International Synagogue . Beides faszinierende Orte der Freiheit des Judentums. Beides offen für jede Frau und jeden Mann. Da fühle ich mich wohl.

Wer sagt das Tel Aviv nichts Religiöses zu bieten hat? Das Religiöse ist anders als in Jerusalem. Eher liberal. Aber deshalb bleibt das gelebte jüdische Leben jüdisch. Ich würde mir diese Vielfalt der Angebote auch in Deutschland wünschen. Aber wo sollen die Perspektiven herkommen?


GrenzOrte: New Opera Tower (Tel Aviv)

25. Dezember 2011

Das Gebäude der neuen Oper in Tel Aviv. Von aussen imposant. Eine interessante Formgebung. Im Innern ist das Gebäude nicht so spannend. Die üblichen Fresstempel wie überall auf der Welt. Einige Geschäfte stehen auch leer. Vielleicht gibt es zu viele Einkaufszentren dieser Art in Tel Aviv. Vom Angebot scheinen mir alle diese Konsumtempel langweilig. Ich mag die Architektur und gehe nur selten hinein.


GrenzOrte: Azrieli Towers, Tel Aviv

25. Dezember 2011

Wolkenkratzer sind Geschmackssache. Ich mag auch nicht jede Art von Wolkenkratzer. Aber es gibt Vertreter dieser Art, die ich geradezu liebe. Ein Vertreter sind die Azrieli Towers in Tel Aviv. Schon, wenn ich die beiden Türme aus der Luft sehe, schlägt mein Herz höher. Tel Aviv ist erreicht. Die Türme grüssen.

In den Türmen arbeitet eine gute Freundin. Ziemlich weit oben. Von da oben ist der Ausblick auf Tel Aviv und Umgebung absolut atemberaubend. Ich könnte da nur stehen und schauen, schauen. Tel Aviv. Die Gartenstadt. Was würde Theodor Herzl wohl bei diesem Anblick denken? Ich glaube er wäre stolz auf seine Stadt. Eine Stadt wie ein Roman. Altneuland. Der Untertitel ist so kurz wie pragmatisch: „Tel Aviv“.

Tel Aviv. Das Tempo dieser Stadt ist dicht. Tel Aviv ist laut. Wenn zum Geräuschpegel noch die Hitze dazukommt, ist das Tel Aviv Feeling perfekt.

Und doch hat Tel Aviv viele ruhige Parks und Hinterhöfe. Da treffen sich die Hausbewohner. Ein Café ist nicht weit. Dann wieder mitten ins Getümmel. Stadt. Es wird nie langweilig. Nie. Ich kann nicht sagen, dass ich Tel Aviv gut kenne. Wie viele Jahre braucht das? Noch dazu in einer Stadt, die sich ständig verändert?


Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Join 26 other followers