Ostermarsch ?

9. April 2012

Es gab in diesem Jahr wieder Ostermärsche. Allerdings frage ich mich, ob jemand diese Ostermärsche zur Kenntnis genommen hat. Es werden von Jahr zu Jahr weniger Teilnehmer. Da ist mehr Nostalgie als Botschaft. Zeiten, in denen die Friedensbewegung den Bonner Hofgarten füllte, sind längst vorbei. Ich gebe zu, dass ich diese Entwicklung nicht bedaure. Die antizionistische Israelkritik, in diesem Jahr die Lobeshymnen auf Günter Grass, zeigt, wo die wirklichen Väter der Friedensbewegung sitzen. Und ich schäme mich. Ich schäme mich dafür, in der Zeit um 1990, an Ostermärschen teilgenommen zu haben. Auch 1991, als Holocaust-Überlebende in Tel Aviv und anderswo, von Gas aus Deutschland bedroht waren. Gegen das Gas aus Deutschland, für Saddam Hussein, ausgelöscht sei sein Name, hat die Friedensbewegung nicht demonstriert. So viel zur Verlogenheit von Ostermärschen. Damals wie heute.


Lügen einer Familie

9. April 2012

Es ist, als würden Bilder aus der Kindheit aufsteigen. Essen war, für den Grenzgänger, schon immer ein Problem. Zwar kam es nicht zu einer wirklichen Essstörung. Aber Essen war, für den Grenzgänger, schon immer mit negativen Gefühlen verbunden. Diese negativen Gefühle sind nun, in voller Heftigkeit, wieder aufgebrochen. Im Moment habe ich so eine Phase, die von Suchen in der eigenen Vergangenheit, bestimmt ist. Es gibt da etwas, das ich unbedingt wissen will und dieses Wissen wird mir nicht bekommen. Ich weiss das. Trotzdem will ich nicht weiter mit der Familien-Lüge leben. Es geht um die NS-Zeit. Es geht um die Rolle meiner Familie in dieser Zeit. Es geht um einen Opa, den ich schon immer ekelhaft fand. Auch Geschenke änderten daran nichts. In meiner Familie wird die NS-Zeit, wie wohl in allen Familien, totgeschwiegen. Aber es gibt Archive. Yad Vaschem zum Beispiel. Da finden sich Spuren. Manchmal finden sich, leider, mehr als nur Spuren. Es entstehen Puzzleteile, die anfangen, zusammenzupassen. Die Puzzleteile zeigen Landschaften in Polen, Konzentrationslager, Tod. Ich habe das schon immer geahnt. Aber ahnen und wissen sind zwei verschiedene Dinge. Ich will „es“ wissen. Und zwar genau. Also werde ich weiter suchen. Ich ahne schon, dass mein Magen auf diese Suche reagieren wird. Aber da muss ich durch. Es ist mir lieber, dass mein Magen reagiert, als das ich weiterhin in der (Familien) Lüge lebe.


Behüte mich, Gott

29. März 2012

Behüte mich, Gott. Das ist eines meiner Lieblingslieder aus Taizè. Aber es ist nicht „nur“ ein Lied. Dass Gott mich behütet, ist vielmehr eine Lebenserfahrung. Vielleicht braucht man tiefe und trockene Täler um zu spüren und offen zu werden für die Tatsache von Gott behütet zu sein. Das ist auch so eine Erfahrung. In der guten Phase meines Lebens (die aus heutiger Erfahrung gar nicht gut war) hatte ich nicht das Bedürfnis an Gott zu denken. Erst als die Einschläge, die Krisen, näher kamen, war der Weg zu Gott, in sein Reich, das keineswegs „nur“ ein Himmelreich ist, geebnet. Heute weiss ich, dass Krankheit und Verzweiflung, sozusagen der Zaunpfahl waren, den ich brauchte, um zu sehen. Natürlich wird die Sache mit der Krankheit dadurch nicht unbedingt besser. Aber ich lerne, die Zeichen unter der Oberfläche zu lesen. Und da kommt das behütet sein ganz stark zum Ausdruck. Wenn ich zurückblicke, hat Gott immer seine schützende Hand über mich gehalten. Diese Gewissheit tut gut. Es ist nicht so, das ich alleine bin. Da ist noch jemand, der mich behütet. Die Redewendung „sei behütet“ gewinnt so eine ganz neue, tiefe, Bedeutung. Ja, ich bin behütet. Gott behütet mich auf allen meinen Wegen. Das ist gut zu wissen. Das gibt ein Stück Licht in der Finsternis, die manchmal in mir herrscht. Behüte mich, Gott.


