Umsteigen ?

30 June 2008 at 20:26 | In Virtuelles | 2 Comments

schoen. es sind noch mehr computer freaks so altmodisch wie der grenzgaenger. ich sehe wirklich keine veranlassung auf windows vista umzusteigen. mein windows xp arbeitet problemlos. ich bin zufrieden. sollte ich auf vista umsteigen ?

Fremde Federn

30 June 2008 at 19:13 | In Fremde Federn | 1 Comment

aus leider aktuellem anlass ein text aus dem blogg hamantaschen.

Tot ohne Leiche

B”H

In der Mischna im Talmud Schabbat 151b heißt es, dass jemand, der einem Sterbenden die Augen schon vorzeitig zudrückt, als Mörder gilt.

Auch wenn keinerlei Hoffnung mehr besteht und der Sterbende eh in wenigen Minuten diese Welt verlassen sollte, dürfen ihm die Augen erst nach dem offiziellen Tod zugedrückt werden. Die Gemara stellt die Frage, ob das vorzeitige Augenzudrücken nicht den Tod des Sterbenden beschleunigt. Man stelle sich vor, jemand liegt im Sterben und dann kommt ein anderer unverhohlen daher und drückt schonmal eben so die Augen zu. Bekommt man da als Sterbender keinen Schock ?

Der große Kommentator Raschi erklärt, dass in solch einer Situation, in welcher einem Sterbenden vorzeitig die Augen zugedrückt werden, dies JA den Tod beschleunigen kann. Jemand sollte schon eine gewisse Zeit mit dem Augenzudrücken warten, denn der Sterbende könnte theoretisch ganz einfach nur in eine Bewußtlosigkeit gefallen sein (siehe die Mischna Thora des Rambam - Maimonides, Hilchot Aveil 4:5).

(…)

Was aendert sich ?

30 June 2008 at 17:16 | In Gijur | 3 Comments

was aendert sich im leben nach dem letzten termin beim beth din ?

rein paktisch erst einmal nicht viel.

es gibt einige dinge in der liturgie die nichtjuden verboten sind. zum beispiel aus der thora zu lesen. die frage ob die thora von nichtjuden beruehrt werden darf ist dagegen umstritten. in “meiner” schul darf sie beruehrt werden.

genau so wie es gaesten erlaubt ist am sederabend teilzunehmen. auch zu dieser frage gibt es verschiedene meinungen. ich hoerte von gemeinden wo gaesten die teilnahme am seder verwehrt ist. genau so gibt es wohl synagogen  wo der rabbiner im zweifelsfall entscheidet. ich hatte nie probleme in dieser frage. spaetestens seit dem beginn der konvertierungsklasse war es keine frage das ich an allen festen, trauertagen und sonstigen ereignissen teilnehmen kann.

ueberhaupt habe ich die erfahrung gemacht von den mitbeterInnen als dazugehoerig empfunden zu werden. es gab schlicht keine negativen signale. die beiden rabbiner die ich erleben durfte waren (sind) offen und herzlich, auch der vorstand der gemeinde. wer dieses glueck hat kann sagen einen teil des weges schon zurueckgelegt zu haben.

in den g”ttesdiensten selbst fragt ohnehin niemand. es gibt eine erste phase des kennenlernens. das ist aber eher neugierde. ich habe nie die spur von ablehnung gespuert. wenn man dann regelmaessig in die schul kommt ist man einer unter vielen. gut, etwas uebertrieben. man ist einer von zu wenigen. es sind immer zu wenige. wobei meine schul zu den gluecklichen gehoert. man bekommt immer einen minjan zusammen. auch das ist wohl nicht selbstverstaendlich.

irgendwann - wenn man sich theoretisch und praktisch mit dem judentum auseinandersetzt aendert sich das leben. ganz langsam. aber stetig. ich habe irgendwann angefangen den schabbat zu halten, habe angefangen kaschrut (so gut wie moeglich) zu halten, habe gelernt was die juedischen feiertage sind, welchen sinn die feiertage haben, welche vortschriften es gibt.

es ist wichtig dies alles in der theorie zu wissen und praktisch zu leben. nur theorie reicht genau so wenig wie nur praxis. beides gehoert zusammen. der juedische kalender ist nur mit anderen juedischen menschen zusammen zu leben.

judentum ist eine religion die viel wert auf gemeinschaft legt. ein gutes beispiel ist die praxis der jeshiva. hier lernt der schueler nicht alleine. es wird immer zu zweit gelernt. so kommen diskussionen zustande, fragen werden gestellt.

