An diesem Schabbes lernen wir den Wochenabschnitt Beschalach.
Das jüdische Volk sieht sich auf der Flucht dem Meer und der ägyptischen Heeresmacht gegenüber. Es bricht Panik aus. Was wird sein? Werden wir alle im Meer sterben? Werden die Ägypter uns abschlachten? Warum sind wir nicht in Ägypten geblieben?
Angst. Ein starkes Gefühl. Ein Gefühl das beflügeln, aber auch lähmen, kann. Es braucht einen Anführer. Den Anführer hat G“tt seinem Volk längst gegeben. Es ist Mosche. Er macht sich zum Sprecher seines Volkes bei G“tt. Auch weil das jüdische Volk G“tt nicht mehr vertraut? Braucht das Volk ein Medium, um mit G“tt zu kommunizieren?
G“tt steht zu seinem Volk. Die ägyptischen Verfolger gehen unter. Am anderen Ufer stehen die siegreichen Israeliten. G“tt hat sein Volk gerettet.
Der Schabbat wird dem Volk Israel gegeben. Eine Belehrung zunächst. Noch keine Quelle der Freude. Zunächst braucht es die Belehrung.
Dass Man fällt vom Himmel. Es reicht für zwei Tage. Damit der Schabbes gehalten werden kann. Aber es reicht eben für zwei (!) Tage. Nicht für drei oder mehr. Alles, was in den zwei Tagen nicht verzehrt wird, kommt um in Maden, wird schlecht.
Warum? Weil wir G“tt vertrauen sollen. G“tt wird uns mit der notwendigen Nahrung versorgen. Nicht mehr und nicht weniger. Vorratshaltung, gerade in dieser Phase der Geschichte, bedeutet G“tt nicht zu vertrauen. Man hält einen Vorrat, wenn G“tt seine Versprechen nicht einhält. Oder? Das aber ist Unglauben. Warum glauben wir nicht an G“tt ? Warum vertrauen wir G“tt nicht alleine? Warum meinen wir, einen grösseren Vorrat anlegen zu müssen? Hat G“tt uns nicht, in so vielen Fällen, gezeigt das ER uns beschützt? Immer wieder neu beschützt?
Der Schabbes ist ein Anfang. Eine neue gesellschaftliche Ordnung. Back to the Roots. Die Menschen, wir alle, werden zurückgeführt auf den Ursprung unseres Seins. Zurückgeführt durch die Heiligung von Körper und Seele. Zurückgeführt durch die Entfaltung des Individuums. G“ttesfürchtigkeit bedeutet nicht in kollektiven Wahn zu verfallen. Jeder von uns soll G“tt fürchten. Weil G“tt uns liebt. Wir brauchen keine Nebenbefriedigungen. Auch keinen leeren Konsum.
G“tt wird für unsere Erhaltung sorgen. Nicht mehr und nicht weniger.
Das Volk G“ttes wird von Amalek verfolgt. Es geht um zwei Prinzipien des Lebens. Bei Amalek geht es um Unterwerfung. Beim Volk Israel geht es um die Freiheit. Zwei Prinzipien. Nicht miteinander zu verbinden. Es gibt keinem Kompromiss. Unterwerfung oder Freiheit. Amalek oder Israel?
Ich habe Israel gewählt. Ich werde mich nicht unterwerfen. Nicht unter Menschen.
Ich unterwerfe mich alleine G“tt. Früher führte das zu Disziplinarverfahren. Heute führt das zu Kommentaren hinter meinem Rücken. Aber das alles ist nicht wichtig. Ich habe keine Angst und ich verstehe die Kommentierer. Woher sollen sie die Liebe G“ttes, die Freiheit seines Volkes, kennen?
Wir sollen die Thora immer persönlich denken. Die Thora ist kein Geschichtsbuch. Die Thora stellt uns Fragen. Die Thora stellt mir Fragen. Ganz konkret. Wie denke ich? Wie ist mein Handeln? Vertraue ich G“tt, auch wenn es mühsam ist? Oder schwimme ich nicht doch mit im Strom der Verächter? Bin ich stark? Oder bin ich zu schwach, um zu glauben, um den Weg G“ttes ohne Angst zu gehen?
Fühle ich mich nicht, oft genug, von Amalek verfolgt?
Stehe ich nicht oft genug am Ufer und zittere, weil mein G“ttvertrauen dahin ist?
Ich glaube wir haben den Kampf jeden Tag zu bestehen.
Als Mensch bin ich fehlbar. Als Mensch gehe ich, immer wieder, falsche Wege. Als Mensch fehlt mir oft die Kraft und das Vertrauen.
Wenn der Moschiach kommt, (Wann, Wann?) wird der Kampf ein Ende haben.
Dann sind wir erlöste Kinder G“ttes.
SCHABBAT SCHALOM !
Verfasst von grenzgaenge 