Eindrücke aus Taizé

29. März 2012

“Die grosse Stille” als Lebensentwurf ?

22. März 2012

Ich könnte mir durchaus vorstellen, in einem Schweigekloster zu leben. Wenigstens auf Zeit. Es ist tatsächlich so, das mich der reale Lärm und der mediale Lärm unserer Mediengesellschaft oft nerven. Wäre es nicht gut, sich auf das wirklich Wichtige zu besinnen? Wäre es nicht gut, sich alleine auf Gottes Schöpfung und auf mein konkretes Verhältnis zu Gott zu besinnen? Besinnung ist Konzentration. Konzentration in einer Zeit der medialen Zerstreuung. Einen ersten Schritt in die Richtung der Ruhe habe ich schon getan. Ich besitze kein TV und kein Radio. Ich vermisse beides nicht. Ich vermisse beides auch deshalb nicht, weil ich kein Konsument für Werbung bin. Geiz ist nicht geil, sondern dumm. Noch dümmer ist es, sich dem Trommelfeuer der geilen Dummheit auszusetzen. Aber ein Leben im Kloster, auf Zeit, ist ein Schritt weiter in die richtige Richtung. Wie wird die Rückkehr aussehen? Wird es schwierig sein, sich in die Welt der Versuchungen und falschen Prioritäten einzuleben? Wird es die Sehnsucht nach einer Rückkehr geben?


Ein anderes Leben. Ein besseres Leben ?

22. März 2012

Wäre das schön !

13. März 2012

Ich erinnere mich noch an das Israel des Jahres 1995. Da konnte ich ungehindert nach Bethlehem fahren. Ich war in Jericho. Auch in Ostjerusalen konnte ich mich, problemlos und ohne Sorge, bewegen. Heute hört sich das wie ein Traum an. 1995. Vor der Ermordung von Yitzhak Rabin. Was ist seitdem alles passiert. Terror, Terror, Terror. Erst Selbstmordattentäter. Dann Raketen. Schgliesslich die einzig reale Verteidigungsmaßnahme Israels. Der Sicherheitszaun. Ich war oft in Israel seit 1995. Auch während der Intifada Nummer 2. Da gab es täglich Attentate. Es war eine schreckliche Zeit. Yitzhak Rabin war endgültig gescheitert.

Yassir Arafat zeigte sein wahres Gesicht. Seitdem ist alles noch schlimmer und aussichtsloser geworden. Wann wird Frieden über das Heilige Land kommen? Müssen wir wirklich abwarten, bis der Moschiach kommt? Ich glaube es fast. Menschen sind mit diesem endlosen und emotionalen (Nahost) Konflikt wohl einfach überfordert.

Aber der Frieden wird kommen. So steht es geschrieben. Die Schrift wird sich erfüllen. Wort für Wort. Buchstabe für Buchstabe. Wenn die Schrift sich erfüllt, in der zukünftigen Welt, wird der Krieg vorbei sein. Endgültig. Alle Tränen werden abgewischt werden. Die Zeit des Lichts und des Friedens wird anbrechen. Davon bin ich fest überzeugt.


Im Team oder alleine ?