eine andere form des lernens ist der lehrvortrag durch den rabbiner. auch schiur genannt. unser rabbiner moechte unterbrochen werden wenn fragen, kommentare auftauchen. so ist der schiur nie langweilig. ganz im gegenteil: er ist sehr lebhaft.

man lernt also zugehoerigkeit im gijur. das ist eine grundlage. man lernt es sich wissen anzueignen, das wissen zu sortieren und zu bewerten. man lernt die halacha (das juedische gesetz) kennen, ebenso wie die grundlegenden schriftwerke. natuerlich ist dies alles nur ein abriss. niemand kann wohl von sich sagen die schriftwerke wirklich verstanden zu haben. schliesslich werden die gleichen fragen seit ueber 2000 jahren diskutiert. es geht darum am ozean des wissens zu stehen. ein klein wenig aufzunehmen. im bewusstsein nur ein mensch mit allen schwaechen, fehlern und grenzen zu sein.

was aendert sich also nach dem letzten termin beim beth din, nach der mikve, bei maennlichen konvertiten nach der beschneidung ?

ich habe einige “jews by choice” gefragt. die meisten antworteten das sich im alltaeglichen leben eigentlich nichts aendert. weil man nicht bei null anfaengt. sondern schon laengst teil des ganzen ist, teil von am israel (dem volk israel) ist.

die umgebung bleibt die gleiche, die arbeit die gleiche, auch die sorgen verschwinden nicht. wenn man glueck hat bleibt der freundeskreis erhalten.

es ist einfach so das eine sache zum abschluss zu gebracht wird.

der weg ist nicht zu ende. eine wegmarke ist erreicht.  mehr nicht. der weg geht weiter, das lernen ist eine lebenslange sache.

die sprache: es ist zwar schoen hebraeisch zu sprechen. aber es ist keine unbedingte voraussetzung fuer den gijur. an dieser frage scheitert ein gijur selten wenn  der rabbiner (und das beth din) ansonsten den festen und ernsten willen zum gijur erkennen koennen. es gibt alle texte in uebersetzung. man soll sogar die uebersetzungen verwenden wenn das hebraeisch zum verstaendnis der texte nicht reicht. ich habe gelernt das es nicht wichtig ist in welcher sprache man betet. wichtig ist das verstaendnis der texte.

es gibt menschen die gijur machen um nach israel auszuwandern. als juden in einem juedischen staat zu leben. ich denke das ist eine absolut legitime begruendung um gijur zu machen. man sollte wissen das der gijur in diesem falle orthodox sein muss um vom obersten rabbinat anerkannt zu werden. ich bin mir nicht sicher. aber ich hoerte einmal es gaebe ein gerichtliches urteil in israel das alle formen des gijur gleichstellt. somit waere es moeglich den gijur einzuklagen und so eine aufenthaltserlaubnis in israel zu bekommen. ich bin mir aber nicht sicher in dieser frage. vielleicht koennen israelische leserInnen da weiterhelfen ! ?

 

Traurige Gewissheit

29 June 2008 at 15:57 | In Uncategorized | No Comments

der deal ist beschlossen. die befuerchtung das goldwasser und regev tot sind hat sich bestaetigt. trotz aller schrecklichen traurigkeit ist es gut das die familien der ermordeten nun gewissheit haben. das die ermordeten eine grabstaette in israelischer erde finden die von den familien aufgesucht werden kann.

was koennen wir tun ?  beten !

das kaddisch der trauernden

erhoben und geheiligt

werde sein grosser name

in der welt, die er

nach seinem willen erschaffen,

und sein reich erstehe

in eurem leben und in euren tagen

und dem leben des ganzen hauses israel

schnell und in naher zeit,

sprechet: AMEN !

( … )

Haman

29 June 2008 at 14:06 | In Jahreskreis | No Comments

es war kurz nach dem massaker an der mercaz ha rav jeshiva in jerusalem. der rabbiner hatte die schwere aufgabe den wochenabschnitt der thora auszulegen. er war sichtlich bewegt und traurig an diesem schabbes morgen.

der rabbiner kommt selbst aus jerusalem. er studierte nicht an der mercaz ha rav jeshiva. aber in machon meir, ebenfalls eine nationalreligioese jeshiva.

der rabbiner sprach ueber haman. purim war in zeitlicher naehe. aber die geschichte von haman, die geschichte der bedrohung und rettung des juedischen volkes geht weit ueber purim hinaus.

wenn ich traurig und mutlos bin ziehe ich einen band aus meiner religioesen bibliothek heraus. die megillath esther. mit einem kommentar von raschi.

die megillath esther ist eine ungemein troestende lektuere in schwerer stunde. das buch spricht von bedrohung und rettung, von aussichtslosigkeit und g”ttes rettender hand.

die megillath esther ist auch heute noch ein sehr aktuelles buch. jede generation hat ihren eigenen haman.

ein haman unserer zeit ist der iranische praesident. wie der haman in der megillath esther droht der iranische praesident dem volk israel mit der vernichtung, mit der atomaren schoa. auch dieser haman wird vom erdboden verschwinden, das volk israel wird leben. wie es in der megillath esther geschrieben steht. israel hat heute den vorteil nicht alleine auf ein wunder angewiesen zu sein. es kann sich mit der hilfe haschems selbst zur wehr setzen und den iranischen reaktor zerstoeren. es ist zu hoffen das israel diese chance ohne furcht nutzt. auf die weltoeffentlichkeit, auf hilfe von aussen, wird sich israel nicht verlassen koennen.

auch die hilfe in der megillath esther kam von innen, aus dem juedischen volk heraus. das ist die lehre dieses buches. dierse lehre gilt noch heute.

wie auch sollen die gebote einer welt erklaert werden die beschlossen hat ohne g”tt leben zu wollen, die grenzenlose freiheit als hoechstes ziel propagiert und damit in der unfreiheit endet ?

so sieht eine seite meiner megillath esther aus. unten auf den seiten ist der raschi kommentar der zu anderen quellen verweist. so dient die megillath esther als reisebegleiter zu verschiedenen quellen der juedischen literatur. diese reise ist ausgesprochen spannend.

ich lerne die aktuellen ereignisse in den groesseren rahmen der juedischen geschichte einzuordnen. in diesem kontext der jahrtausende, der schriften, der auslegungen, sehen ereignisse die heute sehr wichtig zu sein scheinen, weniger wichtig aus. gelassenheit kehrt ein. wirkliches studium der schriften kann sehr gesund fuer koerper und seele sein. ein gegengewicht zur aufregung unserer zeit.

Entscheidungen

29 June 2008 at 13:35 | In Uncategorized | No Comments

die israelische regierung muss heute eine schwere entscheidung treffen.

es steht folgende frage zur entscheidung an: stimmen die 18 minister einem deal mit der hisbollah zu ?

wird der libanesische terrorist samir kuntar gegen die im libanon krieg entfuehrten soldaten goldwasser und regev ausgetauscht ?

niemand weiss ob goldwasser und regev noch am leben sind. also ein austausch von (vielleicht) zwei toten israelischen soldaten gegen einen lebenden terroristen der nach dem deal nichts anderes machen wird als neue terrorakte gegen israel zu planen ?

wird ein solcher deal als schwaeche israels interpretiert werden ?

wird ein solcher deal vielleicht ansporn zu neuen entfuehrungen, zu neuen terroranschlaegen sein ?

in der logik der araber ist jedes entgegenkommen israels eine schwaeche.

was tun ?

ich bin fuer den austausch.

damit die familien der verschleppten gewissheit haben.

damit - falls die entfuehrten soldaten tot sind - ein begraebnis nach juedischem gesetz, in israelischer erde, moeglich wird.

man kann sich kaum vorstellen in welchem alptraum die familien der entfuehrten soldaten leben. seit ueber 2 jahren.

wir duerfen auch gilad shalit nicht vergessen.

mit grosser wahrscheinlichkeit lebt gilad noch. seit ueber 2 jahren in gaza, in der gewalt seiner peiniger.

was koennen wir tun ? ich fuer meinen teil kann nur beten. die drei soldaten sind in meinem taeglichen morgengebet eingeschlossen. in der schul beten wir beim schacharit an schabbes (samstag morgen) fuer die drei entfuehrten. eine hilflose geste, ich weiss. aber es ist alles was ich tun kann.

Bring them Home

29 June 2008 at 13:04 | In Videos | No Comments

Traurige Chronik

26 June 2008 at 19:11 | In Uncategorized | No Comments

eine traurige chronik des laufenden jahres 2008. ohne kommentar.