21. Februar 2012

Der Grenzgänger ist alles Mögliche. Aber sicherlich kein guter Spieler im Team. Es war schon immer so das der Grenzgänger Entscheidungen eher alleine getroffen hat. Das konnten schon mal Entscheidungen sein, die auch Wunden gerissen haben. Der Grenzgänger handelt in  der Tat lieber alleine. Da kommen manchmal die besseren Ergebnisse herum und, wenn Fehler passieren, hat der Grenzgänger diese Fehler selbst zu verantworten. Nein, das ist kein Teamwork, wie es so gerne gefordert wird in unseren Zeiten. Das ist die eine Seite.

Die andere Seite ist, dass ich immer alles mit mir selbst ausgemacht habe. Schon in der Kindheit habe ich gelernt, dass niemand da ist, der Entscheidungen für einen selbst treffen kann. Ich habe auch das Scheitern mit mir selbst ausgemacht. Damit zu den Eltern zu laufen wäre unsinnig gewesen. Ich musste für meine Fehler immer alleine geradestehen. Das finde ich nicht sonderlich schlimm. Denn Druck (von aussen und von innen) hat beim Grenzgänger immer eher Energie freigesetzt als das es zu Energieverlust geführt hätte.

Die dritte Seite: Der Grenzgänger ist manchmal ein Choleriker der Brücken hinter sich abreisst. Ich denke an Menschen, die ich verletzt habe. Da gibt es keine kurze Liste. Musste das alles sein? Wie auch immer: Es ist nun einmal so gekommen. Diese Seite meiner Seele lässt sich nicht mehr aufheben. Dafür ist die Sache zu tief eingeübt.

Ob das alles gut ist?


Die unendliche Geschichte

19. Februar 2012

Der Iran bereitet nach Angaben aus Kreisen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) einen weiteren Ausbau seines Atomprogramms vor. Die iranischen Behörden hätten letzte Vorbereitungen für die Installation tausender moderner Zentrifugen in der Urananreicherungsanlage Fordo getroffen, sagten ranghohe Diplomaten mehreren Nachrichtenagenturen und dem britischen Rundfunksender BBC.

(…)

Der Iran. Der geplante Holocaust am Staat Israel. Wie lange brodelt die Geschichte schon? Wie lange wird es dauern bis die „Weltgemeinschaft“ den geplanten Massenmord durch iranisches Iran endlich unterbindet? Wann ist der Punkt endlich erreicht?

Es gab in Deutschland mal einen Mann der hat ein Buch mit dem Titel „Mein Kampf“ geschrieben. Man hat diesen Massenmörder im Wartestand nicht ernst genommen. Auch 1938 auf der Münchener Konferenz hat man ihn nicht ernst genommen. Das Ergebnis kennen wir.

Nach dem 2. Weltkrieg wurden noch viele Diktatoren und Massenmörder hofiert. Letztlich hat die „Weltgemeinschaft“ aus dem Holocaust nichts gelernt.

Wann endlich nimmt diese Kontinuität der Weltgeschichte ein Ende? Braucht es dazu einen zweiten Holocaust?


Der Grenzgänger – Wütend ?!

30. Januar 2012

Es gab Zeiten, da konnte den Grenzgänger absolut nichts erschüttern. Wenigstens nach aussen hin. Der Grenzgänger war in Rhetorik und Auftreten immer auf Ausgleich und Frieden bedacht. Irgendwann habe ich gelernt, dass diese Eigenschaften nicht wirklich meine sind. Was sich in meinem Bauch abspielt, gehört zu mir. Es ist ein Teil von mir. Das ist nicht unbedingt eine nette Erkenntnis. Aber es ist eben so. Wie kann ein Mensch ohne Wut leben? Wie kann ein Mensch immer nur positiv und ausgeglichen sein? Ist dieses Ziel erreichbar? Ist dieses Ziel überhaupt erstrebenswert? Für mich ist dieses Ziel in weite Ferne gerückt. Ich will meine frühere Schauspielleistung nicht mehr wiederholen. Das befreit Körper und Seele.


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