Brief an Steinmeier

26 June 2008 at 14:03 | In Uncategorized | No Comments

sehr geehrter herr bundesaussenminister,

mit einiger verwunderung habe ich den verlauf der “palaestina konferenz” und ihre zusage der palaestinensischen autonomiebehoerde 15 millionen euro (zum aufbau von “polizei und justiz”)  zukommen zu lassen zur kenntnis genommen.

abgesehen davon das ich es angesichts der deutschen geschichte fragwuerdig finde israel in eine bestimmte richtung draengen zu wollen halte ich die forderung eines staates fuer die palaestinenser schon deshalb fuer falsch weil diese forderung als belohnung fuer den palaestinensischen terrorismus aufgefasst werden koennte.

auch nach dem bau der schutzmauer hat der terror gegen israel nicht aufgehoert.

weiterhin wird der sueden israels taeglich mit raketen bombadiert, weiterhin stehen israelische armeeangehoerige in der gefahr verschleppt zu werden, weiterhin wird versucht anschlaege in den israelischen staedten zu verueben.

die meisten anschlaege werden durch die israelischen behoerden und den sicherheitszaun verhindert. aber leider nicht alle.

gestern gedachten wir gilad shalit der seit zwei jahren von palaestinenischen terroristen festgehalten wird.

soll dieser terror durch die gruendung eines palaestinensischen staates belohnt werden ?

mit der tatsache im hintergrund das es den palaestinensern nicht um siedlungen, nicht um land, geht  sondern schlicht um die vernichtung des staates israel ?

was die 15 millionen euro angeht: es geht mir nicht um die summe.

ich wuerde noch einiges mehr an finanzieller unterstuetzung gutheissen wenn die hilfe bei den beduerftigen ankommt.

selbst wenn es sich um hausgemachte probleme handelt wuerde ich eine solche finanzhilfe befuerworten.

das problem ist nur das die vergangenheit eines lehrt: das geld kommt nicht bei den beduerftigen an.

es wird zum kauf von waffen und zur korruption genutzt.

nicht zuletzt auch zur unterdrueckung andersdenkender in den autonomiegebieten.

schon die rede mit israel in frieden leben zu wollen kann in den autonomiegebieten zum tode fuehren. kollaborateure werden auf widerwaertigste weise hingerichtet.

anstatt eine “palaestina konferenz” ausgerechnet in berlin abzuhalten waere es besser gewesen die road map zu lesen.

zwar wurde auch dieser friedensplan durch den terror der palaestinenser vereitelt. aber die road map stellt klare handlungsoptionen auf. die erste option lautet: ende des terrors gegen israel. danach kann und muss ueber alles gesprochen werden. aber eben erst nach dem ende des palaestinensischen terrors.

diesen terror gegen israel moechte ich als steuerzahler nicht mitfanzieren. leider habe ich nicht die chance mich dagegen zu wehren.

ich habe freundinnen und freunde in israel, reise regelmaessig in dieses kleine, bedrohte land mit den vielen facetten.

auch das mag ein grund sein warum mich ihr auftritt auf der “palaestina konferenz” schlicht traurig und wuetend macht.

mit freundlichen gruessen,
XXXX

Aktion fuer Gilad Shalit

25 June 2008 at 7:10 | In Uncategorized | No Comments

natuerlich bin ich auch mitglied der facebook gruppe !

Die israelische Facebook-Gruppe mit dem Namen „The petition for the release of Gilad Shalit” (Die Petition zur Freilassung Gilad Shalits), die circa 4500 Mitglieder zählt, hat für eine gemeinsame weltweite Aktion aller Treffpunkte und Blogs im Internet (Facebook, MSN etc.) Werbung gemacht. Die Aktion sieht vor, dass alle Nutzer, die Solidarität mit dem vor genau zwei Jahren entführten Soldaten Gilad Shalit ausdrücken wollen, am Mittwoch ihr Profilfoto in das Bild Gilad Shalits ändern. Genau am 25.6.2006 wurde Shalit entführt. Die Gruppe sagt, dass Shalit einer von ihnen ist und dass er einen Platz bei ihnen hat. Eine frühere Soldatin sagte, dass es ihre Pflicht sei, diese Aktion zu unterstützen: „Wenn Du selber ein Soldat bist, dann möchtest Du die Regierung hinter Dir haben. Wenn Du Dein Bild änderst, regst Du andere Menschen zum Denken an.“ Gery Klein, Student, sagte: „Es ist kein Anfang und kein Ende, es ist die Fortsetzung eines Kampfes.“

support@bloglines.com Mon, 23 Jun 2008 18:49:58 GMT

http://www.bloglines.com/blog/JNS?id=2461

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